25.03.2021

Mezzalite: Neues Wiener Startup erleichtert Immobilien-Finanzierung

Mezzalite will die Vermittlung von Mezzaninkapital für Immobilienprojekte erleichtern und Investoren Zugang zu spannenden Projekten bieten.
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Georg Stampf und Michael Rohrmair haben Mezzalite gegründet © Mezzalite/Ivana Jovic
Georg Stampf und Michael Rohrmair haben Mezzalite gegründet © Mezzalite/Ivana Jovic

Im April startet ein neues „Real Estate FinTech“ aus Österreich seinen Service. Mezzalite will die Finanzierung neuer Immobilienprojekte vereinfachen und sieht sich damit an der Schnittstelle zwischen FinTech und PropTech. „Wir sehen in der Digitalisierung der Immobilienfinanzierung noch viel Potential“, sagt Georg Stampfl, der das Jungunternehmen gemeinsam mit Michael Rohrmair gegründet hat.

Für Immobilienentwickler und Investoren

Konkret will es das Startup Immobilienentwicklern erleichtern, Mezzaninkapital aufzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapitial, bei der in der Regel Nachrangdarlehen bei Investoren aufgenommen werden. Bei Projektentwicklern ist das beliebt, weil Eigenmittelerfordernisse der Banken damit erfüllt werden und so wiederum Bankenfinanzierungen einfacher möglich sind. Investoren haben dabei die Chance auf gute Renditen – laut Mezzalite im Durchschnitt 7 bis 10 Prozent pro Jahr.

Gesamten Prozess digital abwickeln

Diese beliebte Finanzierungsform hat laut Stampfl bisher vor allem einen Nachteil: Die Suche nach passenden Partnern sei sehr zeitaufwändig. Mezzalite will genau da ansetzen und die Vergabe von Mezzaninkapital standardisieren und digital abwickeln. Projektentwickler können die Unterlagen ihres Immobilienprojektes hochladen, die Plattform schlägt das Projekt allen passenden Investoren vor und innerhalb von zwei Wochen soll der Entwickler Angebote erhalten. Mezzalite vermittelt dabei ab einem Mezzaninkapitalbedarf von 500.000 Euro. Investoren können ein Profil mit individuellen Kriterien anlegen und bekommen nur solche Deals vorgeschlagen, die ihren Ansprüchen entsprechen.

Vorregistrierung läuft

„Dabei ist die digitale Vermittlung von Projekten mit Investoren nur der erste Schritt. In Zukunft werden wir auch alle weiteren Phasen bis zur Rückzahlung des Kapitals sukzessive auf Mezzalite abwickelbar machen“, so Stampfl. Geplant sind automatisierte Projektbewertungen und eine integrierte Due-Dilligence-Prüfung. Die Plattform verzeichnete seit Ende 2020 laut dem Startup bereits 160 Vorregistrierungen aus Österreich und Deutschland. Ab April sollen die ersten Vermittlungen erfolgen.

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Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig

Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.

Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip

Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.

Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.

„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.

Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer

30 Mio. Euro für Österreich

Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.

Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.

Gebündelte österreichische Expertise

An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.

Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.

Europas Quanten-Vorreiter

Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.

„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.

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