16.10.2019

A1 Startup Campus-Chef: „Wir haben am Anfang ganz viel versemmelt“

Die siebte Station der brutkasten Bundesländer-Roadshow "KMU meet Startups & Corporates" in der Werkstätte Wattens in Tirol brachte spannende Diskussionen rund um KMU- und Corporate-Startup-Collaboration und ehrliche Einblicke von A1 Startup Campus-Chef Mario Mayerthaler.
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© derbrutkasten/ Verena Nagl

Das Buzzword Digitalisierung und seine tatsächlichen Implikationen und die Rolle der Kooperation zwischen Startups, KMU und Corporates standen im Mittelpunkt der Diskussionen der siebten Station der brutkasten Bundesländer-Roadshow „KMU meet Startups & Corporates“ in der Werkstätte Wattens in Tirol. Umrahmt wurden die Podiumsdiskussionen von einer Keynote von Mario Raunig, World-Direct, und Lightning Talks der Wiener Städtischen und des Startups presono.

+++ Fokus-Channel: Corporate Innovation +++

„Expectation Management“ und „Trust“ im A1 Startup Campus

In der ersten Diskussion sprachen Ingrid Silginer, Falkensteiner Ventures, Georg Parth, tiga.eleven, Mario Mayerthaler, A1, Christian Teissl, Center for Rapid Innovation (FabLab) Werkstätte Wattens und Paul Kogelnig, Paul&Ernst, zum Thema „Chancen & Möglichkeiten der Zusammenarbeit von KMU, Startups und Corporates“.

Obwohl mit Georg Parth ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation zwischen A1 und einem Startup auf der Bühne saß, gab sich A1 Startup Campus-Chef Mayerthaler durchaus selbstkritisch. Aus der Erfahrung aus fünf Jahren könne er sagen: „Es gibt sehr vieles, was man falsch machen kann, was wir auch falsch gemacht haben und hoffentlich auch gelernt haben“. Die Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups sei – „neudeutsch ausgedrückt“ – immer von „Expectation Management“ und „Trust“ geprägt. „Da haben wir am Anfang auch ganz viel versemmelt“, sagt Mayerthaler.

Das erste Roadshow-Panel in Wattens:

KMU meet Startups & Corporates Roadshow in Tirol | Chancen und Learnings von Kooperationen

Willkommen zur KMU meet Startups&Corporates – Roadshow 2019 in der Werkstätte Wattens. In unserer ersten Podiumsdiskussion geht es um die Chancen und Learnings von Kooperationen zwischen Startups, KMU und Corporates.

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 15. Oktober 2019

„Vertrauensaufbau macht man selten mit Verträgen“

Denn seitens der Startups bestünden die Erwartungen, dass das Corporate „alle Assets hat“, dessen Sales-Abteilung das Produkt verkaufen wolle und „der Markt es sowieso braucht“, erklärt der A1 Startup Campus-Chef. Wichtig sei es daher in der Corporate Startup Collaboration, neben einem schnellen Proof of Concept auch gleich zu Beginn mit der eigenen Sales-Abteilung abzuklären, ob das Produkt dort als verkaufbar angesehen wird. Wechselseitige Enttäuschung gelte es zu vermeiden, dazu brauche es aber einen langen Lernprozess. Auch der Werkstätte Wattens-Gastgeber Christian Teissl sieht den Aufbau des Vertrauensverhältnisses mit Startups als elementar in Kooperationsprozessen an. „Das macht man selten mit Verträgen. Das passiert primär über Handschlagqualität, Diskussion auf Augenhöhe und Expertentum“.

„Nicht alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden.“

„Technologien, die Innovation ermöglichen können, aber nicht müssen“

Auch zum Buzzword Digitalisierung äußert sich Mario Mayerthaler kritisch und konterkariert ein bekanntes Bonmot: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Nicht alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden. Beziehungsweise: Es muss nicht jeder alles digitalisieren“.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Bernhard Bachofner vom Tiroler Elektrotechnik-Unternehmen Fiegl & Spielberger im zweiten Panel des Abends. „Digitalisierung ist eine Menge an Technologien, die Innovation ermöglichen können, aber nicht müssen“, sagt er. Man müsse daher genau evaluieren, was sinnvoll sei. Er diskutierte mit Gerald Krug-Strasshofer, Neuro Performance Group und Die Innovations Macher, Philipp Zimmermann, Greenstorm, Stefan Lerchner, Dinkhauser Kartonagen und Simon Meinschad, holu Systemhygiene, zum Thema „Erfolge und Learnings von Digitalisierungsmaßnahmen innerhalb eines Unternehmens“.

Das zweite Panel bei „KMU meet Startups & Corporates“ in Wattens

KMU meet Startups & Corporates Roadshow in Tirol | Erfolge & Learnings der Digitalisierung

Bei unserer zweiten Podiumsdiskussion auf der KMU meet Startups&Corporates – Roadshow 2019 in der Werkstätte Wattens spricht das Panel über Erfolge und Learnings der Digitalisierung:- Bernhard Bachofner von Fiegl+Spielberger- Gerald Krug-Strasshofer von NPG und Die Innovations Macher- Philipp Zimmermann von Greenstorm E-Bike Marketplace- Stefan Lerchner von Dinkhauser Kartonagen

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 15. Oktober 2019

„Wir sind das Gegenteil von einem Startup“

Ein knackiges Eingangsstatement kam dabei gleich von Simon Meinschad der bekundet, Digitalsierung bereite ihm graue Haare. „Wir sind das Gegenteil von einem Startup“, sagt er über den mehr als 100 Jahre alten Traditionsbetrieb. Man habe über Jahrzehnte hinweg immer gute Wachstumsraten gehabt. Dann sei man aber plötzlich angestanden. „Wir hatten völlig die Digitalisierung übersehen“, erzählt Meinschad. Dann habe man eine komplett neue Strategie ausgearbeitet. Man habe in sämtlichen Unternehmensbereichen bis hin zum Geschäftsmodell die Möglichkeiten der digitalen Transformation evaluiert und letztlich ganz neue Wege bestritten.

„Ein Gründer wollte uns am Anfang Tagessätze von 600 Euro verrechnen. Das war viel zu billig“.

„Viele Schritte nach vor und manche wieder zurück“

Unter anderem arbeite man auch in konkreten Projekten mit Startups zusammen. Der holu-Geschäftsführer bringt eine Anekdote: „Ein Gründer wollte uns am Anfang Tagessätze von 600 Euro verrechnen. Das war viel zu billig. Dem mussten wir vor Augen führen, was seine Leistung eigentlich wert ist“. Nicht alle Projekte seien am Ende erfolgreich, erzählt Meinschad. „Wir gehen viele Schritte nach vor und manche auch wieder zurück. Daher kommen die grauen Haare“. Sein Resümee ist dennoch sehr positiv.

„Man muss die beiden nur zusammenbringen, that’s it“

In der Kooperation zwischen Startups und Mittelständlern sieht auch Gerald Krug-Strasshofer eine „große Chance für Österreich“: „Man muss die beiden nur zusammenbringen, that’s it“. Dabei merke er in seiner Arbeit: „Das ist eine Lernkurve. Man denkt bei Innovation zuerst, es muss gleich die Lösung her und morgen ist alles besser. Das ist in den seltensten Fällen so“. Nach zwei drei Schritten komme man aber sehr gut weiter. „Und dann macht es auch Spaß“.

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CEO und Founder von Easelink (vierter v.l.) und Gunter Meyer, Chief Market Officer von SEG Automotive (dritter v.l.) verkünden die Zusammenarbeit. (c) Easelink

E-Fahrzeuge laden, ganz ohne ein Kabel manuell anzuschließen. Das steckt hinter der Matrix-Charging-Technologie vom Grazer Startup Easelink. Erst letztes Jahr gründete das Unternehmen seine Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation gemeinsam mit Audi, Nissan und dem chinesischen Anbieter Voyah, wie brutkasten berichtete.

Jetzt konnte auch SEG Automotive als Partner gewonnen werden, einer der weltweit führenden Zulieferer von Antriebskomponenten für die Automobilindustrie.

Kabelloses Laden

Eine der größten Änderungen, wenn man von einem Verbrenner auf ein E-Auto umsteigt, ist das Laden. Matrix-Charging setzt hier an, denn es funktioniert ohne Kabel: Ein Connector, der sich unter dem Fahrzeug im Bereich der Vorderachse befindet, senkt sich automatisch ab und verbindet sich mit dem Lade-Pad auf dem Parkplatz. Vor allem bei Taxis ist das von Vorteil. Hier hat Easelink bereits 2023 das Pilotprojekt „eTaxi Austria“ gestartet.

Steigende Bedeutung

Laut Easelink seien vor allem steigende Anforderungen an Nutzerkomfort, neue autonome Fahrzeugfunktionen und der Wunsch nach einer Integration von E-Fahrzeugen in intelligente Energiesysteme die Gründe, die die Bedeutung von automatisierten Ladelösungen steigen lassen.

„Wir sehen großes Potenzial für automatisierte Ladelösungen und möchten unseren Kunden künftig entsprechende Produkte und Integrationslösungen anbieten. Gleichzeitig unterstützen wir die Standardisierung innerhalb der MCIG, als wichtigen Schritt für Marktakzeptanz, langfristige Interoperabilität und somit auch Investitionssicherheit“, sagt Gunter Meyer, Chief Market Officer New Business bei SEG Automotive.

Aufnahme in Produktportfolio

Beide Partner verfolgen das Ziel, die Industrialisierung und Markteinführung von Matrix-Charging voranzutreiben. SEG Automotive wird daher die Ladetechnologie künftig direkt den großen Autoherstellern (OEMs) anbieten, damit diese die Technik in ihre neuen Autos einbauen können. SEG Automotive bereitet die Aufnahme der Matrix Charging Technologie in das eigene Produktportfolio bereits vor.

Außerdem wird SEG Automotive wie die anderen zuvor genannten Autohersteller, der Matrix Charging Interest Group (MCIG) beitreten. Die MCIG vereint Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des automatisierten Ladens.

„Wichtiger Baustein unserer Mission“

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit SEG Automotive. Die Partnerschaft ist ein wichtiger Baustein unserer Mission, Innovation voranzutreiben und gemeinsam mit starken Industriepartnern den globalen Standard für automatisiertes Laden zu etablieren. Durch die Lizenzierung der Matrix-Charging-Technologie schaffen wir die Voraussetzungen für eine schnelle Skalierung und können die Technologie optimal in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie integrieren“, äußert sich Hermann Stockinger, CEO und Gründer von Easelink, über die Partnerschaft.

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