19.12.2025
CORPORATE VENTURING

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

2020 als Corporate Startup von Uniqa gegründet, hat sich Mavie Next nicht nur zum Scaleup, sondern selbst zum Player im Corporate Venturing entwickelt. Die beiden Managing Directors Lukas Mayrl und Ondrej Gandel gaben uns im Video-Talk einen Einblick.
/artikel/mavie-next-vom-corporate-startup-zum-grossen-player
(vl.) Die Mavie-Next-Geschäftsführer Lukas Mayrl und Ondrej Gandel im brutkasten-Studio | (c) brutkasten / Dervisevic
(vl.) Lukas Mayrl und Ondrej Gandel im brutkasten-Studio | (c) brutkasten / Dervisevic

Die brutkasten-Serie „Corporate Venturing“ is powered by AKELA, Raiffeisen Bank International AG, UNIQA Insurance GroupMavie NextVerbund, whataventure — New business. Powered by entrepreneurs. und Wien Energie GmbH.

2020 wurde das Unternehmen als Corporate Startup von Uniqa gegründet. Mittlerweile hat sich Mavie Next zum umfassenden Player im heimischen Gesundheitsbereich entwickelt. Die Vision geht aber noch weit darüber hinaus: Man will neben dem Versicherungsgeschäft von Uniqa ein zweites Geschäftssegment im Gesundheitswesen aufbauen, das “irgendwann in der Zukunft so groß ist wie Uniqa”.

Die Gratwanderung vom Startup zum Scaleup

Nach der Gründung im Jahr 2020 dominierten bei Mavie Next die „Startup-Vibes“, erzählt Co-Managing-Director Lukas Mayrl im brutkasten-Talk. Obwohl es von Uniqa unterstützt wurde, habe das Unternehmen unabhängig agiert. Man habe „wirklich alles selbst gemacht“, von der Suche nach einem eigenen Büro bis zur Etablierung eigener Prozesse.

Mit zunehmender Größe und Sichtbarkeit in den Finanzdaten des Mutterunternehmens Uniqa muss Mavie Next nun „mehr und mehr die Corporate-Standards erfüllen“, wie Co-Managing-Director Ondrej Gandel sagt. Er beschreibt diesen Prozess als notwendig im Scaleup: „Wenn man eine bestimmte Größe erreicht, möchte man die Prozesse nicht jedes Mal neu erfinden“. Das Unternehmen vermittle bewusst zwischen der Startup-Kultur und den Anforderungen der Anteilseigner (UNIQA und seit Kurzem auch die Raiffeisen Holding NÖ-Wien), um sicherzustellen, „dass beide Welten harmonieren und miteinander arbeiten können“. Dennoch soll die „Geschwindigkeit und Entscheidungsfreudigkeit“ der frühen Tage beibehalten werden, meint Gandel. Das mache den besonderen Reiz der Arbeit aus.

Venture Building und M&A zur Plattform-Ergänzung

Das primäre Ziel von Mavie ist der Aufbau eines integrierten Gesundheitsdienstleisters. Dazu agierte das Corporate Startup von Beginn an auch als Venture Builder – mit dem Prinzip “learn fast, fail fast”, wie Mayrl erzählt. “Wir haben 80 Prozent der Ventures, die wir ausprobiert haben, nach der Explorations- oder teilweise erst in der Inkubationsphase wieder gestoppt”, erzählt der Managing Director. Einige vielversprechende Ideen habe man zwar nicht verworfen, aber in der „Schublade“ behalten, da die Zeit für die Markteinführung noch nicht reif war.

Mittlerweile liegt der Fokus stärker auf Akquisitionen, wie Gandel erzählt. “Es geht schneller. Und warum soll man etwas aufbauen, das es bereits gibt?”, so der Managing Director. Die Akquisitionen werden gezielt als Komponenten betrachtet, um die integrierte Plattform zu vervollständigen. Finanzinvestitionen mit dem Ziel eines späteren Verkaufs, wie im Corporate Venture Capital, strebt Mavie dagegen nicht an.

Doch auch die Venture-Building-Aktivitäten gehen weiter. Aktuell konzentriere man sich auf “Mini-Ventures”, sagt Mayrl. Diese sollen Lücken in bestehenden Geschäftsbereichen schließen. Ein Beispiel ist Optivate, das Lösungen für von Adipositas betroffene Menschen entwickelt, indem es medikamentöse Behandlungen durch einen „sehr orchestrierten Prozess“ zugänglich macht. Diese neuen Ventures sollen anschließend in die bestehenden Geschäftseinheiten (z.B. Telemedizin oder Corporate Health) integriert werden.

Team, Kultur und Finanzierung als Erfolgsfaktoren

Angesichts der Komplexität des Gesundheitswesens legt Mavie Next Wert auf spezifische Teameigenschaften. Das Unternehmen rekrutiert die Mitarbeiter:innen für die Venture-Building-Teams typischerweise extern. Die erfolgreichsten Mitarbeiter:innen zeichnen sich durch „allgemeine Neugierde auf die Welt, unglaubliche Arbeitsmoral und Ergebnisorientierung” aus, sagt Gandel. Da das Gesundheitswesen ein „sehr komplexer Raum“ ist, sei eine der wichtigsten Eigenschaften im Venture Building, lernbegierig zu sein. Entscheidend sei dabei die Kultur: „Wir haben keine Zeit für unausgesprochene Dinge. Wir haben eine sehr direkte Feedback-Kultur“.

Und wie passt Mavie in die Konzernstrategie der Mutter Uniqa? Healthcare sei “ein sehr wichtiger Bestandteil des Gesamtportfolios der Uniqa”, sagt Mayrl. Synergien würden sich aus gemeinsamen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und der Unterinvestition in Prävention ergeben. Dennoch werde die Datentrennung strikt eingehalten, betont der Geschäftsführer: “Wir teilen keine Gesundheitsdaten mit Uniqa. Das ist sehr wichtig”.

Auch aus finanzieller Sicht sei die Verbindung zu Uniqa weiterhin bedeutend, erklärt Mayrl. Dank der Unterstützung des Mutterunternehmens und dem kürzlich erfolgten Investment durch die Raiffeisen Holding NÖ-Wien sei Mavie Next “für die kommenden Jahre gut finanziert”. Dies sei ein großer Vorteil eines Corporate Startups gegenüber einem klassischen Startup, da man nicht “um Investitionen kämpfen” muss, meint dazu Gandel.

Deine ungelesenen Artikel:
15.07.2026

Loom Ventures: Strabag startet mit 100 Mio. Euro VC-Fonds

Was offenbar schon lange geplant war, ist jetzt Realität: Der österreichische Baukonzern Strabag startet mit Loom Ventures einen 100 Mio. Euro großen Venture Capital Fonds. Investiert werden soll vor allem in Early-Stage Unternehmen in der Digital-, Energie- und Industrie-Infrasruktur. Das Management übernehmen Ilja Aizenberg und Toba Spiegel.
/artikel/loom-ventures-strabag-startet-mit-100-mio-euro-vc-fonds
15.07.2026

Loom Ventures: Strabag startet mit 100 Mio. Euro VC-Fonds

Was offenbar schon lange geplant war, ist jetzt Realität: Der österreichische Baukonzern Strabag startet mit Loom Ventures einen 100 Mio. Euro großen Venture Capital Fonds. Investiert werden soll vor allem in Early-Stage Unternehmen in der Digital-, Energie- und Industrie-Infrasruktur. Das Management übernehmen Ilja Aizenberg und Toba Spiegel.
/artikel/loom-ventures-strabag-startet-mit-100-mio-euro-vc-fonds
Die Strabag-Zentrale in Wien | (c) Erlacher / Strabag
Strabag startet Early-Stage VC Fonds. (c) Erlacher / Strabag

Schon vor über einem Jahr wurde bekannt, dass der österreichische Baukonzern Strabag einen eigenen Corporate VC Fonds eröffnen will, also eine Konzerntochter, die als Beteiligungsgesellschaft in Startups investiert. Nun dürfte dieser Plan mit Loom Ventures offiziell umgesetzt worden sein, wie der Managing Director Ilja Aizenberg auf LinkedIn bekanntgab.

Digital-, Energie- und Industrie-Infrastruktur

Auf ihrer Website beschreiben Loom Ventures genau, wen sie adressieren wollen: „Wir investieren in europäische Unternehmen in der Frühphase (Early-Stage) an der Schnittstelle von digitaler, Energie- und Industrie-Infrastruktur. Wenn Ihr Unternehmen reale Systeme autonomer, leistungsfähiger oder widerstandsfähiger macht, möchten wir von Ihnen hören“.

Weiters heißt es: „Infrastruktur ist längst mehr als nur reine Versorgung. Sie rückt näher an den Endnutzer heran, generiert mehr Wertschöpfung und bildet einen starken Integrationsvorteil (Moat) zwischen physischen Anlagen (Assets), Daten und Anwendungen. Ob in digitalen, Energie- oder Industriesystemen – wir sind stolz darauf, durch unseren Partner und Investor STRABAG über einen einzigartigen Branchenzugang zu verfügen. Dies untermauert unser Versprechen, unsere Gründungsteams weit über das reine Kapital hinaus aktiv zu unterstützen.“

100-Millionen-Euro-Fonds

Der Fonds hat laut Viktor Pasquali, Mitglied im Investment Committee von Loom Ventures, eine Größe von 100 Millionen Euro und sitzt in Wien. Pasquali kommentiert auf LinkedIn wie folgt: „Was vor zwei Jahren hinter den Kulissen begann, ist nun offiziell: Loom Ventures, ein 100-Millionen-Euro-Early-Stage-Venture-Capital-Fonds für europäische InfraTech-Unternehmen. Die Arbeit daran war genau die Art von Aufgabe, die ich am meisten schätze: eine Idee in eine Struktur zu verwandeln, die auf eigenen Beinen stehen kann – von der Konzeption und dem Aufsetzen des Fonds über die Governance und Positionierung bis hin zum Management-Team.“

Doppelspitze

Zum genannten Management-Team macht Pasquali genaue Angaben: Ilja Aizenberg und Toba Spiegel. Spiegel war zuvor Investment Director bei Trill Impact und war bereits Board-Observer für Soil Capital und tado.

„Ich habe mich entschieden, die Mission zu übernehmen, Loom Ventures mitzuleiten, weil es mir ermöglicht, die Art von Fonds aufzubauen, an die ich glaube: eine klare These, einen Fokus auf Investitionen, bei denen unsere Überzeugung am höchsten ist, und enge Zusammenarbeit mit Gründern. Gleichzeitig kann ich auf die industrielle Expertise und das Netzwerk von Strabag als eines der führenden Infrastrukturunternehmen Europas zurückgreifen, was mir noch bessere Wege gibt, das zu tun, was ich in diesem Job am erfüllendsten finde: für Gründer nützlich zu sein“, schreibt Spiegel auf LinkedIn.

Aizenberg war zuletzt Board Observer bei Wiliot und hat unter anderem auch für die Unternehmen NonoLINC, Corvic AI und Anjuna Security gearbeitet. Er bringt laut eigenen Angaben Erfahrung in KI und Materialwissenschaften sowie dem Unternehmensaufbau mit.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Mavie Next: Vom Corporate Startup zum großen Player