11.07.2022

Ex-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck gründet Unternehmen

Die im Juni eingetragene MSCH Management GmbH von Ex-Wirtschaftministerin Margarete Schramböck will Unternehmensberatung anbieten.
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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck © der brutkasten - Rot-weiß-rot-karte - aba
Margarete Schramböck | © der brutkasten

Der „Gang in die Wirtschaft“ nach dem Abgang in der Politik ist in Österreich nicht nur zum Standard sondern auch zum Running Gag geworden. Im Gegensatz zu Neo-Startup-Investor und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der seit der Schulzeit immer bloß Politiker war und seit Kurzem erstmals „in der Wirtschaft“ arbeitet, kamen andere bereits vor ihrer politischen Laufbahn „aus der Wirtschaft“. Dazu zählt die ehemalige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die im Mai nach ÖVP-internen Machtkämpfen nicht ganz unerwartet zurückgetreten war. Sie war vor ihrer Tätigkeit als Ministerin unter anderem Chefin des Telekom-Konzerns A1.

Margarete Schramböck gründete vor einem Monat MSCH Management GmbH

Nun geht sie – abermals nicht ganz unerwartet – „in die Wirtschaft“ zurück. Allerdings nimmt sie nicht, wie etwa Ex-Finanzminister Gernot Blümel, einen hochbezahlten Managerinnen-Posten an, sondern gründet ihr eigenes Unternehmen. Die MSCH Management GmbH wurde laut Firmenbuch vor etwa einem Monat eingetragen. Der Unternehmenszweck der Firma, deren Alleineigentümerin und Geschäftsführerin Margarete Schramböck ist, ist Unternehmensberatung. Eine Website des Unternehmens ist aktuell noch nicht auffindbar. Entsprechend sind auch etwaige Spezialisierungen noch nicht bekannt. Im Standard-Forum wird nach ersten Berichten zur neuen Firma natürlich bereits darüber gewitzelt, dass Schramböck wohl ihre Erfahrung mit Kaufhaus Österreich einbringt.

Unternehmensberatung beliebt bei Ex-Politiker:innen

Unternehmensberatung ist ein beliebtes Feld für Ex-Politiker:innen. Neben seiner Tätigkeit für Peter Thiel und einer Startup-Investment-Gesellschaft gemeinsam mit Alexander Schütz gründete auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz jüngst ein Beratungunternehmen in Dubai und Tel Aviv. Auch frühere Kanzler gingen nach der Politik in die Unternehmensberatung – etwa Werner Faymann, der gemeinsam mit seinem ehemaligen Sprecher Matthias Euler-Rolle das Unternehmen 4PRO betreibt.

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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