01.12.2025
QR-CODES

Lemio Solutions: Spielzeugriese Bandai setzt auf Design-QR-Codes von Wiener Startup

Die Design-QR-Codes von Lemio Solutions erzielen deutlich mehr Interactions als herkömmliche QR-Codes. Das nutzte kürzlich auch der japanische Konzern Bandai, wie die Lemio-Gründer:innen rund um WU-Blockchain-Professor Alfred Taudes erzählen.
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Lemio Solutions, QR-Codes
© zVg - Das Lemio Solutions-Team.

Die Entwicklung von LemioCode begann Anfang 2024, im Juni 2025 wurde die Lemio Solutions GmbH & Co KG mit Sitz in Wien gegründet. Das Gründer:innen-Team besteht aus Florian Taudes, Patrick Taudes, Alfred Taudes, Christoph Siebenbrunner und Magdalena Mandl.

Lemio Solutions: individuell gestaltete Design-QR-Codes

Unternehmen lassen bei Lemio Solutions individuell gestaltete Design-QR-Codes (LemioCodes) erstellen, die optisch an ihre Marke oder ihr Projekt angepasst sind. Die Codes werden jeweils eigens designt, getestet und digital bereitgestellt.

Zudem bietet Lemio Solutions eine API an, über die LemioCodes in Echtzeit erzeugt und in bestehende Systeme eingebunden werden können. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Preismodelle, darunter Abonnements, nutzungsbasierte Tarife pro generiertem Code sowie eine Whitelabel-Option.

Finanziert wird das Startup derzeit durch Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien und der FFG; externe Investor:innen gibt es bislang nicht. Das Unternehmen setzt weiterhin auf organisches Wachstum.

Über Third Ecosystem in Japan aktiv

Zu den Kund:innen in Österreich zählen unter anderem die WU Wien, die WU Executive Academy und die Österreichische Post. In Japan ist LemioCode über Third Ecosystem aktiv und arbeitet dort unter anderem mit Bandai Spirits (ein Unternehmen der „Bandai Namco Group“, das für die Planung, Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Plastikmodellen, Figuren, Robotern, Ichibankuji-Produkten und Amusement- bzw. Arcade-Merchandise-Artikeln verantwortlich ist) zusammen.

Konkret wurden in Japan kürzlich bei einem Fan-Event der Plastikmodell-Serie „30 Minutes Label“ (30ML) von Bandai Spiritis individuell gestaltete QR-Codes des Wiener Startups eingesetzt. Das Ergebnis war eigenen Angaben nach eine 43 Prozent höhere Rücklaufquote bei der Event-Umfrage im Vergleich zu Standard-QR-Codes.

Lemio Solutions
© Lemio Solutions – Der individuell gestaltete QR-Code von Lemio Solutions.

Der Unterschied dabei sei, dass sich LemioCodes ins Markenbild integrieren, „wodurch sie auch prominenter platziert werden können – und damit automatisch mehr Aufmerksamkeit erzeugen. Herkömmliche QR-Codes stören hingegen als schwarze Pixelblöcke das Gesamtbild“, heißt es per Aussendung.

Der Design-Faktor

„Die Zahlen sprechen für sich“, erklärte ein Bandai Spirits-Sprecher im Nachgespräch mit Third Ecosystem, dem japanischen Vertriebspartner von Lemio Solutions: „Die Designs fügten sich nahtlos in unser Event-Konzept ein und steigerten die Interaktionsrate deutlich.“

Und Florian Taudes, CEO von Lemio Solutions, ergänzt: „Design verändert nachweisbar das Nutzerverhalten. LemioCode liefert nicht nur Ästhetik, sondern echten ROI.“

Lemio Solutions: Meilenstein

Der Erfolg bei Bandai Spirits markiere für das Wiener Startup einen wichtigen Meilenstein: „Der japanische Markt bietet enormes Potenzial für europäische Design-Tech-Lösungen“, erklärt Masato Komiya, CEO von Third Ecosystem. „Das Projekt zeigt, dass österreichische Innovation in Japan nicht nur ankommt, sondern messbare Ergebnisse liefert.“

Third Ecosystem unterstützt mit seinem „Japan Go-to-Market Support“-Programm internationale Startups durch strategische Planung, Lokalisierung und Partneraufbau. Die Zusammenarbeit mit Lemio Solutions diene hierbei auch als Blaupause für weitere europäische Technologie-Unternehmen. Bandai Spirits prüfe aktuell eine Fortsetzung der Kooperation mit Lemio Solutions.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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