24.06.2020

Mercedes und Nvidia bauen Supercomputer für Autos

Mercedes-Benz entwickelt gemeinsam mit Nvidia eine Computerplattform der nächsten Generation für Fahrzeuge, die alles von drahtlosen Software-Updates bis hin zum automatisierten Fahren unterstützt. Die Einführung ist ab 2024 geplant.
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Nvidia, Mercedes, Autonomes Fahren, Drive, OTA
(c) Nvidia - Die Nvidia Drive Agx Orin Software-Plattform für Autonomes Fahren.

Wie „The Verge“ berichtet, wird die neue Plattform für alle Mercedes-Fahrzeuge nutzbar sein und auf der „System-on-a-Chip“-Technologie Orin des Grafikkartenherstellers Nvidia basieren. Zudem wird sie den vollständigen Drive AGX-Software-Stack des in San Jose ansässigen Unternehmens verwenden. Nvidia stellte Orin erstmals auf der CES im Dezember 2019 vor und beeindruckte mit der Angabe, dass die Technologie bis zu 200 Billionen Operationen pro Sekunde bei geringerem Stromverbrauch durchzuführen kann.

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Für alle Reihen

„Ziel der geplanten Zusammenarbeit ist es, eine der intelligentesten und fortschrittlichsten Rechnerarchitekturen in der Automobilindustrie für alle Mercedes-Benz Baureihen zu entwickeln“, lässt das Unternehmen ausrichten.

Vielzahl von Fahranwendungen

Die neue Plattform, deren Launch 2024 geplant ist, umfasst einen vollständigen System-Software-Stack, der eine Vielzahl automatisierter Fahranwendungen unterstützt, darunter Fahrerassistenzsysteme ähnlich „Teslas Autopilot“ oder „Cadillacs Super Cruise“, sowie fahrerlose Parkfunktionen.

Mercedes bald mit „Over the Air“-Updates

Darüber hinaus sollen in vier Jahren drahtlose Software-Updates wie beim Smartphone für alle Mercedes-Varianten möglich sein. Dies stellt einen kleinen Meilenstein in der Entwicklung dar, denn bisher war Tesla federführend bei sogenannten „OTA-Updates“ (Over-the Air). Damit konnten bislang etwa schon Updates vom Autopilot-Fahrerassistenzsystem bis zur Software-bedingt größeren Reichweite der Elektrofahrzeuge durchgeführt werden – während die Konkurrenz in diesem Bereich nachhinkte.

Blinzeln verboten

Das Drive-System von Nvidia hat die Fähigkeit, den Kopf und die Augen eines Fahrers zu verfolgen, um festzustellen, wann er auf die Straße achtet. Es kann auch die Blinzel-Frequenz überwachen, um die Schläfrigkeit zu beurteilen. Abhängig von den Vorlieben eines Herstellers soll das System zudem fähig sein, den Fahrer mithilfe von akustischen, visuellen oder haptischen Warnungen zu benachrichtigen, um den Fokus wieder auf die Straße zu richten.

Es kann auch die Umgebung außerhalb des Fahrzeugs überwachen. Wenn etwa ein Fahrer aus dem Fahrzeug aussteigen will, und dabei einen sich nähernden Radfahrer übersieht, schlage das System Alarm oder verhindere physisch, dass sich die Tür öffnet, bis der Radfahrer sicher vorbeigefahren ist, heißt es von Nvidia.

„Fahrzeugwert steigern“

„Durch das Herunterladen neuer Funktionen und Upgrades aus der Cloud wollen wir das System kontinuierlich auf den neuesten Stand bringen und damit den Wert des Fahrzeugs immer wieder steigern“, sagte Ola Källenius, CEO von Daimler, in einer gemeinsamen Erklärung mit Nvidia.

Mobility: Keine Kooperation mehr zwischen Mercedes und BMW

Es ist Ein bemerkenswerter Schritt, den die Mercedes-Muttergesellschaft Daimler jetzt geht. 2019 hatte es noch geheißen, dass man mit BMW eine Milliarde US-Dollar für gemeinsame Mobilitätsmaßnahmen investiere, die autonome Autos, Elektroroller, Carsharing und das Aufladen von Elektroautos umfassen. Vor einer Woche wurde dieser Deal von den beiden deutschen Konzernen für beendet erklärt.

Nvidia als erster Ansprechpartner?

Nvidia, einer der weltweit bekanntesten Hersteller von Computergrafikkarten, arbeitet seit mehreren Jahren an seinem Systemfür selbstfahrende Autos, in der Hoffnung, es an große Autohersteller zu verkaufen. Das in Santa Clara ansässige Unternehmen möchte damit der erste Ansprechpartner für diejenigen werden, denen die bisherigen Kosten für einen „full-stack-AV-operator“ zu hoch sind.

Vielzahl von KI- und Software-Tools

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz. Angesichts seiner langen Innovationshistorie und der bestehenden, gemeinsamen Kooperation ist Mercedes-Benz für uns der perfekte Partner. In ausführlichen Gesprächen mit Ola Källenius und seinem Team ist deutlich geworden, dass wir eine gemeinsame Vision vom Automobil der Zukunft haben“, sagt Jensen Huang, CEO und Gründer Nvidia: „Gemeinsam wollen wir den Autobesitz über den Lebenszyklus revolutionieren, indem wir die Fahrzeugsoftware kontinuierlich via ‚Over-the-Air‘-Updates aktualisierbar machen. Jeder künftige Mercedes-Benz mit dem Nvidia-Drive-System kommt mit einer Vielzahl von KI- und Software-Tools, die das Fahrzeug kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern können.“.

Mercedes-Benz & NVIDIA: Joint Announcement


⇒ Nvidia

⇒ Daimler

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Über zehn Millionen Menschen weltweit leiden an Parkinson. Das Kernsymptom Tremor, ein unkontrolliertes Zittern, wird bisher fast ausschließlich punktuell bei Arztterminen erfasst. „Der Arzt ist komplett auf die subjektive Einschätzung vom Patienten angewiesen“, erklärt Entwicklerin Alice Hristov im brutkasten-Gespräch. Weil verfälschte Momentaufnahmen oft zu ungenauen Medikationen führen, möchte die Wiener HTL-Schülerin diese Datenlücke mit TremoCup schließen.

TremoCup Prototyp @ Alice Hristov

Diskrete Messung beim Trinken

TremoCup ist ein kompaktes Sensormodul, das auf die Unterseite einer handelsüblichen Tasse montiert wird. Während der Nutzung misst das System die Bewegungen im Alltag. Ein integrierter Bandpassfilter lässt dabei nur Frequenzen zwischen 4 und 12 Hertz durch, um gezielt den Tremor zu erfassen und andere Alltagsbewegungen verlässlich auszublenden. „So ähnlich wie bei Noise-cancelling“, zieht Alice den technischen Vergleich.

Die Daten werden per Bluetooth an eine selbst entwickelte Smartphone-App übermittelt, die Verlaufsgrafiken anzeigt und PDF-Berichte für das Arztgespräch generiert. Aus Datenschutzgründen verbleiben alle Daten lokal und symmetrisch verschlüsselt auf dem Endgerät. In einer bereits durchgeführten Befragung von 20 Pflegeheimbewohnerinnen gaben 75 Prozent an, dass ihnen dieser lokale Datenschutz besonders wichtig sei.

Vom Freizeitprojekt auf die internationale Bühne

Die Entwicklung des Systems begann als Freizeitprojekt neben dem Unterricht an der HTBLVA Spengergasse, die in der Vergangenheit schon mehrmals beeindruckende Schüler:innen-Projekte hervorgebracht hat. „Wenn ich lange gesessen bin und es am Ende nach dem Testen funktioniert, das war der größte Erfolg für mich“, so Hristov über die intensive Entwicklungsphase.

Der Aufwand hat sich ausgezahlt: Beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend Innovativ holte TremoCup den 1. Preis in der Kategorie „ICT & Digital“, der mit 2.500 Euro dotiert ist. Das Preisgeld soll direkt in das Projekt zurückfließen: „Das wird wieder reinvestiert in TremoCup. Patente sind nicht billig, falls ich ein Patent bekomme.“

Regulatorische Prüfung und Markteintritt

Als nächste Schritte sind eine klinische Validierung in neurologischen Praxen sowie Förderanträge bei AWS und FFG geplant. Zudem steht die finale regulatorische Einordnung an. Aktuell wird das System vorläufig als Klasse-I-Medizinprodukt eingestuft.

Der angedachte Verkaufspreis soll zwischen 80 und 150 Euro pro Einheit liegen. Im September 2026 wird Hristov ihr Projekt zudem beim 37. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Kiel präsentieren.

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Mercedes und Nvidia bauen Supercomputer für Autos

  • Wie The Verge berichtet wird die neue Plattform, die für alle Mercedes-Fahrzeuge nutzbar sein wird, auf der System-on-a-Chip-Orin-Technologie des Grafikkartenherstellers Nvidia basieren und auch den vollständigen Drive AGX-Software-Stack des in San Jose ansässigen Unternehmens verwenden.
  • Die neue Plattform umfasst einen vollständigen System-Software-Stack, der eine Vielzahl automatisierter Fahranwendungen unterstützt, darunter Fahrerassistenzsysteme ähnlich „Teslas Autopilot“ oder „Cadillacs Super Cruise“, sowie fahrerlose Parkfunktionen.
  • „Durch das Herunterladen neuer Funktionen und Upgrades aus der Cloud wollen wir das System kontinuierlich auf den neuesten Stand bringen und damit den Wert des Fahrzeugs steigern“, sagte Ola Källenius, CEO von Daimler, in einer gemeinsamen Erklärung mit Nvidia.
  • Das in Santa Clara ansässige Unternehmen möchte damit der erste Ansprechpartner für diejenigen werden, denen die bisherigen Kosten für einen „full-stack-AV-operator“ zu hoch sind.
  • Jeder künftige Mercedes-Benz mit dem Nvidia-Drive-System kommt mit einer Vielzahl von KI- und Software-Tools, die das Fahrzeug kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern können.

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