29.01.2026
ÜBERNAHME

Mavie Work übernimmt Wellbeing Polska

Das heimische Corporate Scaleup Mavie setzt seinen Wachstumskurs fort: Nach früheren Zukäufen übernimmt Mavie Work nun den polnischen Corporate-Health-Anbieter Wellbeing Polska.
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Christoph Schnedlitz, Mavie Work und Radosław Kruczek, Wellbeing Polska | (c) Macie Work / LinkedIn Profil

Der Anbieter für betriebliche Gesundheitsförderung Mavie Work – ein Teil des Uniqa-Corporate-Scaleups Mavie – baut seine Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa weiter aus. Mit der vollständigen Übernahme von Wellbeing Polska möchte das Unternehmen seine Präsenz am polnischen Markt ausbauen und erweitert sein Angebot im Bereich ganzheitlicher Mitarbeitendengesundheit.

Wellbeing Polska wurde 2020 in Warschau gegründet und zählt zu den etablierten Corporate-Health-Plattformen des Landes. Das Unternehmen fokussiert sich auf körperliche Gesundheit, Präventions- und Bewegungsprogramme sowie digitales Coaching für Unternehmen. Nach Angaben von Mavie Work zeichnen sich die Programme durch eine im Marktvergleich hohe Nutzung durch Mitarbeitende aus, ein zentraler Faktor für die Wirksamkeit betrieblicher Gesundheitsangebote.

Ausbau von Employee Assistance Programmen

Mit der Akquisition soll die Expertise von Wellbeing Polska schrittweise in das bestehende Leistungsportfolio von Mavie Work integriert werden. Ziel sei es, körperliche, mentale und organisationale Gesundheit stärker miteinander zu verzahnen und Unternehmen ein umfassenderes Angebot aus einer Hand bereitzustellen.

„Mit Wellbeing Polska gewinnen wir einen starken lokalen Partner, der unser internationales
Angebot mit fundierter Expertise im Bereich körperlicher Gesundheit und Prävention am
Arbeitsplatz strategisch erweitert“, teilt Christoph Schnedlitz, Geschäftsführer von Mavie
Work, in einer Aussendung mit.

Der Fokus liege dabei insbesondere auf international tätigen Organisationen mit hybriden Arbeitsmodellen und länderübergreifenden Strukturen. Gerade in diesen Bereichen steige laut Mavie der Bedarf an skalierbaren, gleichzeitig aber lokal verankerten Gesundheitslösungen kontinuierlich.

Operativ bleibt für Kund:innen alles beim Alten

Für bestehende Kund:innen von Wellbeing Polska soll die Übernahme zunächst keine Veränderungen bringen. Das Unternehmen soll mit seinem Team, seinen Programmen und bestehenden Kundenbeziehungen am polnischen Markt aktiv bleiben. Perspektivisch soll das Angebot jedoch um Leistungen von Mavie Work ergänzt werden, insbesondere in den Bereichen mentale Gesundheit, psychosoziale Beratung und internationale Employee-Assistance-Programme (EAP).

„Während wir unsere Reputation auf messbaren Ergebnissen in den Bereichen mentale und körperliche Gesundheit sowie auf umfassenden Präventionsprogrammen aufgebaut haben, ermöglicht uns die Integration in die EAP-Expertise von Mavie Work, unser Angebot deutlich zu stärken. Gemeinsam können wir Organisationen in Polen nahtlose Gesundheitslösungen bieten, die alle Aspekte der Mitarbeitendengesundheit abdecken“, erklärt Radosław Kruczek, Geschäftsführer von Wellbeing Polska.

Bereits zuvor Zukäufe und strategische Neuausrichtung

brutkasten hat in der Vergangenheit mehrfach über die Entwicklung der Mavie-Gruppe berichtet. So wurde unter anderem der Wandel von Mavie Next vom internen Corporate-Startup hin zu einem eigenständigen Wachstumstreiber innerhalb der Gruppe thematisiert (brutkasten berichtete). Gleichzeitig setzte Mavie bereits zuvor auf Expansion durch Akquisitionen, etwa mit dem Einstieg bei einem tschechischen Gesundheitsdienstleister (Brutkasten berichtete).

Fokus auf CEE-Märkte

Auf Gruppenebene verfolgt Mavie, ein Unternehmen der Uniqa Insurance Group, das Ziel, sich als integrierter Anbieter für betriebliche Gesundheitsförderung in der CEE-Region zu positionieren. Die Übernahme von Wellbeing Polska soll dabei helfen, Reichweite, Wirkung und internationale Anschlussfähigkeit der Angebote zu erhöhen.

Für den polnischen Markt bedeutet der Einstieg von Mavie Work vor allem eine stärkere internationale Anbindung bei gleichzeitig lokaler Umsetzung.

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Die Trinsik-Partner (vl.): Marcel Grosskopff, Georg Frick, Manuel Hörl und Lukas Meusburger | (c) Trinsik
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40 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten bzw. Tochtergesellschaften in Wien, Budapest, Dornbirn, München und Zürich; dazu Referenzkunden wie ABB, Andritz, EnBW, Lufthansa, Verbund, Hitachi Energy, ÖBB, Erste Stiftung und die Europäische Investitionsbank. Der in Vorarlberg gegründete Venture Builder V_Labs hat in den zehn Jahren seines Bestehens sein Konzept bewiesen. Er stand etwa auch bei der Ausgründung von MyFlexbox aus der Salzburg AG und dem folgenden Investment von 75 Millionen Euro im Hintergrund.

Strategie statt Experimente

Die Weiterentwicklung in der vergangenen Dekade war aber nicht nur quantitativer Natur, erzählt Managing Partner Lukas Meusburger gegenüber brutkasten: „Die ganze Szene hat sich seitdem massiv gewandelt. Es geht heute viel weniger ums Experimentieren. Die Initiativen kommen mittlerweile direkt aus der Unternehmensstrategie und sollen richtigen Impact erzielen.“

Was der Gründer sagt, spiegelt sich auch in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Wiener Mitbewerbers whataventure wieder – brutkasten berichtete. Schon im Vorjahr hatte man dort an gleicher Stelle konstatiert, Venture Building sei „über die Experiment-Phase hinaus“. Durch aktuelle Budgetkürzungen fällt der Befund dieses Jahr noch schärfer aus: Die klare Kopplung von Corporate-Venturing-Aktivitäten an die Unternehmensstrategie sei mittlerweile Überlebenskriterium.

Extrinsischer Beitrag zu intrinsischen Zielen

V_Labs habe sich im Lichte dieser Entwicklungen bereits in den vergangenen mindestens fünf Jahren gewandelt, erzählt Meusburger. Und eines sei dabei klar geworden: Die Selbstdefinition als Labor, die sich im Namen V_Labs widerspiegelt, passt 2026 nicht mehr. Auch „Venture Builder“ reiche heute nicht mehr aus, sagt der Gründer. Nun wurde die neue Brand präsentiert: Trinsik tritt als „Business Creation Studio“ auf. „Wir zeigen damit, dass wir noch näher am Kerngeschäft sind“, so Meusburger.

Und warum Trinsik? Man wolle Partnern das notwendige extrinsische Element liefern, um ihre intrinsisch motivierten Innovationsbestrebungen zu erfüllen. „We help you build the bold ideas you can’t afford to leave on paper“, lautet der neue Slogan dazu. „Die Corporates, die es ernst meinen, scheuen nicht davor zurück, große Wetten einzugehen. Aber die Execution bleibt dabei die große Herausforderung“, sagt Meusburger. Das habe sich auch durch KI nicht geändert. „Man kann zwar schneller einen Prototypen bauen, aber die internationale Ausrollung und Skalierung braucht nach wie vor Erfahrung und Wissen.“

Auch dieser Befund deckt sich – nicht ganz überraschend – mit jenem von Mitbewerber whataventure. Dabei machen beide eine weitere Entwicklung im Corporate-Venturing-Bereich aus, die negativ gedeutet werden kann, ihnen aber dennoch in die Hände spielt: Zahlreiche interne Innovationsprogramme – auch bei großen Corporates – wurden in den vergangenen Jahren wieder gestrichen. Die Innovationsagenden wanderten dabei direkt in die Business-Units zurück. Das ändere aber nichts an einer Tatsache, ist Meusburger überzeugt: „Der Bedarf bei Corporates, sich strategisch weiterzuentwickeln, hat sich kein bisschen verändert.“ Und der Bedarf für externe Hilfe sei dabei größer denn je.

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