22.03.2021

Legal Tech Center: WU Wien eröffnet Zentrum für Zukunft der Rechtsbranche

Sophie Martinetz und Christoph Krönke wollen sich im "Legal Tech Center" rechtliche, betriebswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Fragen stellen.
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Sophie Martinetz und Christoph Krönke haben das Legal Tech Center gegründet © WU Wien/ Marlene Rahmann
Sophie Martinetz und Christoph Krönke haben das Legal Tech Center gegründet © WU Wien/ Marlene Rahmann

Neue Technologien wie Blockchain, Artificial Intelligence oder Machine Learning verändern auch die Rechtsbranche massiv. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeit von RechtsanwältInnen, JuristInnen, der öffentlichen Hand und Unternehmen. „Legal Tech“ bringt auch gesellschaftspolitische Herausforderungen. Diesem Bereich hat die Wirtschaftsuniversität Wien nun ein eigenes Forschungszentrum gewidmet. Gegründet wurde das „Legal Tech Center“ von Sophie Martinetz, die mit der Initiative „Future Law“ seit Jahren die Digitalisierung der Rechtsbranche in Österreich vorantreibt, und Christoph Krönke, Wirtschaftsrechts-Professor an der WU.

Change Management für eine ganze Branche

Das das neue Zentrum an der WU und nicht etwa am Juridikum der Uni Wien oder der Technischen Universität eingerichtet wird, sieht Martinetz der Breite der Materie verschuldet: „Es geht hier um die Veränderung einer gesamten Branche in Österreich, Europa und weltweit: dieses Change Management betrifft vor allem (Unternehmens-) Strukturen und vor allem Menschen. Spannender geht es eigentlich nicht mehr“. Und weiter: „Das ist eine Querschnittsmaterie, die gerade in der WU durch die Vielfalt an Expertisen gut passt: Von der Informatik zur Organisationsentwicklung bis zur Juristerei sind hier alle wesentlichen Expertisen vertreten, die das Thema Legal Tech als umfassende Querschnittsmaterie so interessant machen“.

Legal Tech in Finanz, Medizin, Energie und Verwaltung

Zum Start will sich das neu eingerichtete Forschungszentrum einer „Bestandsaufnahme der in der Rechtspraxis tatsächlich vorhandenen bzw. nachgefragten Legal Tech-Anwendungen“ widmen. Auf Basis ganz konkreter Use Cases sollen dann „grundlegende juristische Fragen“ formuliert und an einer Systembildung gearbeitet werden. Schwerpunkte setzt das Zentrum auf die Bereiche Finanz, Medizin, Verwaltung und Energie. Dabei soll vor allem Fragen nachgegangen werden, wie Daten aufbereitet werden müssen, dass sie eine sichere Entscheidungsgrundlage darstellen, Fragen der Präsenz in vielleicht virtuellen Gerichten oder Haftungsfragen, wenn etwa ein Fehler im Code einer Anwendung steckt.

„Nicht nur Zukunftsmusik“

„Legal Technology ist nicht nur Zukunftsmusik, sondern kann die Rechtsanwendung schon heute auf eine neue Evolutionsstufe heben: Per App können Verbraucher beispielsweise Vertragstexte auf nachteilige Klauseln hin überprüfen und Bescheide bekämpfen, Unternehmen können ihre Compliance vollständig digitalisieren, und auch Gerichte und Behörden können ihre Entscheidungen durch intelligente Computersysteme vorbereiten lassen. Selbstverständlich bedarf es eines robusten rechtlichen Rahmens, der den Chancen und Risiken von Legal Tech gleichermaßen Rechnung trägt. Ich sehe es als eine Kernaufgabe des WU Legal Tech Centers, diesen Rechtsrahmen abzustecken und fortzuentwickeln“, so Krönke.

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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Amrax, bekannt für seine Plattform Metaroom, verkündete heute eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Leadinvestoren sind der aws Gründungsfonds und SymbiaVC, unter Beteiligung des Bestandsinvestors ArborEleven Ventures sowie mehrerer Business Angels. SymbiaVC mit Sitz in Tirol bringe neben Kapital vor allem industrielle Expertise und ein starkes Industrienetzwerk ein. Amrax operiert im Bereich der Spatial Intelligence, also der 3D-Erfassung von Räumen.

„Wir freuen uns sehr, mit dem aws Gründungsfonds und SymbiaVC zwei so starke und regionale Partner an Bord zu haben. Beide teilen unseren Anspruch, konsequent und nachhaltig Wert aufzubauen – als eines der innovativsten KI-Unternehmen für Spatial Intelligence weltweit“, sagt Martin Huber, CEO und Co-Founder von Amrax.

Mit dem Kapital möchte Amrax sein Wachstum beschleunigen und die Produktentwicklung ausbauen. So sollen etwa der Vertrieb und Partnerschaften in der DACH-Region und international verstärkt werden.

Das Flaggschiff: Metaroom

Im Fokus des Investments steht aber auch die Weiterentwicklung der Digitalisierungsplattform Metaroom. Die KI-getriebene Plattform kann physische Räume erfassen, verstehen und in planungsreife Daten übersetzen (brutkasten berichtete). Innerhalb weniger Minuten wird so ein Raum mit dem Smartphone erfasst und als 3D-Modell samt 2D-Grundriss abgebildet. Diese KI-Modelle entwickelt und trainiert Amrax auf Basis eines Datensatzes realer Räume und Gebäude. Die 3D-Daten lassen sich in mehr als 40 Formaten exportieren und direkt in gängigen Planungswerkzeugen, wie etwa Bluebeam, Graphisoft oder DDScad, weiterverwenden.

„Amrax hat gezeigt, dass sich hochpräzise 3D-Gebäudedaten mit dem Smartphone erfassen lassen – und dass daraus ein skalierbares Software- und OEM-Geschäft entsteht. Überzeugt haben uns die technologische Tiefe, die internationale Traktion und vor allem das Gründerteam“, sagt Markus Jandrinitsch, Geschäftsführer des aws Gründungsfonds.

Senior Investment Manager von SymbiaVC, Alex Burger, ergänzt: „Spatial Intelligence wird zu einem Schlüssel für die Digitalisierung von Bau, Handwerk und Industrie. Amrax verbindet exzellente Technologie mit einem klaren Geschäftsmodell und starken Industriepartnern.“

Genutzt in über 175 Ländern

Die Einsatzgebiete von Metaroom sind etwa Architektur, Bauwesen, Facility Management und Energieberatung. Gelauncht wurde die Plattform 2020, mittlerweile ist man in mehr als 175 Ländern tätig. Zuletzt hat Amrax in Süddeutschland ein 60.000 Quadratmeter großes Krankenhaus mit Smartphones digitalisiert – und zwar bei laufendem Betrieb.

Neben der eigenen Plattform entwickle Amrax auf Basis seiner Technologie OEM-Anwendungen für Industrieunternehmen. Die Partner integrieren dabei die Raumerfassung von Amrax direkt in ihre eigenen Planungs- und Verkaufsprozesse. Auch diese OEM-Lösungen sollen durch das frische Kapital ausgebaut werden.

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