17.06.2025
SPIN-OFF

Lipid Legends: Speiseöl erhitzen ohne Qualitätsverlust

Über erhitzte kaltgepresste Speiseöle hat wohl jeder schon das ein oder andere negative Vorurteil gehört. Das Uni-Wien-Spin-off Lipid Legends hat es jetzt geschafft, kaltgepresste Öle zu entwickeln, die ohne Qualitätsverlust erhitzt werden können.
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Lipid Legends, Speiseöl, Leinenöl, nicht bitter
(c) Arturo Auñon-Lopez - (v.l.) András Gregor, Lena Grabner und Marc Pignitter von Lipid Legends.

Öl ist aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken – gerade beim Frittieren werden große Mengen benötigt. Oft sind die Öle in fraglicher Qualität und nicht zuletzt deshalb nur von kurzer Lebensdauer. Das Uni-Wien-Spin-off Lipid Legends hat es mit seinem Verfahren geschafft, kaltgepresste Öle bei gleichbleibender Qualität bis zu 80 Prozent länger verwendbar zu machen. Das ist laut Startup nicht nur positiv für die Gesundheit, sondern wirkt sich auch direkt auf die betriebliche Effizienz in Großküchen aus – und ist zudem ressourcenschonender.

Patentiertes Verfahren für Speiseölproduktion

Lipid Legends ist ein 2023 gegründetes Spin-Off der Uni Wien. Ernährungsexpert:innen und Chemiker:innen haben das Verfahren patentieren lassen, das gleich drei Verbesserungen mit sich bringen soll: Das Speiseöl sei gesünder, bleibe länger frisch und sei weniger bitter. Das Unternehmen mit Sitz in Wien entwickelte so Produkte, die sowohl für ernährungsbewusste Endverbraucher:innen als auch für Ernährungsfachleute interessant sind. Durch die Inhouse-Entwicklungen hat sich Lipid Legends die Exklusivrechte an dem Verfahren gesichert. Der Kern dieser Technologie ist eine erweiterte Nutzung des Presskuchens – ein Nebenprodukt der Pflanzenölgewinnung. Brutkasten hat bereits berichtet.

Die optimierten Öle von Lipid Legends sind Sonnenblumen- und Rapsöle mit hohem Ölsäuregehalt. Sie sind von Natur aus reich an Antioxidantien. Das Sonnenblumenöl von Lipid Legends behält seine Qualität 57 Prozent länger als herkömmliches Sonnenblumenöl und bleibt bis zu 33 Stunden stabil, so heißt es vom Unternehmen. Das Rapsöl bleibe um 55 Prozent länger frisch und um 82 Prozent länger verwendbar, wobei die Qualität bis zu 40 Stunden bei hoher Temperatur erhalten bleibe.

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EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten

Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.

Souveränität als europäischer Gegenentwurf

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.

Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.

Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung

Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.

Ekaterina Zaharieva auf der VivaTech 2026 | (c) VivaTech

Der Kontrapunkt eines Gründers

Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.

Anknüpfungspunkte für Österreich

Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.

Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?

Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.

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