23.12.2021

Mowo: Wiener Startup macht Schluss mit ruhigem Sitzen im Büro und Daheim

Weiche Holzmöbel, die sich mitbewegen. Damit und mit ihrem Startup Mowo möchte Founderin Lisa Stolz ihren Beitrag gegen "langes Sitzen" und dessen Folgen leisten.
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Mowo, Sitzen, gerader Rücken, aktives Sitzen
(c) Mowo - Lisa Stolz, Mowo-Gründerin entwickelt Möbel für ein gesünderes Sitzen.

Ein gerader Rücken soll entzücken. Lange Zeit herrschte die Meinung, dass man aufrecht sitzen soll – egal, ob beim Esstisch, bei der Arbeit oder in der Schule. Das Dogma des 90-Grad-Winkels zwischen Rücken und Gesäß war eines, das ganze Gesellschaften fraglos übernommen haben. Ganze Gesellschaften? Nein. Eine in ihrer Meinung unbeugsame Wiener Gründerin sah dies anders und leistete der gängigen Sitzpraxis Widerstand. Sie entwarf mit Mowo neue Designs für Möbel und machte „aktives Sitzen“ zu ihrem Credo, das sie nun in die Welt hinaustragen will.

Lisa Stolz hat an der WU Architektur studiert und folglich auch als Architektin gearbeitet. Ihr erfuhr ein ähnliches Schicksal, wie es bei anderen Gründern vor der Gründung auch oft der Fall ist: Die Langeweile übernahm den Arbeitsalltag. Aus dieser Fadesse heraus erschuf die heute in London lebende Founderin ein Interieur-Startup mit Freunden in der österreichischen Hauptstadt und schlug die Richtung des Möbelwesens ein.

Mowo-Gründerin plädiert für „aktives Sitzen“

Sie bewarb sich danach in London am „Central Saint Martins“ mit einer Idee und wurde zum Möbel-Design-Studium zugelassen. Dort nutzte sie die Zeit, um weiches Holz zu erforschen, Materialrecherche zu betreiben und sich der Ergonomie-Lehre und dem Bereich Komfort zu widmen. Aber nur ganz kurz, wie sie sagt.

„Auf der Universität ging es viel um die Frage, was ist Komfort für den Körper. Doch davon bin ich ganz schnell weggekommen. Und forschte mehr in Richtung ‚aktives Sitzen'“, sagt Stolz, die 2018 auch den Mastertitel errang. Mowo war da bereits in ihrem Kopf.

Mowo-Video

Das Sitzen sei in aktuellen Zeiten zum Problem geworden, weiß die Wienerin. Für die meisten Menschen spiele sich heute der Berufsalltag im Gegensatz zu früher auf einem Sessel ab. Dies führe zu körperlichen Beeinträchtigungen, wogegen kurze Spaziergänge, Aufstehen oder eben auch einfache Bewegungen helfen sollen.

„Die bisherigen Annahme, dass gerades Sitzen gut für den Körper sein soll, ist falsch, wie auch aktuelle Erkenntnisse zeigen“, weiß Stolz. „Schlicht gesagt, es ist egal, wie man sitzt, Hauptsache man wechselt immer wieder die Position.“

Eine Einstellung, die auch der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Bern Kladny in diversen Interviews teilt. „Wer gerade sitzt, passt seinen Rücken von der Position her der natürlichen S-Form der Wirbelsäule an. Das scheint auf den ersten Blick sinnvoll zu sein, doch um diese Position halten zu können, müssen die Muskeln ununterbrochen arbeiten“, erzählte er in etwa einem Gespräch mit T-online und rät dazu, Bewegungen regelmäßig einzubauen.

Mowo, Sitzen, gerader Rücken, aktives Sitzen
(c) Mowo – Aktiv sitzen mit den Möbeln von Mowo.

Aus diesem Grund designt Stolz mit ihrem Startup Mowo Möbel, die dem Stillhalten in der sitzenden Position entgegenwirken sollen. Sie spricht damit gezielt Menschen im Home-Office an, aber auch den b2b-Bereich, etwa Co-Working-Spaces oder Berufsgruppen, wo man sich bewegt, Musikschaffende etwa oder auch ältere Leute mit Hüftproblemen.

Sie hat bisher für ihr Startup eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne vollendet und hofft nun, mit diversen Förderungen den nächsten Schritt zu gehen. Ihre bisherigen drei Designs hat sie alleine entwickelt und lässt von einem griechischen Unternehmer produzieren, der sehr offen für Ideen junger Designer sei, wie sie sagt.

Mowo-Onlineshop noch bis Dezember offen

Mit ihrer Rückkehr nach Wien und dem Kündigen ihres Jobs in London soll 2022 der große Markteintritt erfolgen.

„Ich habe gerade vorgestern meinen ersten Auftrag abgeschickt und eine erste Charge an Möbel geordert“, sagt sie und erzählt, dass voraussichtlich Auslieferungen ab nächstem Mai möglich sein sollen. „Der Onlineshop aber ist jetzt noch bis Ende Dezember offen.“ Dort könne man bereits vorbestellen.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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