Damit ein Team langfristig erfolgreich sein kann, ist es für die Führungspersonen zu gewissen Zeitpunkten nützlich, einmal inne zu halten und mit den Mitarbeitern über ihre Arbeit zu sprechen. Doch auch beim Feedback geben, steckt mehr dahinter als man meinen möchte.
Es mag banal klingen, doch Feedback-Gespräche mit Mitarbeitern haben weit mehr Gewicht, als man meinen möchte. Aus diesen Gesprächen können beide Seiten im Optimalfall vieles mitnehmen, was den Arbeitsalltag oder die interne Kommunikation erleichtert. Damit das gelingt, gibt es ein paar Dinge, die bei der Unterhaltung beachtet werden sollten.
Die Gründe für ein Mitarbeitergespräch sind zahlreich. Manchmal geht es einfach nur darum, den Ist-Zustand innerhalb des Teams abzufragen. In anderen Fällen sollen Probleme unter oder mit den betreffenden Mitarbeitern besprochen werden. Dringend notwendig kann ein solches Gespräch vor allem dann sein, wenn die Leistung einer Person rapide abfällt.
Feedback-Gespräche können im Optimalfall den Arbeitsalltag und die Kommunikation erleichtern.
Ein Ziel haben
Die Führungsperson sollte sich schon vorab überlegen, mit welchem Ziel die Unterhaltung stattfinden soll. Zu Beginn sollten die Rahmenbedingungen, wie Dauer und Zweck des Gespräches, abgestimmt werden. In der Folge kann es notwendig sein, das Gegenüber einfach einmal zum Reden zu bringen. Hier helfen offene Fragen, eine Körpersprache, die von Interesse zeugt und das Aufgreifen von Emotionen.
Um den größtmöglichen Nutzen für das Unternehmen zu erzielen, ist es auch sinnvoll, sich gegenseitig Feedback zu geben. Damit der Prozess konstruktiv ist, sollten sich beide Seiten an Regeln halten.
Die Person, die das Feedback bekommen sollte
ruhig zuhören
versuchen, sich nicht zu rechtfertigen
Bei Unklarheiten nachfragen
Die Person, die das Feedback gibt, sollte
darauf achten, ob Feedback überhaupt erwünscht ist
sich klar ausdrücken
sich nur auf Dinge beziehen, die veränderbar sind
positiv formulieren
Darüber hinaus ist ein Feedback-Gespräch nur in zeitlicher Nähe zu den besprochenen Punkten hilfreich. Es geht darum, den Ist-Zustand zu beschreiben und nicht zu bewerten. Ziel sollte es für beide Teile sein, einen Mehrwert für die Zukunft mitzunehmen.
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.
Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.
„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“
Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.
Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.
Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler
Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.
Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“
Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.
Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.
„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.
Menschen investieren in Menschen
Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.
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