12.04.2017

Kloucek: Den Faszinations-Virus verbreiten

Am 27. April hält Bernhard Kloucek einen exklusiven Workshop zum Thema „Faszination als Wirtschaftsfaktor“ in Wien. Mit uns sprach er vorab über den Wert von Begeisterung und Veränderung - und verriet seine besten Tipps.
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(c) Kloucek: Bernhard Kloucek ist Faszinations-Experte.

Bernhard Kloucek ist seit 1988 als erfolgreicher Unternehmer und seit 2004 als Wirtschaftstrainer und Wirtschaftscoach tätig. 2011 hat er seine  Unternehmensberatung mit dem Fokus auf Faszination als Wirtschaftsfaktor gegründet.

Bereits nach Abschluss der Modeschule Michelbeuern stieg er mit seinem Bruder in das elterliche Unternehmen ein und gemeinsam bauten sie mit ihren Eltern das Familienunternehmen auf zehn Standorte mit ca. 110 Mitarbeitern aus. Es stellte sich heraus, dass Bernhard Kloucek das Verkaufen nicht nur in die Wiege gelegt worden war, sondern, dass es auch die Passion seines Lebens ist.

Die Faszination für seine Arbeit half ihm dabei, zur rechten Zeit zu erkennen, dass für den Handel und Verkauf von Mode ein neues Zeitalter anbrach. „Wir entschlossen uns zu einer kompletten Neustrukturierung und brachten das Unternehmen in ein Franchise-System ein. Damit wurden wir ab 2004 nicht nur Österreichs, sondern auch Europas größter und erfolgreichster Franchise-Partner der Firma Tally Weijl“, sagt Kloucek

Zehn Jahre später konnten die Klouceks auf ein herausragendes Unternehmen mit guter Reputation blicken und Bernhard Kloucek sah erneut die Zeit für eine Wende. Der Wunsch, sein Erfolgsrezept auch anderen Unternehmen weiterzugeben und diesen zu Visionen und einträglichen Höhenflügen zu verhelfen, führte 2014 zu dem Entschluss, das Unternehmen zu verkaufen und künftig als Erfolgscoach, Trainer und Verkaufsexperte tätig zu werden. Kloucek hat über 1000 Mitarbeiter, Führungskräfte, Unternehmer und Einzelpersonen gecoacht, trainiert und durch Faszination zum Erfolg gebracht.2016 veröffentlichte er sein Buch „Die Faszinationsformel – Unternehmensführung mit Haut, Hirn und Herz“.

Faszination als Erfolgsfaktor für die Wirtschaft: Was darf man sich darunter vorstellen?

Wenn ich von mir selbst nicht fasziniert bin, wie soll ich dann meine Kunden und meine Mitarbeiter faszinieren? Das macht sich natürlich beim Umsatz bemerkbar. Man muss Spaß an der Sache haben und wenn das der Big Boss nicht hat, dann wird das Unternehmen scheitern. Auch wenn ich mit meinem Startup noch in der Garage sitze, muss ich sagen „Okay, was ist das Faszinierende an meinem Produkt?“ und „Bin ich so begeistert, dass ich das Ding zum Explodieren bringe und ich den Mut habe, mich aus der Komfort-Zone herauszubewegen?“

Was ist der Unterschied zwischen Faszination und Motivation?

Faszination steht noch über der Motivation. Es ist ein emotionalerer Faktor – eine Bauchsache,während hinter der Motivation ein rationaler Plan steht. Wichtig ist dabei, dass man vom Denken ins Tun kommt und daran glaubt, mit der eigenen Idee ein Gewinner zu sein. Du musst bereit sein, mehr zu tun und zu leisten als die anderen, dann kannst du die Chancen ergreifen, durch Faszination Begeisterung auszulösen. So wird Faszination zum Wirtschafts- und Erfolgsfaktor.

Steckt die Faszination an?

Auf jeden Fall. Sie hilft zu mobilisieren, aber auch Grenzen zu überschreiten. Wenn das passiert, bekomme ich vielleicht Angstzustände. Die bringen mich dann aber immer weiter. Ich kann mich nicht weiterbilden ohne negative Erlebnisse gemacht zu haben. Es ist ganz wichtig, dass ich davon fasziniert bin, was ich tue. Nur dann kann ich meine Partner faszinieren, meine Investoren, meine Kunden, den Vertrieb. Wenn mich der Virus gepackt hat, ich nennen es Faszinaitonsvirus, dann kann ich meine Kunden und Mitarbeiter damit anstecken und erfolgreich sein. Darum frage ich immer meine Kunden und mich selbst, welcher Virus steckt heute in mir, um meine Mitmenschen anzustecken! Und vor allem: Welchen Nutzen haben meine Kunden und Mitarbeiter davon?

Was ist dein persönlicher Background?

Ich beschäftige mich mit dem Thema Verkauf, seit ich 16 bin. Ich habe schon in der Schule einige Sachen verkauft. Eigentlich bin ich Herren- und Damenschneidermeister. Mit 22 habe ich das Unternehmen meiner Eltern übernommen und zehn Filialen aufgebaut. Mit „Mollig ist schön“ hatten wir eine Markenbekanntheit von 80 Prozent in Österreich. Als Peek und Cloppenburg gekommen ist, habe ich gesehen, dass sich der Handel verändert und da war auch für mich Veränderung angesagt. Ich habe dann Tally Weijl nach Österreich geholt. In meinen Unternehmen hatte ich immer eine Akademie, in der wir Leute gecoacht, geschult, ausgebildet und vor allem für unsere Produkte begeistert haben. Wenn du und deine Mitarbeiter für die Idee brennen, dann wirkt sich das immer nur positiv aus. Stolz bin ich, dass ich einer der ersten war, der in den früheren 90ern eine Kundenkarte eingeführt hat und verschiedene Systeme entwickelt hat, um die Kunden zu binden und zu begeistern. Als Unternehmensberater, Wirtschaftscoach und Wirtschaftstrainer berate ich jetzt auch Unternehmen bei Verkaufs- und Marektingstrategien, um die Einzigartigkeit des Unternehmens mit Erfolg in den Mittelpunkt zu rücken.

Redaktionstipps

Was passiert bei deinen Workshops?

Ich selbst habe es mir zur Aufgabe gemacht, zu analysieren, in welcher Nische man sein Produkt aufbaut. Und dann gibt es eben den sogenannten Faszinationskern, den man wecken muss.. Man muss in den Spiegel schauen und sagen: Ich werd‘ die Nummer Eins. Der Workshop wird ein Aufrütteln sein. Man soll am Ende wissen, ob man das Richtige macht oder das Produkt, die Strategie, den Vertrieb noch in eine andere Richtung verändern muss. Es wird auch mein Netzwerk zur Verfügung gestellt, was gerade für Startups unglaublich wichtig ist. Wir wollen ja, dass die Teilnehmer wirklich profitieren und dann auch mit einem Schatz an Mehrwert herausgehen.

Was möchtest du den Teilnehmern beibringen?

Ich versuche, den Leuten zu vermitteln, was es bedeutet, Mut zu haben und was es bedeutet, konsequent zu sein. Wenn man ein Unternehmen gründet hört man zehn negative und eine positive Sache. Ich will den Leuten die positive Energie mitgeben, dass es cool ist, etwas zu gründen. Ich stärke die Teilnehmer und begeistere sie für das, was sie tun. Außerdem zeige ich, wie man eine Nische erkennt und wie man aus der Nische ein wirklich cooles Unternehmen machen kann. Die Leute sollen mit viel Energie, mit viel Enthusiasmus und mit vielen Ideen hinausgehen.

Was ist der Unterschied zu einer reinen Motivationsveranstaltung?

Der Unterschied ist, dass verschiedene Unternehmer da sind und wir speziell auf jedes Unternehmen eingehen werden. So lernt jeder von den anderen. Wir fragen: Wo sind unsere Probleme, wo sind wir cool drauf und wie lösen wir das wirklich in einem Tag? Das ist ein Miteinander und kein Vortrag. Wir wollen die Leute dort abholen, wo es wehtut aber auch wieder dorthin bringen, wo es schmerzfrei ist.

Abschließend: Was sind deine besten Tipps für den Salesbereich?

Man sollte sich jeden Tag drei Punkte vornehmen, die man wirklich umsetzt. Dann hat man in der Woche 15 Punkte und im Jahr 780 Punkte geschafft, das ist unglaublich viel. Das zweite ist, dass man sich jeden Tag die Erfolge aufschreibt. So kann man analysieren, wo man steht und wie man sich weiterbewegt. Als Unternehmer muss ich mich jeden Tag ein bisschen verändern. Wenn ich mich jedes Jahr um 20 Prozent verändere dann habe ich in 5 Jahren ein komplett neues Unternehmen. Wichtig ist es auch, fit zu sein. Geistig und körperlich. Unternehmer zu sein kostest oft viel Kraft und Energie. Da kommt es wirklich oft darauf an, was man isst, was man trinkt und wie oft man sich eine Auszeit nimmt. Das sollte man wirklich einplanen, um runter zu kommen und wieder neue Ideen zu schaffen.

Der Workshop findet in Kooperation mit Der Brutkasten und Direct Sales am 27.4.2017 ein statt. Mit dem Rabattcode „Brutkasten2017“ erhalten ihr ein Ticket zum Vorzugspreis von 990 € (zzgl. Ust) statt um 1200 €.

Jetzt anmelden, es sind noch 10 Plätze frei.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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