Wie viele andere Branchen befindet sich auch die Logistik derzeit im Umbruch. Beim brutkasten Meetup future of logistics am 12. November werden die Aussichten für den Markt, ohne den es keinen Markt gäbe, behandelt.
Sie ist das Schmieröl in der gigantischen Maschinerie Weltwirtschaft: Die Logistik. Ohne sie stünde alles still. Denn Waren mit einem Wert im Billionen-Euro-Bereich müssen jährlich weltweit von A nach B bewegt werden. Doch während das Warenaufkommen stetig weiter steigt, sind zentrale Bereiche des Logistik-Markts noch kaum digitalisiert. Sei es in der Frachtschifffahrt, im Güterzugverkehr, im LKW-Transport oder in der First und Last Mile – vieles funktioniert noch fast wie zu Großmutters Zeiten.
Logistik: Viele Schrauben, an denen man drehen kann
Dabei gibt es eine Unmenge an Schrauben, an denen man im hochkomplexen Logistik-Markt drehen kann: Schon bevor Waren die Ländergrenzen überschreiten, haben sie meist einen mehrstufigen Weg von Fabriken über Logistik-Zentren zu Häfen, Bahnhöfen und Co hinter sich. Und in den Zielländern geht die Reise über mehrere Stationen weiter, bis die Waren am Ende bei den Kunden in allen Winkeln des Landes angelangt sind. Damit das Produkt beim Kunden landet, müssen also viele Player zusammenspielen – fällt ein Glied der Kette aus, gibt es Probleme.
Potenzial von Waren-Tracking bis selbstfahrende LKW
Längst haben sich freilich auch im Logistik-Bereich Startups und Tech-Unternehmen gefunden, die mit disruptiven Ansätzen die alten Strukturen aufbrechen wollen. Sie erkennen das Potenzial für digitale Lösungen in Bereichen wie Waren-Tracking und Prozessoptimierung. Und aufkommende Technologien wie Zustell-Drohnen oder selbstfahrende Autos und LKW eröffnen völlig neue Herausforderungen und Chancen. Fest steht: Der Markt, ohne den es keinen Markt gäbe, ist riesig und bietet derzeit enormes Potenzial.
brutkasten Meetup an der Logistik-Drehscheibe
Dem wollen wir auch beim brutkasten Meetup future of logistics am 12. November nachgehen. Dieses findet an einer der wichtigsten Logsitik-Drehscheiben des Landes statt: Am Flughafen Wien Schwechat. Konkret im neuen AirportCity Space, wo unter anderem mit Plug and Play als Partner das Thema Innovation am Standort forciert wird. Beim kostenlosen Event (Anmeldung erforderlich) diskutieren unter anderem Peter de Leeuw, Head of Landside and Real Estate Development des Flughafen Wien und Gerfried Aigner, VP Product der Alpega Group. Rund um die Diskussion kann in klassischer brutkasten Meetup-Manier bei (kostenlosen) Snacks und Drinks (Anm.: Freibier am Flughafen!) genetzwerkt werden.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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