20.04.2022

Lucky Plant: Michael Ballack gründet Dünger-Startup

Gemeinsam mit Bernhard Unger und Thomas Hüster hat der ehemalige Kapitän des deutschen Nationalteams ein Unternehmen erschaffen, das ein biologisches Pflanzenstärkungsmittel erzeugt.
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(c) commons.wikimedia/Lucky Plant - Der Vizeweltmeister von 2002 kümmert sich nun um Stärkung der Pflanzen.

Es sind schmerzhafte Erinnerungen: 2008. Es ist Fußball-EM. Nach zwei Spielen hält Österreich bei einem Punkt. Nur ein Sieg gegen Fußballmacht Deutschland würde den Aufstieg bedeuten. Das Spiel selbst ist nicht wirklich gut, eher hart umkämpft. Schließlich werden 50.000 Fans im Happel-Stadion Zeuge, wie Ballack den EM-Gastgeber mit 121 km/h aus dem Turnier schießt. Österreich scheidet nach dem Gewaltschuss des deutschen Kapitäns aus, Deutschland wird schlussendlich Vize-Europameister. 14 Jahre später: Ballack verfolgt das Spiel auf dem grünen Rasen nur noch von Außen. Hat aber Erfahrungen mitgenommen, die ihn heute dazu bringen, mit Lucky Plant ins Unternehmertum einzusteigen. Und Pflanzen zu fördern.

Lucky Plant: Ein Energydrink für Pflanzen

Bei Ballack waren es wohl nicht nur die Füße, die im Laufe seiner Karriere den Rasen betreten haben, sondern auch sein Kopf. Der Schütze des „Tor des Jahres 2008“ hatte sich in seiner Laufbahn intensiv mit den Produkten beschäftigt, die auf Rasenplätzen zum Einsatz kommen.

„Schnell bemerkte ich, dass diese hohe chemische Anteile haben“, erklärt er. „Zusammen mit meinem Freund Bernhard (Unger), der seit vielen Jahren einen Blumen- und Pflanzenhandel betreibt, suchten wir nach einer Alternative – und zum Glück lernten wir Thomas (Hüster) kennen.“

+++ Mehr Stories aus der „Höhle der Löwen +++

Gemeinsam hat das Trio Lucky Plant gegründet, ein Startup, das ein biologisches Pflanzenstärkungsmittel erzeugt. Konkret wasserlösliche Tabletten, die als Düngemittel für Pflanzen verwendet werden können und auch als Pulver für Obst- und Gemüsesaaten erhältlich sind. Er selbst nennt es einen „Energydrink für Pflanzen“.

Nachbarschaftshilfe a la Pflanze

Dabei greift Lucky Plant auf die Pechnelke zurück, die besondere sekundäre Pflanzenstoffe produziert und dabei das Wachstum, die Entwicklung von Pflanzen und die Aufnahme von Nährstoffen fördert. Das Besondere an ihr sei, dass sie ihre Fähigkeit nicht nur für sich selbst nutze, sondern auch andere Pflanzen unterstütze, die in ihrer Nähe wachsen. Mit dem Ergebnis: Mehr Blütenbildung, eine längere Blühphase, robustere Rasenflächen und höhere Ernten.


Wer mehr über Lucky Plant erfahren möchte, hat am Montagabend in der „Höhle der Löwen“ Gelegenheit dazu. Außerdem dabei: Read-O, Le Gurque, Retter Kräcker und Xeem.

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Personen im Büro an Laptops
(c) Annie Spratt via Unsplash

„Wer heute in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird von Anfang an gefordert. Das ist für junge Menschen eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“, ordnet Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, die Ergebnisse einer aktuellen Studie ein. Im Rahmen des globalen „AI Jobs Barometer 2026“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern auf sechs Kontinenten analysiert. Die Untersuchung soll aufzeigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) Berufsprofile, Gehälter, Fähigkeiten und die Arbeitsproduktivität beeinflusst.

Neue Ansprüche bei Einstiegsjobs

Besonders stark zeigt sich der Wandel am Anfang der Karriereleiter. Für Einstiegspositionen erwarten Arbeitgeber in KI-geprägten Berufen zunehmend Fähigkeiten, die traditionell eher erfahrenen Fachkräften vorbehalten waren. Zu diesen gehört die Entwicklung fortgeschrittener, spezifisch menschlicher Kompetenzen wie kritisches Denken, Kooperationsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Führungskompetenz.

Laut Studie machen solche traditionell seniorigen Fähigkeiten wie motivierende Führung, strategische Entscheidungsfindung oder Teambildung bereits 52 Prozent der neu geforderten Skills in KI-exponierten Einstiegsberufen aus. Bei Berufen mit geringem KI-Kontakt liegt dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent. Die Studienautor:innen schreiben in diesem Zusammenhang von einer „Seniorisierung“ von Junior-Rollen. Während klassische Einstiegsjobs in stark betroffenen Branchen insgesamt stagnieren, verzeichnen solche „seniorisierten“ Einstiegspositionen, die mindestens zehn dieser neuen fortgeschrittenen Fähigkeiten verlangen, ein deutliches Wachstum von 35 Prozent. Dies zwingt Unternehmen und das Bildungssystem dazu, Berufseinsteiger:innen künftig anders zu fördern und zu begleiten.

Produktivität treibt Beschäftigungswachstum

Entgegen bekannter Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz in großem Stil Arbeitsplätze ersetzen wird, zeichnet der Bericht ein anderes Bild. Unternehmen mit hoher KI-Intensität verzeichnen nicht nur stärkere Produktivitätszuwächse, sondern bauen auch ihre Belegschaften schneller aus. Zwischen 2018 und 2025 stieg die Produktivität von Firmen mit starkem KI-Einsatz um 34 Prozent (im Vergleich zu 24 Prozent bei geringem Einsatz). Parallel dazu wuchs deren Beschäftigung um 52 Prozent, während Unternehmen mit geringer KI-Nutzung ihre Belegschaft nur um 36 Prozent vergrößerten.

PwC-Österreich-Chef Krickl zieht dazu eine historische Parallele: „Wir beobachten hier ein klassisches Muster der Wirtschaftsgeschichte. Auch die Industrialisierung hat kurzfristig Jobs verdrängt, langfristig aber deutlich mehr neue geschaffen, weil Produktivitätsgewinne Wachstum ermöglichen. Dieses Wachstum schafft wiederum neue Aufgaben und erhöht den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften“.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt: „Professionalised“ vs. „Democratised“

Die Analysen deuten darauf hin, dass sich ein zunehmend zweigeteilter Arbeitsmarkt entwickelt. Auf der einen Seite stehen sogenannte „Professionalised Roles“ (professionalisierte Berufe), in denen KI Routineaufgaben übernimmt, wodurch menschliches Urteilsvermögen, Fachwissen und strategische Entscheidungen an Bedeutung gewinnen. Diese Berufsgruppen, zu denen etwa Personalvermittler:innen oder Jurist:innen gehören, wachsen weltweit mehr als doppelt so schnell wie „Democratised Roles“ (demokratisierte Berufe). In Letzteren standardisiert die Technologie Aufgaben so stark, dass sie auch für Nicht-Fachkräfte leichter zugänglich werden, was jedoch das Lohnwachstum dämpfen kann. Seit 2021 verzeichnen die professionalisierten Berufe eine um 42 Prozent raschere Gehaltsentwicklung als demokratisierte Positionen.

KI-Kompetenzen als Gehalts- und Einstellungsfaktor

Gleichzeitig erweisen sich spezifische KI-Kenntnisse als massiver Gehaltsfaktor. Stellen, die entsprechendes Fachwissen – wie Machine Learning oder Prompt Engineering – explizit verlangen, bieten weltweit einen durchschnittlichen Gehaltsaufschlag von 62 Prozent (nach 57 Prozent im Vorjahr). Zudem wächst die Nachfrage schnell: Binnen eines Jahres stieg die Anzahl der Stellenausschreibungen, die KI-Kompetenzen fordern, um 69 Prozent. Die Einstellung von KI-Spezialist:innen wuchs im Jahr 2025 weltweit achtmal schneller als der gesamte Arbeitsmarkt. Spitzenreiter ist die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche, in der 11,4 Prozent aller Stellenausschreibungen auf KI-Spezialist:innen abzielen.

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich vermehrt auf die menschlichen Erfolgsfaktoren konzentrieren müssen. Krickl betont in diesem Zusammenhang: „KI-Kompetenzen sind gefragter denn je, Menschen, die sie souverän einsetzen können, bleiben jedoch rar. Nicht die Technologie allein macht Unternehmen erfolgreicher, sondern die Menschen, die sie sinnvoll einsetzen. KI-Tools kann heute jedes Unternehmen kaufen – kritisches Denken, Urteilsvermögen und Teamfähigkeit nicht. Wer jetzt in diese Fähigkeiten investiert, verschafft sich einen Vorsprung, der in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen wird“.

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