15.10.2025
EY-STUDIE

„Meist von Traumtänzern gegründet“: Dieses Image haben Startups in Österreich

In einer EY-Studie zum Image von Unternehmen und Unternehmer:innen in Österreich kommen Familienbetriebe und KMU am besten weg. Auch bei Startups dominiert ein positives Bild - mit Abschlägen.
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Symbolbild: typisches Startup-Team | © Annie Spratt via unsplash
© Annie Spratt via unsplash

Es wird immer wieder als entscheidender Punkt genannt, warum Österreich im Bereich Entrepreneurship hinter anderen Ländern hinterherhinkt: Das Image von Unternehmer:innen und Unternehmen sei hierzulande nicht gut. Aber stimmt das wirklich? Eine aktuelle EY-Studie mit 1.000 Befragten zwischen 18 und 75 Jahren beschäftigt sich mit diesem Thema und setzt dabei stark auf offene Fragen.

Positives Image von Unternehmer:innen dominiert

Dabei zeigt sich: So schlecht ist das Image von Unternehmer:innen in Österreich nicht. In der Frage, welche Begriffe oder Eigenschaften mit Unternehmertum verbunden werden, dominieren positive und neutrale Assoziationen. 22 Prozent der Befragten nennen etwa Selbstständigkeit, Entscheidungsfreiheit und Gestaltungsfreiheit als erste Assoziation, jeweils elf Prozent Mut und Risikobereitschaft sowie Geld und Erfolg, neun Prozent Verantwortung.

Mit acht Prozent werden auf der Negativ-Seite Begriffe wie Gewinnmaximierung, Ausbeutung der Mitarbeitenden, Kapitalismus und Korruption am häufigsten genannt. Persönliche Nachteile am Unternehmertum wie Stress, Überanstrengung und keine Freizeit sowie Herausforderungen wie Steuern, Abgaben und Bürokratie werden von je fünf Prozent der Befragten genannt.

Relativ hohes Ansehen österreichischer Unternehmen

Auch das Image österreichischer Unternehmen ist laut der EY-Studie durchaus gut. Begriffe wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität (17 Prozent), Qualität, Kompetenz (14 Prozent) oder Regionalität (11 Prozent) werden erheblich öfter genannt, als negative Assoziationen, etwa rund um die schlechte wirtschaftliche Situation mit vielen Firmenpleiten (7 Prozent) oder Begriffe wie Kapitalismus, Ausbeutung und Korruption (4 Prozent).

Familienbetriebe hui, Konzerne pfui

Große Unterschiede beim Image zeigen sich je nach Art des Unternehmens. Familienbetriebe stehen in der Gunst der Befragten ganz oben mit 56 Prozent, die ein „sehr positives Bild“ von ihnen haben und weiteren 35 Prozent, die mit „eher positiv“ antworten (gesamt 91 Prozent). Auch KMU kommen mit 34 Prozent „sehr positiv“ und 54 Prozent „eher positiv“ (gesamt 88 Prozent) gut weg. Großbetriebe werden mit 58 Prozent positiven Nennungen (12 „sehr“ zu 46 „eher“) immerhin noch mehrheitlich positiv betrachtet. Konzerne kommen mit 41 Prozent positiven Nennungen (8 „sehr“ zu 33 „eher“) bei weniger als der Hälfte der Befragten gut weg.

Startups mit überwiegend positivem Image und scharfer Kritik von kleiner Minderheit

Im Mittelfeld liegen Startups. Sie werden zwar nur von 18 Prozent der Befragten „sehr positiv“ gesehen, aber immerhin von weiteren 53 Prozent „eher positiv“. Drei Prozent haben ein sehr negatives Bild von ihnen. EY zitiert hier in der Studienpräsentation aus den Antworten auf die offenen Fragen etwa: „Startups werden meist von Abenteurern bzw. Traumtänzern gegründet und enden nach kurzer Zeit im Konkurs.“ Oder: „Das Ziel des Startups scheint zu sein, möglichst viel Geld von Investoren zu kassieren, ohne ein echtes Interesse an dem Produkt oder der Firma zu haben. Danach möglichst viel Geld mit dem Verkauf der Anteile an einen Großkonzern zu verdienen.“

Bei jenen 18 Prozent Befragten, die ein sehr positives Bild von Startups haben, sind die häufigsten Assoziationen Innovationen, Veränderung, Fortschritt, Kreativität, neue Ideen, Lösungen für Probleme (zusammen 48 Prozent) und die Bedeutung für das Vorankommen der österreichischen Wirtschaft (20 Prozent).

Was macht ein Unternehmen gut?

Ebenfalls im Rahmen der Studie abgefragt wurde, was ein gutes Unternehmen eigentlich ausmacht. 79 Prozent der Befragten halten demnach einen guten Umgang mit Mitarbeitenden für das wichtigste Merkmal, 77 Prozent erwarten, dass die Bedürfnisse der Kund:innen ernst genommen werden. 69 Prozent nennen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis als zentral. Die Realität wird aber oft anders wahrgenommen: 87 Prozent der Befragten glauben, dass Unternehmen heute zu sehr auf Gewinn und Profit ausgerichtet sind und 77 Prozent sagen, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit treten immer mehr in den Hintergrund.

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Jristian Cruz Limsico wird Global Creative Director bei waterdrop. © waterdrop

Die Wiener Hydration-Marke waterdrop besetzt eine Schlüsselposition im Marketing neu: Jristian Cruz Limsico übernimmt die Rolle des Global Creative Director. Limsico, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte, verantwortet künftig die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

Internationale Design-Erfahrung bei Vogue, GQ Australia und Co.

Vor seiner Station bei Karl Lagerfeld leitete der gebürtige Australier die interne Kreativagentur bei PVH für Tommy Hilfiger und Calvin Klein in Europa. Zudem war er unter anderem als Art Director für die Vogue und GQ Australia tätig. Bei waterdrop soll Limsico nun die visuelle und sprachliche Ausrichtung über alle Kanäle steuern, von digitalen Kampagnen bis hin zu internationalen Sportpartnerschaften wie den Australian Open und der ATP Tour.

Laut LinkedIn-Profil ist der Australier, der seine Ausbildung an der Western Sydney University absolviert hat, bereits seit Juni im Unternehmen tätig.

Fokus auf globale Markenpräsenz

„Seine Erfahrung an der Schnittstelle von Mode, Lifestyle und globalem Storytelling ist genau das, was unser nächstes Kapitel braucht“, begründet Henry Murray, Co-Founder und Chief Commercial & Marketing Officer bei waterdrop, die Personalentscheidung.

Limsico selbst ergänzt, er wolle gemeinsam mit dem Team „die visuelle Identität der Marke auf der globalen Bühne noch wirkungsvoller zum Leben erwecken.“ Das Wiener Unternehmen, das 2026 sein zehnjähriges Bestehen feiert, will mit der neuen Personalie die strategische und kreative Markenführung weiter in den Fokus rücken.

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