04.11.2020

mikme Connect: Wiener Mikrofon-Startup macht jetzt doch wieder Mikrofone

Mit dem Mikme Connect legt das Wiener Startup Mikme ein USB-Mikrofon vor und findet damit einen Kompromiss aus verschiedenen Ansätzen der vergangenen Jahre.
/artikel/mikme-connect
(c) mikme: So sieht das neue mikme connect aus
(c) mikme: So sieht das neue mikme connect aus

„Hardware is hard“ – über diese Binsenweisheit der Startup-Welt kann Philipp Sonnleitner, Gründer des Wiener Startups mikme sprichwörtlich ein Lied singen. Und er hat das gegenüber dem brutkasten auch schon das eine oder andere mal getan. Nun eröffnet das Unternehmen mit seinem USB-Mikrofon mikme connect ein weiteres Kapitel seiner Geschichte.

Doch erstmal zurück zum Anfang. Das 2014 gegründete Startup hat es schon mit seinem ersten Produkt geschafft, seine damalige Vision umzusetzen: Ein kabelloses Smartphone-Mikrofon in Studio-Qualität. Entwicklung, Produktion und Vertrieb der ersten Chargen verliefen keineswegs ohne Hürden – von Produktionsfehlern über eine gescheiterte Kickstarter-Kampagne (auf Indiegogo lief es dann sehr gut) bis hin zu Lieferverzögerungen – doch die Qualität des Produkts, das später auf mikme gold umgetauft werden sollte, war am Ende nicht zu bestreiten – das wurde etwa auch mit einem Award bei der CES Las Vegas honoriert.

Hohe Qualität – zu wenig Quantität

Mit Speedinvest und Hermann Hauser holte sich Sonnleitner in einer siebenstelligen Kapitalrunde auch zwei der profiliertesten Tech-Investoren des Landes an Bord. Einzig: Die Zielgruppe des ersten Produkts erwies sich als zu eng. Sonnleitners perfektionistischer Ansatz fand eben nur bei ebenso perfektionistischen Enthusiasten Anklang – zu wenig, um das Startup wirklich in die Gänge zu bringen. „Ein Feedback dass wir immer wieder erhalten haben war: ‚Tolles Produkt aber das kann ich mir nicht leisten'“, erzählte er später gegenüber dem brutkasten.

Also schaltete der aus der Steiermark stammende Gründer mit dem nächsten Produkt, dem mikme silver, qualitativ einen Gang zurück, um am Markt Geschwindigkeit aufzunehmen. Ein für Laien kaum merkbarer Abschlag bei der Sound-Qualität wirkte sich in einer deutlichen Preisreduktion von rund 400 auf rund 200 Euro aus. Eine weitere Crowdfunding-Kampagne verlief (diesmal halbwegs) erfolgreich. Aber wieder konnte Sonnleitner mit dem Produkt nicht die breite Masse erreichen.

Dann folgte ein Schritt, den wohl die wenigsten dem Mikrofon-Freak zugetraut hatten: Bei seinem nächsten Produkt, dem mikme pocket, baute das Startup das Mikrofon nicht mehr selbst. Es koppelte seine Hardware-Software-Kombination für die Onboard-Aufnahme, die sich später mit dem Smartphone synchronisiert, mit einem Ansteckmikrofon eines Drittanbieters. „Die Entscheidung dazu hat sich aus der Nachfrage ergeben. Technologisch ist mikme perfekt für die Video-Produktion direkt am Smartphone geeignet. Viele Vlogger und Influencer wollen das Mikrofon aber nicht im Bild haben und schon gar nicht in der Hand halten“, erklärte Sonnleitner damals zu seinem „video-freundlicheren“ Produkt, mit dem eine weitere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne gelang.

mikme connect: weiterer Traditionsbruch für die neue Normalität

Doch sehr lange hielt er es offenbar nicht aus, ohne wieder ein Mikrofon auf den Markt zu bringen. Seit kurzem ist mit dem mikme connect ein Produkt erhältlich, das abermals mit einer Tradition des Startups bricht – es ist nicht kabellos. Das USB-Mikrofon soll nicht nur Ton-Aufzeichnungen sondern auch Video-Calls in Studioqualität ermöglichen. Damit will man gerade jetzt in der neuen Normalität der Coronakrise punkten. „Wenn deine Zuhörer sich anstrengen müssen, zu verstehen, was du sagst, werden sie keine Freude daran haben dir zuzuhören. Und wenn sie dich ständig bitten müssen, zu wiederholen, was du gesagt hast, wird das rasch euren Gesprächsfluss stören“, meint Sonnleitner.

(c) mikme: Das mikme connect bleibt im Design der Linie seiner Vorgänger treu

Das mikme connect hat eine automatische Soundcheck-Funktion, die im Hintergrund mitläuft und die Empfindlichkeitseinstellungen des Mikrofons der Stimme des Benutzers und seiner Umgebungslautstärke anpasst. Es funktioniert nach dem Plug and Play-Prinzip unmittelbar nach dem Anstecken. Preislich liegt es mit derzeit 159 Euro klar unter früheren Produkten. Sonnleitner, gibt sich mit dem nächsten Evolutionsschritt merklich zufrieden: „Nichts wird jemals ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht ersetzen, aber das mikme connect kommt verdammt nah ran“.

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(v.l.) Michael Schöngruber, Hansi Hansmann, Samuel Brandstätter, Lisa Pallweber | © 3Folio

Nach der jüngsten Neustrukturierung im Management rund um CEO Samuel Brandstätter und CPO Michael Schöngruber (brutkasten berichtete) macht 3Folio nun mit einem neuen Investor auf sich aufmerksam: dem Hansmann Family Office. Das Krypto-Startup möchte durch diese Zusammenarbeit seine technologische Basis weiter skalieren und die Position bei professionellen und regulierten Marktteilnehmern ausbauen. Über die Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart. Die Zusammenarbeit soll aber über die Bereitstellung von Kapital hinausgehen: Erfahrung im Unternehmensaufbau, strategischer Austausch und Sparring bei der Skalierung sollen die nächste Entwicklungsphase von 3Folio begleiten. Das Unternehmen möchte „entlang konkreter Kundennachfrage nachhaltig und profitabel wachsen“.

„Mit Erfahrung und Netzwerk unterstützen“

„Digitale Assets werden Teil des Finanzsystems – und damit braucht es professionelle Infrastruktur für Accounting, Tax und Compliance. Sam, Michael und das Team haben dafür eine starke Basis geschaffen. Wir wollen sie jetzt mit Kapital, aber vor allem auch mit Erfahrung und Netzwerk dabei unterstützen, daraus einen europäischen Player zu bauen“, sagt Hansi Hansmann zu seinem neuesten Investment.

Brandstätter blickt über die österreichischen Grenzen hinaus: „Jetzt geht es darum, diese in ein international skalierbares Unternehmen zu übersetzen. Mit dem Hansmann Family Office gewinnen wir einen Partner, der Technologieunternehmen langfristig begleitet und mit uns an den entscheidenden Fragen für die nächste Wachstumsphase arbeitet.“

Europäische Ausrichtung

3Folio will sich als europäische Referenzplattform für Finance und Compliance im Digital-Asset-Markt etablieren. Österreich und Deutschland bilden dabei die ersten Schwerpunktmärkte. Das Fintech-Startup konzentriert sich auf Anwendungsbereiche wie Crypto Accounting & Taxation, bei denen Daten für buchhalterische und steuerliche Prozesse aufbereitet werden. Mit dem Investment des Hansmann Family Offices möchte 3Folio diese Bereiche weiterentwickeln und „die Voraussetzungen für weiteres europäisches Wachstum schaffen“.

3Folio richtet sich unter anderem an Crypto-Asset-Service-Provider und strukturiert Transaktionsdaten so, dass sie für Buchhaltung, steuerliche Verarbeitung und regulatorisches Reporting nutzbar werden. Die Plattform bildet die Daten- und Prozessbasis zwischen dem operativen Umgang mit digitalen Assets und den nachgelagerten Finance-, Compliance- und Reporting-Systemen. Im Mittelpunkt von 3Folio stehen nachvollziehbare Datenherkunft, konsistente Verarbeitung und prüfbare Ergebnisse.

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mikme Connect: Wiener Mikrofon-Startup macht jetzt doch wieder Mikrofone

  • „Hardware is hard“ – über diese Binsenweisheit der Startup-Welt kann Philipp Sonnleitner, Gründer des Wiener Startups mikme sprichwörtlich ein Lied singen.
  • Nun eröffnet sein Unternehmen mit seinem USB-Mikrofon mikme connect ein weiteres Kapitel seiner Geschichte.
  • Es soll nicht nur Ton-Aufzeichnungen sondern auch Video-Calls in Studioqualität ermöglichen.
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