24.08.2021

Krypto: „Jetzt ist die falsche Zeit zu kaufen“

Der Kryptomarkt hat sich seit Mitte Juli sehr stark entwickelt. Doch für langfristig orientierte Anleger ist jetzt nicht der Zeitpunkt zu kaufen, warnt Serial Entrepreneur und Coins-Stats-CMO Christopher Obereder. Er erwartet, dass der Bitcoin-Kurs in den nächsten eineinhalb Jahren bis auf 25.000 US-Dollar fällt.
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Christopher Obereder ist CMO bei Coin Stats.
Christopher Obereder ist Serial Entrepreneur und CMO bei Coin Stats. | © Christopher Obereder

Es ist steil nach oben gegangen in den vergangenen Wochen am Kryptomarkt. Der Kurs von Bitcoin etwa hat Anfang der Woche erstmals seit Mai wieder die Marke von 50.000 US-Dollar überschritten. Auch wenn er zuletzt wieder leicht darunter lag, liegt er gegenüber Mitte Juli weiterhin mehr als 70 Prozent im Plus. Bei anderen Kryptowährungen wie etwa Cardano (ADA), XRP, Polkadot (DOT) oder Solana (SOL) haben sich die Kurse in den vergangenen 30 Tagen sogar mehr als verdoppelt.

Was bedeutet das für Anleger? „Der Markt ist superheiß gelaufen“, sagt Christopher Obereder. Dies zeige sich aktuell unter anderem im Bereich der Non-Fungible Token (NFTs), in den gerade viele neue Leute einsteigen würden. Der Serial Entrepreneur und Chief Marketing Officer (CMO) von Coinstats mahnt Anleger am Kryptomarkt daher zur Vorsicht: „Man merkt, dass wir in einer späteren Phase des Hype-Zyklus sind“. Dieser könne in den nächsten drei oder vier Monaten jederzeit enden. „Dann könnten wir eine schnelle Korrektur um 30 oder 40 Prozent sehen“, erwartet Obereder.

Potenzial nur für kurzfristig orientierte Anleger

Er sieht daher nur aktuell bestenfalls kurzfristig Potenzial für den Markt: „Wenn jemand über die nächsten drei bis vier Moante spekulieren und etwas ausprobieren möchte, ist das in Ordnung“. Allerdings: „Langfristigen Anlegern, die noch nie einen Vierjahreszyklus durchgemacht haben, sage ich: Jetzt ist die falsche Zeit zu kaufen“. Für solche Anleger sei es besser, die nächste Korrektur abzuwarten und dann erst wieder einzusteigen, sagt Obereder. Wer jetzt kaufe und versuche langfristig zu halten, müsse auch bereit sein, starke Kurskorrekturen in seinem Portfolio hinzunehmen.

Er selbst rechnet für die nächsten ein bis eineinhalb Jahre mit einem Kursrückgang bei Bitcoin bis auf 25.000 US-Dollar. „Und dann wäre der Hype-Zyklus auch vorbei und man müsste wieder zwei bis drei Jahren warten“, sagt Obereder. Ausgelöst werden könnte ein solcher Kurseinbruch nach Einschätzung des Coinstats-CMO beispielsweise von stärkeren Regulierungsmaßnahmen in den USA – wie sie zuletzt mehrfach diskutiert wurden. Unabhängig vom konkreten Auslöser ist für Obereder jedoch klar: „Der Crash wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit“.

Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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Stefan Wierzbinski und Michal Lewandowski | (c) Walter Real Estate / Walter Group
Stefan Wierzbinski und Michal Lewandowski | (c) Walter Real Estate / Walter Group

Der Corporate-Venture-Capital-Arm (CVC) WaVe-X der in Wiener Neudorf ansässigen Walter Group, investiert im Rahmen einer Zehn-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde in den Berliner Energie- und Sanierungsexperten Fuchs & Eule. Angeführt wurde die Runde von GET Fund als Lead-Investor, daneben beteiligten sich weitere Partner wie PI Impact sowie die Bestandsinvestoren SET Ventures, Picus Capital und Realyze Ventures. Das 2021 gegründete Berliner Startup begleitet Eigentümer:innen von Wohn- und Gewerbeimmobilien durch künstliche Intelligenz und Datenanalysen bei der energetischen Sanierung.

„Ein generationsübergreifender Sanierungs-Superzyklus“

Bei seinen Investments konzentriere sich WaVe-X auf Unternehmen, die sich durch die „Bewältigung komplexer operativer und regulatorischer Herausforderungen nachhaltige Wettbewerbsvorteile erarbeiten“, erklärt Michal Lewandowski, Senior Investment Manager bei WaVe-X, gegenüber brutkasten. Er zeigt sich überzeugt, dass Fuchs & Eule einen „einzigartigen Zugang zu einem riesigen Markt“ biete, der aktuell von einem „generationsübergreifenden Sanierungs-Superzyklus in der DACH-Region“ angetrieben werde.

Forciert durch strenge nationale Vorgaben wie das deutsche Bundes-Klimaschutzgesetz und die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) stünden institutionelle Immobilieneigentümer unter immensem Druck. Dabei würden Objekten mit unzureichenden ESG-Ratings spürbare „Brown Discounts“ und gravierende Bewertungsrisiken drohen, warnt Lewandowski. Dass diese Risiken real sind, zeigen auch aktuelle Marktdaten des Branchenportals reduco.ai: Während energieeffiziente Gebäude der Klasse A zwischen 2021 und 2025 rund 13 Prozent an Wert gewannen, verloren unsanierte Objekte der Klassen G und H im selben Zeitraum rund 12 Prozent an Wert.

„Dieses Investment liegt unserer Muttergesellschaft sehr nahe“

Daraus ergebe sich ein operativer Nutzen für die gesamte Walter Group, erklärt Stefan Wierzbinski, Vorsitzender der Geschäftsführer von Walter Real Estate: „Dieses Investment liegt unserer Muttergesellschaft sehr nahe.“ Die „investmenttaugliche Energy Due Diligence“ von Fuchs & Eule sei für das große Wohnimmobilien-Portfolio von Walter Real Estate von großem Interesse. Die Gesellschaft sei in der Assetklasse Wohnen in Österreich, Deutschland und Dänemark investiert. Das Investment biete einen „skalierbaren Weg, um das Thema ESG-Compliance anzugehen“, die eigenen Assets zu optimieren und den Gebäudewert langfristig abzusichern.

Man habe WaVe-X bereits bei der Evaluierung des Startups mit der eigenen Expertise unterstützt und bestätigt, dass Fuchs & Eule ein „echtes Problem“ löse, mit dem sich auch Walter Real Estate im eigenen Portfolio beschäftige. Diese Partnerschaft sei jedoch „keine Einbahnstraße“, betont Wierzbinski. Neben der internen Nutzung der Plattform werde man das Team bei seiner anstehenden internationalen Expansion aktiv unterstützen: „Wir werden unser Real Estate Netzwerk und unsere Marktpräsenz einbringen, um Fuchs & Eule bei einem erfolgreichen Markteintritt in Österreich zu begleiten.“

Globale VC-Standards und strategischer Wissenstransfer

Auch über diesen Deal hinaus verfolgt WaVe-X große Pläne. Man habe bis heute „13 Investments an der Seite von weltweit führenden Investoren getätigt“ sagt Lewandowski. Dabei konzentriere man sich auf Verticals wie Logistics Tech, Manufacturing Tech, Proptech und Construction Tech. „Unser Mandat ist global; wir haben bereits in ganz Europa und den USA investiert. Unser Gesamtvolumen für Erstinvestments liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich“, so der Investment-Manager. Die initialen Ticketgrößen bewegten sich zwischen 200.000 Euro und zwei Millionen Euro, wobei das Ziel darin bestehe, ein finales Portfolio von rund 20 Unternehmen aufzubauen. Das Portfolio zeige bereits eine starke Dynamik; so habe das Portfoliounternehmen Dexory vor Kurzem erfolgreich seine Series-C-Finanzierungsrunde abgeschlossen.

WaVe-X sei dabei durch die Walter Group mit einem fixen Fondsvolumen ausgestattet. „Wir agieren nach marktüblichen Venture-Capital-Standards und suchen aus Sicht der finanziellen Rendite nach den vielversprechendsten Startups innerhalb des für die Walter Group relevanten Ökosystems“, erklärt Lewandowski. Bei der Konzeption der Struktur habe man gezielt die Best Practices und Setups führender europäischer CVC-Fonds einfließen lassen.

Und man habe weiterhin signifikantes Kapital zur Verfügung, um es in erstklassige Gründerteams in den Fokusbereichen zu investieren – unabhängig von deren geografischem Standort: „Unser Ziel ist es, die disruptiven Technologien zu finanzieren, die diese Branchen nachhaltig prägen.“ Gründer:innen biete man einen „einzigartigen Zugang zum tiefen Netzwerk und der operativen Erfahrung der Walter Group“, während man gleichzeitig modernste Innovationen und wertvolles Know-how aus den Startups zurück in die Gruppe bringe. „Anhand der aktiven Zusammenarbeit mit unserem aktuellen Portfolio sehen wir aus erster Hand, wie gut dieser Wissenstransfer funktioniert und wie sehr die Gründer die Partnerschaft mit der Walter Group schätzen“, so Lewandowski. „Wir werden dieses Modell konsequent weiter ausbauen und weiterhin global investieren.“

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