LearnMatch: Gratis-Sprach-App für Ukrainer:innen von Wiener Startup
Das Wiener Startup Vision Education gibt eine vorübergehende Gratis-Version seiner Sprachlern-App LearnMatch für ukrainische Geflüchtete heraus. Mit dieser können sechs Sprachen gelernt werden.
Welweit setzen renommierte Projekte wie etwa die Sprachlern-App der Oxford University Press auf die Software-Lösung des Wiener Startups Vision Education – der brutkasten berichtete. Neben dem Whitelabel-Geschäft betreibt das Unternehmen auch eine eigene App für iOS und Android: LearnMatch. Mit dieser kann man ausgehend von mehr als 35 Muttersprachen sechs Lernsprachen trainieren. Die App gibt es nun auch für Personen mit ukrainischer Muttersprache – und zwar derzeit kostenlos. „Vision Education steht für Solidarität mit Ukrainer:innen und allen, die sich für den Frieden einsetzen. Jeder kann helfen und wir möchten unseren Beitrag leisten“, heißt es dazu auf der Page des Startups.
LearnMatch: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch für Ukrainer:innen
„Die App ermöglicht Geflüchteten, rasch und effektiv grundlegendes Vokabular des jeweiligen neuen Landes zu lernen und erleichtert somit das Ankommen und die sprachliche Integration“, heißt es vom Startup in einer Aussendung. Das Angebot beschränkt sich dabei – wie die App im Allgemeinen – nicht auf den deutschsprachigen Raum, denn neben Deutsch können aktuell auch Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch von Ukrainer:innen mit LearnMatch trainiert werden.
Bereits in der Flüchtlingswelle 2015 erste Gratis-Version
„Erwachsene, Kinder, Sprachanfänger aber auch fortgeschrittene Lernende finden bei dieser Version von LearnMatch einen für sie passenden Kurs“, verspricht das Startup. Rund 3.000 Lernwörter könne man insgesamt trainieren, die meisten davon mit „praxisbezogenen“ Beispielsätzen. Wegen einer langjährigen Kooperation mit dem deutschen Bundesliga-Klub BVB Borussia Dortmund gibt es auch einen eigenen Fußball-Modus mit BVB-Branding. Schon in der Flüchtlingswelle 2015 brachte die Vorgänger-Gesellschaft von Vision Education eine kostenlose App-Version für Geflüchtete heraus. Damals verzeichnete man rund 300.000 Downloads.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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