14.02.2020

Mobile World Congress-Absage: Ist Coronavirus wirklich der Grund?

Der Mobile World Congress (MWC) 2020 in Barcelona wurde diese Woche abgesagt - offiziell aus Sorge um die Verbreitung des Coronavirus. Doch aus der spanischen Politik kommen Zweifel, ob Covid-19 tatsächlich der Grund für die Absage ist. In Barcelona arbeitet man indessen an einem Plan B.
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Mobile World Congress-Absage - ist Coronavirus Covid-19 tatsächlich der Grund?
Beim Mobile World Congress 2019

Es ist ein wirtschaftliches Desaster für die Stadt Barcelona, wie unter anderem das Magazin t3n berichtet. Diese Woche wurde von den Veranstaltern die Absage des jährlich stattfindenden Mobile World Congress (MWC), der weltweit größten Mobilfunkmesse, verkündet – aus Sorge um die Verbreitung des Coronavirus Covid-19. Der kurzfristige Ausfall von 110.000 Besuchern soll sich unmittelbar auf 14.000 Arbeitsplätze auswirken. Alleine im Gastgewerbe rechnet man durch die Mobile World Congress-Absage mit Einbußen von rund einer halben Milliarde Euro.

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Politik zweifelt Coronavirus als Mobile World Congress-Absage-Grund an

Entsprechend unglücklich ist mit der Mobiel World Congress-Absage auch das offizielle Spanien. Vizeministerpräsidentin Carmen Calvo prescht dazu mit einer Vermutung vor: Ihrer Auffassung nach ist der Kongress nicht aus gesundheitlichen Gründen abgesagt worden. Sie glaubt an „andere Motive“, die sie aber nicht dezidiert nennt. Auch Handels-, Industrie- und Tourismusministerin Reyes Maroto macht eine zwar kryptische, aber eindeutige Aussage: Sie will von den Unternehmen der Branche, die die Absage forciert haben wissen, warum diese zwar nicht beim MWC, aber bei „ähnlichen Events“ teilnehmen wollen. Beim Hotelierverband Barcelonas ist von „unbegründeter Panikmache“ mit dem Coronavirus die Rede.

Business Angel arbeitet an Plan B mit Startup-Event gleicher Größe

Indessen arbeiten Größen aus der Startup-Szene Barcelonas an einem Plan B insbesondere auch für das MWC-Schwesterevent mit Startup-Fokus, 4YFN („four years from now“), wie das Magazin Sifted berichtet. Demnach reagierte Carlos Blanco, einer der bekanntesten Business Angels des Landes, am Tag nach der Mobile World Congress-Absage mit einer Ansage auf Twitter: Es sei ein historischer Moment für Entrepreneure, VCs, Unternehmen und Institutionen, die nun gemeinsam an den MWC-Daten von 24. bis 26. Februar ein riesiges Startup-Event organisieren könnten. Mehrere Seiten hätten ihm dazu angeboten, Geld und Ressourcen beizusteuern, so Blanco weiter.

Er wolle ein Event gleicher Größe, aber non-profit schaffen, sagt Blanco gegenüber Sifted. Dazu habe er bereits die Unterstützung der Stadt Barcelona, der IESE Business School, der CaixaBank, der Banco Sabadell, von VCs, Accelerators, Inkubatoren und Hunderten von Entrepreneuren. Bei dem Event sollen alle, die einen Stand bei der 4YFN gehabt hätten, vertreten sein, auch wenn noch zu klären sei, wie man das genau bewerkstellige, so Blanco. Derzeit steht allerdings noch nicht einmal die Location fest.

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Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly

„Es ist so ein bisschen der iPhone-Moment für das Familien-Whiteboard“, sagt Florian Ritter, Co-Founder des Grazer Startups Dæly, im Gespräch mit brutkasten. Gemeinsam mit Paul Truffner und Alexander Walliser hat der 26-Jährige ein digitales Wandgerät entwickelt, das die traditionelle Zettelwirtschaft in Haushalten ersetzen soll. Der 15,6 Zoll große Touchscreen fungiert als zentrales Organisationsmedium und soll verstreute Kalender, Einkaufslisten und To-Do-Anwendungen vereinen.

Die Organisation in vielen Familien sei nämlich auf bis zu acht verschiedene, teils digitale und teils analoge Werkzeuge verteilt, erklärt Ritter. Kinder besäßen oft noch kein Smartphone, weshalb Eltern Termine zwar digital im Google- oder Apple-Kalender pflegten, parallel aber einen analogen Wandkalender führten, damit der Nachwuchs sehe, wann etwa das Fußballtraining stattfinde. Diese fragmentierte Organisation führe zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag.

„Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System“

Um Abhilfe zu schaffen, führt das System verschiedene Datenquellen zusammen. „Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System, das für alle funktioniert“, erläutert Ritter. Die Gründer haben das Gerät systemagnostisch aufgebaut, sodass Nutzer Google-, Outlook- oder Apple-Kalender synchronisieren können. Dies löse ein häufiges Problem in Partnerschaften, in denen die Beteiligten oft unterschiedliche Kalendersysteme nutzten. Über eine kostenlose Begleit-App für iOS und Android lassen sich Einträge auch von unterwegs verwalten.

Neben der Terminplanung bietet das Gerät eine Aufgabenverwaltung, ein Punktesystem für Kinder sowie eine Einkaufs- und Essensplanung. Für Ritter ist klar: „Unser Ziel ist es, das beste Familienhaushalts-Managementsystem zu bauen, das es gibt.“ Die kontinuierliche Weiterentwicklung erfolge auf Basis des Feedbacks einer engagierten Nutzerschaft, wobei das System Software-Updates automatisch und kostenfrei aufspiele.

Hardware-Entwicklung ohne Investorengelder

Im konkreten Segment, in dem es mehrere internationale Player gibt, ist man bereits Marktführer im DACH-Raum. „Wir sind bereits bei mehreren Tausend Familien im Einsatz“, sagt Ritter. Dabei setzt so ein Hardware-Startup bekanntlich eine stabile finanzielle Basis voraus. Hier unterscheidet sich der Weg des Unternehmens von einigen im Technologiesektor üblichen Mustern: Dæly ist vollständig eigenfinanziert und bereits profitabel. Für die Entwicklung und den Start investierten die Gründer einen sechsstelligen Betrag aus eigenen Mitteln, die sie unter anderem durch ihr bestehendes E-Commerce-Unternehmen „Tassenliebling“ erwirtschaftet hatten. Der weitere Aufbau erfolge primär über eine Vorbestellungskampagne sowie den laufenden operativen Cashflow. „Wir können das richtig gut aus dem eigenen Cashflow heraus stemmen“, sagt Ritter.

Er sieht in diesem „Finance Based Scaling“ eine zentrale Stärke des jungen Unternehmens. Auf Risikokapital wolle das Team vorerst verzichten, um die Unabhängigkeit zu wahren. Die Bildschirme lässt das Startup wie branchenüblich in China fertigen. Ritter räumt dabei ein, dass eine Produktion in Europa wünschenswert wäre, dass jedoch die Kosten für das Endgerät, das aktuell 300 Euro kostet, massiv steigern würde.

Fokus auf den DACH-Raum und europäische Sicherheitsstandards

Trotz der Hardware-Fertigung in Asien legt das Unternehmen großen Wert auf europäische Sicherheitsstandards. Ein zentraler Aspekt des Produkts ist die bewusste Abgrenzung von US-amerikanischen Cloud-Diensten. Um die Privatsphäre der Familien zu schützen, betreibt das Unternehmen seine Server ausschließlich in Deutschland. Synchronisierte Kalenderdaten speichert das System laut Herstellerangaben nicht zwischen. Die technische Infrastruktur verzichtet bei der Datenspeicherung auf US-Anbieter wie Google Firebase, um die Einhaltung der DSGVO und europäischer Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Beim physischen Produkt setzt das Startup auf Nachhaltigkeit: Das Gerät verfügt über keinen Akku. Ritter begründet dies mit der höheren Energieeffizienz eines direkten Stromanschlusses und dem Umweltschutz durch die Vermeidung seltener Rohstoffe. Der feste Standort an der Steckdose sichere, dass das Gerät stets für alle Familienmitglieder auffindbar bleibe. In den kommenden Monaten liege der strategische Fokus des Teams ganz auf dem DACH-Markt. Eine weitere geografische Expansion behalte man sich für einen späteren Zeitpunkt vor.

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AI Summaries

Mobile World Congress-Absage: Ist Coronavirus wirklich der Grund?

Die Mobile World Congress-Absage ist ein wirtschaftliches Desaster für die Stadt Barcelona. Der kurzfristige Ausfall von 110.000 Besuchern soll sich unmittelbar auf 14.000 Arbeitsplätze auswirken. Alleine im Gastgewerbe rechnet man durch die Mobile World Congress-Absage mit Einbußen von rund einer halben Milliarde Euro. Entsprechend unglücklich ist mit der Mobiel World Congress-Absage auch das offizielle Spanien – Spitzenpolitiker zweifeln des Coronavirus als Absage-Grund offen an. Indessen arbeiten Größen aus der Startup-Szene Barcelonas an einem Plan B insbesondere auch für das MWC-Schwesterevent mit Startup-Fokus, 4YFN.

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Mobile World Congress-Absage: Ist Coronavirus wirklich der Grund?

Die Mobile World Congress-Absage ist ein wirtschaftliches Desaster für die Stadt Barcelona. Der kurzfristige Ausfall von 110.000 Besuchern soll sich unmittelbar auf 14.000 Arbeitsplätze auswirken. Alleine im Gastgewerbe rechnet man durch die Mobile World Congress-Absage mit Einbußen von rund einer halben Milliarde Euro. Entsprechend unglücklich ist mit der Mobiel World Congress-Absage auch das offizielle Spanien – Spitzenpolitiker zweifeln des Coronavirus als Absage-Grund offen an. Indessen arbeiten Größen aus der Startup-Szene Barcelonas an einem Plan B insbesondere auch für das MWC-Schwesterevent mit Startup-Fokus, 4YFN.

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Die Mobile World Congress-Absage ist ein wirtschaftliches Desaster für die Stadt Barcelona. Der kurzfristige Ausfall von 110.000 Besuchern soll sich unmittelbar auf 14.000 Arbeitsplätze auswirken. Alleine im Gastgewerbe rechnet man durch die Mobile World Congress-Absage mit Einbußen von rund einer halben Milliarde Euro. Entsprechend unglücklich ist mit der Mobiel World Congress-Absage auch das offizielle Spanien – Spitzenpolitiker zweifeln des Coronavirus als Absage-Grund offen an. Indessen arbeiten Größen aus der Startup-Szene Barcelonas an einem Plan B insbesondere auch für das MWC-Schwesterevent mit Startup-Fokus, 4YFN.

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