07.10.2020

MeDusch-Gründerin: „Ohne Löwen hätte ich die Coronazeit nicht überstanden“

MeDusch, vormals MediDusch, hatte in der Höhle der Löwen die Qual der Wahl. Alle TV-Investoren waren daran interessiert beim Startup von Jacqueline Torres Martinez einzusteigen. Wir haben mit ihr gesprochen.
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(c) TVNOW/ Stefan_Gregorowius -Jacqueline Torres Martinez hat einen Deal mit Ralf Dümmel (r.) und Carsten Maschmeyer erreicht, der auch nach der Sendung gehalten hat.

Jacqueline Torres Martinez nahm mit Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel gleich zwei der fünf interessierten Löwen an Board ihres Startups MeDusch, das zurzeit der Aufnahme der Show noch MediDusch hieß. 100.000 Euro für insgesamt 30 Prozent Beteiligung – damit ging die Gründerin aus dem Studio und zeigt sich gegenüber dem brutkasten heute noch immer sehr gerührt.

Höhle der Löwen-Deal für MeDusch hält

„Ich bin noch ganz überwältigt über diese positive Resonanz und muss mich tatsächlich zwischendurch immer mal zwicken, ob das alles gerade wirklich passiert. Der Deal hat sich bei mir überhaupt nicht verändert. Beide Löwen sind starke Partner an meiner Seite und haben mich in allem unterstützt“, sagt Martinez.

Zwischen der Aufzeichnung und heute hat Investor Ralf Dümmel MeDusch in den Handel gebracht und Alt-Löwe Carsten Maschmeyer für Plakatwerbung in vielen deutschen Städten gesorgt. Doch nicht nur da waren die beiden TV-Stars behilflich.

Mit Löwen Corona überstanden

Wie allzu vielen anderen setzte Martinez die Covid-19-Krise zu: „Ich war jedoch sehr froh, dass ich so starke Löwen an meiner Seite hatte, denn sonst hätte ich als Startup die Corona-Zeit nicht überstanden. Hier galt es Ruhe zu bewahren und die Erfahrung meiner beiden Löwen half bei dieser Krise enorm“.

MeDusch mit Eukalyptus und Menthol

Zur Erinnerung: MeDusch ist ein Duschschaum, der ätherische Öle in die tägliche Körperpflege integriert: eine Mischung aus den Erkältungszeit-Klassikern Eukalyptus und Menthol, sowie pflegendem Avocado- und Mandelöl.

Tränen im Studio

Mit diesem Konzept konnte sie nicht nur in der Startup-Show alle überzeugen, sondern sie insofern mitreißen, dass der Gründerin die Tränen kamen, als Investorin Judith Williams dazu riet, diesen einen Moment zu genießen, als sie zwischen den Löwen wählen durfte.

„Mitten ins Herz“

„Judiths Worte haben mich mitten ins Herz getroffen. Als Mama von zwei Kindern war es nicht immer leicht, das Vorhaben MeDusch durchzuziehen. Ich habe meinen festen Job im Pharmabereich an den Nagel gehangen und alles auf eine Karte gesetzt“, erklärt die Gründerin ihren kleinen Gefühlsausbruch: „Und endlich stand ich dann vor den Löwen und konnte mein fertiges Produkt präsentieren. Was für ein Moment für mich. Als mir das nach Judiths Aussage noch einmal bewusst wurde, haben mich meine Gefühle übermannt und es kamen ein paar Tränen. Für mich aber nicht schlimm oder peinlich, ich bin ein sehr gefühlvoller Mensch und diese Seite gehört einfach zu mir.“

21.000 MeDusch-Duschschäume in wenigen Minuten verkauft

Was nun ebenso zu Martinez gehört, ist der Erfolg, der jetzt da ist. MeDusch ist durch die „Power der Löwen“ deutschlandweit im Einzelhandel in über 10.000 Filialen vertreten. „Und in der QVC-Sendung direkt nach dem Deal, haben wir innerhalb weniger Minuten 7000 Sets, also 21.000 Duschschäume, verkauft“, erzählt Martinez. Die Pharmareferentin, die im Apothekenaußendienst tätig war, hat mittlerweile auch einen neuen Duschschaum „MeDusch Regenerationszeit“ mit Rosmarin und Arnika für müde Muskeln herausgebracht.

„Zu hohe Firmenbewertung fehl am Platz“

Das Jacqueline Torres Martinez es geschafft hat, beim Pitch gleich alle TV-Investoren zu begeistern, liege an einer einfachen Formel, wie sie sagt: Sich nicht verbiegen. „Ich glaube, es ist wichtig, dass man vor den Löwen keine Rolle spielt, sondern authentisch bleibt. Überheblichkeit, auch ausgedrückt durch zu hohe Firmenbewertungen, sind hier fehl am Platz. Manchmal ist etwas mehr Bescheidenheit angesagt, besonders wenn man, so wie ich, noch ganz am Anfang steht.“

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AustrianStartups, ELP
© AustrianStartups

AustrianStartups und die Stiftung Unternehmerische Zukunft haben das Entrepreneurial Leadership Program (ELP) weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt künftig stärker auf der konkreten Begleitung angehender Startup-Gründer:innen. Vorgesehen sind unter anderem intensiveres persönliches Mentoring und Coaching, die gezielte Suche nach Co-Founder:innen sowie die praktische Weiterentwicklung eigener Geschäftsideen.

Dabei geht es um die frühe Erprobung zentraler Annahmen – von ersten Gesprächen mit potenziellen Kunden und der Validierung konkreter Problemstellungen bis zur Entwicklung eines ersten Minimum Viable Product (MVP): „Wir wollen Menschen nicht nur die Skills für den Aufbau eines Startups mitgeben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen tatsächlich auszuprobieren und die ersten Schritte in Richtung Gründung zu machen“, sagt Elisabeth van Holthe tot Echten, COO von AustrianStartups.

ELP: Schwerpunkt „Co-Founder“

Beim Schwerpunkt „Co-Founder“ bringt das ELP Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven zusammen. Sie können sich kennenlernen, gemeinsam an Ideen arbeiten und mögliche Co-Founder:innen finden. Eine fertige Geschäftsidee ist dafür nicht notwendig.

„Eine Startup-Idee muss am Anfang noch nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass man bereit ist, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und gemeinsam mit anderen herauszufinden, was funktionieren kann“, so van Holthe tot Echten weiter. „Genau dafür wollen wir im ELP den Raum und die Unterstützung geben.“

Hansmann, Trummer, Kaminski, Porsche, Deutsch und Unger dabei

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die persönliche Begleitung der Fellows. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Unternehmerische Zukunft erhalten sie Zugang zu einem Netzwerk: Die Stiftung wird von mehr als 50 Persönlichkeiten aus der Szene unterstützt, darunter Hansi Hansmann, Christian Trummer, Kilian Kaminski, Felix Porsche, Tina Deutsch und Katharina Unger. Darüber hinaus begleiten weitere Unternehmer:innen und Investor:innen das ELP als Mentor:innen und bringen ihre Erfahrungen in das Programm ein.

Auch nach Abschluss bleiben die Fellows über die ELP-Alumni-Community miteinander verbunden. Ehemalige Teilnehmer wie Mathias Gruber (Fonio.ai), Lukas Höber (Sequestra) oder Lisa Reiss (All But Sugar) bringen ihre Erfahrungen aus der Gründung und dem Aufbau von Unternehmen sowie aus weiteren beruflichen Stationen in das Netzwerk ein.

„Wir wollen Menschen ermutigen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. Dafür braucht es nicht nur Wissen, sondern auch Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, ehrliches Feedback geben und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen. Genau das wollen wir mit unserem Netzwerk ermöglichen“, sagt Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft.

Prozess steht im Mittelpunkt

Ebenso ist die praktische Arbeit an den eigenen Ideen ein wichtiger Teil des ELP. Die Teilnehmer:innen beschäftigen sich mit den Problemen und Bedürfnissen von möglichen Kunden, überprüfen ihre Annahmen und entwickeln ihre Ideen auf dieser Grundlage weiter.

Dabei gehe es nicht darum, das Programm bereits mit einem fertigen Unternehmen abzuschließen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Prozess, aus einer ersten Idee schrittweise eine fundierte Grundlage für eine mögliche Gründung zu entwickeln und früh praktische Erfahrungen zu sammeln, wie es heißt.

Das ELP richtet sich daher sowohl an Menschen, die bereits eine konkrete Startup-Idee haben, als auch an jene, die noch nach einer Idee, einem geeigneten Problem oder nach Mit-Gründer:innen suchen. Bewerbungen für die nächste ELP-Kohorte sind noch bis einschließlich Sonntag, 13. September 2026 möglich.

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AI Summaries

MeDusch-Gründerin: „Ohne Löwen hätte ich die Coronazeit nicht überstanden“

  • Jacqueline Torres Martinez nahm mit Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel gleich zwei der fünf interessierten Löwen an Board ihres Startups MeDusch, das zurzeit der Aufnahme der Show noch MediDusch geheißen hatte.
  • 100.000 Euro für insgesamt 30 Prozent Beteiligung damit ging die Gründerin aus dem Studio und zeigt sich heute noch immer heftig gerührt.
  • MeDusch ist durch die „Power der Löwen“ deutschlandweit im Einzelhandel in über 10.000 Filialen vertreten.
  • Die Pharmareferentin, die im Apothekenaußendienst tätig war, hat mittlerweile den neuen Duschschaum „MeDusch Regenerationszeit“ herausgebracht.

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