04.03.2026
TRIQBRIQ AT

Matthias Strolz wird Co-CEO von Vorarlberger Holz-Unternehmen

Die deutsche Triqbriq AG expandiert nach Österreich und gründet eine Holding in Vorarlberg. Mit an Bord ist ein hierzulande prominenter Name: Matthias Strolz übernimmt die Rolle des Co-CEO.
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Das Founder-Team von © Triqbriq AT.

„Viele Gebäude, die heute errichtet werden, sind am Ende ihres Lebenszyklus faktisch Sondermüll. Müssen wir wirklich so bauen und wohnen? Wir sind überzeugt: Das geht besser – mit kreislauffähigem Massivholzbau, der Ressourcen schont und gleichzeitig ein spürbar hochwertiges Wohngefühl ermöglicht. Für Budgets, die für den Mittelstand erschwinglich sind”, sagt Matthias Strolz.

Der ehemalige Neos-Chef ist in der österreichischen Startup-Szene seit Jahren aktiv. 2019 stieß er als Co-Founder zum Wiener Startup story.one, 2021 wurde er Advisor und Werbe-Testimonial beim E-Bike-Abo-Anbieter Eddi Bike. Zudem gründete er im selben Jahr den Venture Builder PixelBeat.

Gemeinsam mit Lukas Reihs, Norbert Keßler und Martin Drißner gründete Strolz nun die Triqbriq Holding. Die Produktion am Standort Bludenz in Vorarlberg soll im August 2026 starten. Strolz und Julia Reihs übernehmen die Geschäftsführung. 

Die deutsche Triqbriq AG ist als Lizenzgeberin des Bausystems an der Triqbriq AT GmbH mit 4,71 Prozent beteiligt; im Gegenzug ist die österreichische Holding an der deutschen Gesellschaft beteiligt. Strolz hält an Triqbriq AT laut Firmenbuch mit 30,29 Prozent den höchsten Anteil.

Bauen ohne Leim und Metall

Triqbriq entwickelt ein modulares Massivholz-Bausystem, das vollständig ohne Leim oder Metallverbindungen auskommen soll. Laut Unternehmen liegt der Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.

Kern des Systems sind kleinteilige Holzbausteine mit dem Namen „BRIQ“. Verarbeitet werden vor allem heimische Hölzer. Die industrielle, skalierbare Fertigung soll ökologische und wirtschaftliche Anforderungen des modernen Holzbaus verbinden. Neben dem klassischen Hochbau sind die Holzbausteine insbesondere für serielle Bauvorhaben, Nachverdichtung und gewerbliche Anwendungen vorgesehen.

Das verwendete Holz stammt nach Unternehmensangaben aus österreichischen Wäldern. Bislang sei rund die Hälfte der Holzentnahme – insbesondere Schad- und Schwachholz – kaum oder nicht für den Bau genutzt worden. Mit der Verarbeitung dieses Materials will das Unternehmen neue Perspektiven für die Forstwirtschaft eröffnen und regionale Wertschöpfungsketten stärken, heißt es in einer Presseaussendung. Ziel sei es außerdem, „regionale Wertschöpfung zu stärken und innovativen Holzbau überregional verfügbar zu machen“. Die Projekte erfolgen in strategischer Partnerschaft mit der Madlener Bauconsulting A-U-T GmbH mit Standorten in Feldkirch und Augsburg.

Ausbaupläne bis 2029

Nach der Etablierung des Standorts in Vorarlberg plant das Unternehmen, bis 2030 jährlich einen weiteren regionalen Produktions- und Vertriebsstandort in Österreich aufzubauen. Für den Zeitraum 2027 bis 2029 stehen insbesondere Salzburg, Niederösterreich und die Steiermark im Fokus.

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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