08.02.2023

Krypto-Werbung: Gegen diese Promis laufen Klagen

Stars wie Gisele Bündchen, Madonna und Kim Kardashian haben vieles gemeinsam. Dazu gehört unter anderem eine Vorliebe für Kryptowährungen und NFTs, die auch öffentlich bekundeten. Nach dem Absturz der Kryptowährungen erheben große Anwaltskanzleien nun Anklage gegen die Promis.
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Symbolbild | (c) Adobe Stock

Auf dem Höhepunkt des Krypto-Hypes 2021 traten das brasilianische Model Gisele Bündchen und der Footballstar Tom Brady als Testimonials in einem Werbespot der US-Kryptobörse FTX auf. Zwei Jahre später ist das Unternehmen im Zuge des Bitcoin-Crashs zusammengebrochen, zahlreiche Anleger:innen verloren Geld. FTX-Gründer Sam Bankman-Fried muss sich in den USA vor Gericht verantworten. Die Behörden werfen ihm Betrug vor. Der Bitcoin-Kurs wiederum ist seit seinem Rekordstand von rund 69.000 US-Dollar im November 2021 zwischenzeitlich auf bis unter 16.000 Dollar eingebrochen. Andere Kryptowährungen fielen noch stärker.

Promis in der Bredouille

Nun sind auch Gisele Bündchen und ihr damaliger Ehemann ins Visier von US-Anwält:innen geraten. In Florida wurde eine Sammelklage gegen Bankman-Fried und seine prominenten Unterstützer:innen eingereicht. Dazu gehören neben Bündchen und Brady unter anderem auch die Tennisspielerin Naomi Osaka und der ehemalige Basketballstar Shaquille O’Neal. Laut Anklageschrift hätten die Werbebotschaften der Stars Kund:innen dazu verleitet, in ein betrügerisches Schneeballsystem zu investieren. Dabei hätten sie außerdem ihre eigene Beteiligung an FTX nicht offengelegt.

Mit NFTs zur VIP-Party

Prominente Fürsprecher:innen gab es auch für die NFT-Kollektion „Bored Ape Yacht Club“ (BAYC) der Firma Yuga Labs. Tennisstar Serena Williams, Madonna, Eminem und zahlreiche weitere US-Stars erwarben einen NFT in Form eines digitalen Affen. Durch diesen erhielten sie unter anderem exklusiven Zugang zu BAYC-Partys. 

Auch gegen sie und den Entwickler Yuga Labs reichten US-Anwält:innen im Dezember eine Sammelklage ein. Der Vorwurf: Durch ihre Äußerungen hätten die Stars die Preise künstlich in die Höhe getrieben. Zudem hätten sie verschleiert, dass sie für ihre öffentlichkeitswirksamen NFT-Käufe bezahlt wurden. Yuga Labs bestreitet die Vorwürfe.

Kim Kardashian zahlte 1,2 Mio. Dollar

Die Fälle erinnern an die Klage gegen Kim Kardashian vergangenen Herbst. In einem Instagram-Posting hat der Reality-Star für den Krypto-Token EthereumMax geworben und soll, laut Anklageschrift, selbst davon profitiert haben. Mit der US-Börsenaufsicht einigte sich Kardashian auf eine Vergleichszahlung von über 1,2 Mio. Dollar.

Eine von Anleger:innen angestrebte Zivilklage gegen Kardashian wurde von einem Bundesrichter in Kalifornien dagegen abgewiesen. Die Begründung: Die Anleger:innen sollen ihre Investments nicht allein aufgrund der Äußerungen der Angeklagten getätigt haben.

Im Falle von FTX und Yuga Labs und deren prominenten Mitangeklagten ist bisher noch kein Urteil gefällt worden.

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vl. Pedram Parsaian, Marie-Therese Repper und Ilja Jay Lawal | (c) Monika Fellner

Auffallen ist das Geschäft der Wiener Social-Media-Agentur Follow rund um Serial-Founder Ilja Jay Lawal und Pedram Parsaian. Und das gelingt dem Unternehmen nicht nur in der Arbeit für Referenzkunden wie BMW, Universal, Obi, die Stadt Wien oder A1. Auch selbst fallen Founder und Agentur gerne auf – etwa durch ein Investment von Star RAF Camora zu Beginn des Jahres (brutkasten berichtete).

2,8 Millionen Follower

Nun zog Follow einen weiteren Großauftrag an Land. Die Agentur wird offizieller Social-Media-Vermarktungspartner der ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe und damit Kooperationspartner von deren Vermarktungs-Unit Seven.One Austria. Die Social-Media-Community der Sendergruppe umfasst laut einer Aussendung aktuell rund 2,8 Millionen Follower und kam dieses Jahr bislang auf rund 821 Millionen Impressions.

Follow soll nun seine Expertise und sein Influencer-Netzwerk einbringen, um Werbekunden der Sendergruppe neue Bewegtbildangebote auf sozialen Medien zu bieten. „Durch die Synergien unserer Reichweitenstärke und Digital-Kompetenz bilden sich erweiterte Vermarktungsmöglichkeiten für uns und unsere Kunden“, kommentiert Marie-Therese Repper, Director AdFactory bei Seven.One Austria.

„Wir wissen, was auf Social wirklich funktioniert“

Follow-Co-Founder und Co-CEO Lawal wirft in seinem Statement ein Schlaglicht auf die Unternehmensgeschichte: „Wir prägen Social Media und Influencer Marketing seit einer Zeit mit, in der beides noch als Spielerei belächelt wurde. Heute arbeiten wir für Konzerne quer durch alle Branchen. Dass jetzt die größte Privatsendergruppe Österreichs auf uns zugeht, ist die schönste Bestätigung für diesen Weg.“ ProSiebenSat.1 PULS 4 bringe Reichweite und Marktzugang, Follow bringe „Social-First-Denke und ein über Jahre gewachsenes Creator-Netzwerk“. Für Kunden heiße das: „Strategie, Content und Reichweite greifen ineinander, statt nebeneinander zu laufen“, so der Agentur-Chef.

Und Co-Founder und Co-CEO Parsaian meint: „Der Unterschied entsteht nicht im Mediaplan, sondern im Content selbst. Wir bringen die Erfahrung aus hunderten Kampagnen mit und wissen, was auf Social wirklich funktioniert und wie Content die richtigen Zielgruppen erreicht.“ Mit der ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe und Seven.One Austria habe man jetzt einen Partner, „der diese Qualität mit einer Reichweite verbindet, die in Österreich einzigartig ist“. Zum Start gibt es im Rahmen der Partnerschaft bereits Kampagnen mit Biogena One und Finanzfuchsgruppe.

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