10.04.2026
PIANO MAN

KlavierLoft: Aus dem Kinderzimmer und 1.000-Euro-Pianos zum Millionen-Umsatz

KlavierLoft-Gründer Benjamin Mujadzic setzte in jungen Jahren auf leistbare Instrumente, eignete sich sein Know-how selbst an und baute Schritt für Schritt ein Geschäft auf, das heute in die USA und nach Asien liefert.
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KlavierLoft, Piano, Flügel, Klavier kaufen, E-Piano
© KlavierLoft - Benjamin Mujadzic von KlavierLoft.

KlavierLoft-Gründer Benjamin Mujadzic begann 2011 mit der Idee, Klaviere und Flügel leistbar anzubieten. Die ersten 20 davon wurden von zu Hause aus verkauft, tatsächlich aus dem Kinderzimmer, wo der Gründer stets eines stehen hatte. „Ich habe bestmöglich daran gearbeitet und nach Fertigstellung mit kleinem Aufschlag verkauft“, erinnert er sich. Damals handelte es sich um günstige Klaviere; der Verkaufspreis lag fast immer unter 1.000 Euro.

KlavierLoft-Gründer mit „Learning by Doing“-Mentalität

Die Expertise dafür eignete sich Mujadzic am Anfang mit Büchern, Videos und „Learning by Doing“ an und verbrachte als Schüler grundsätzlich seine Abende und Wochenenden nicht in Clubs oder bei Freunden, sondern mit Praktika bei Klavierbauern, dem Stimmen von Instrumenten und Restaurierungsarbeiten.

250 Klaviere pro Jahr

Wenige Jahre später folgte der erste Showroom in Wien-Neubau. Aus den ursprünglichen 80 Quadratmetern entwickelte sich in den vergangenen 15 Jahren ein Klavierzentrum mit über 1.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche und mehr als 200 Klavieren und Flügeln, der Großteil davon in der Neubaugasse.

„Momentan verkaufen wir rund 250 Klaviere pro Jahr“, sagt Mujadzic, der seinen Umsatz „Year over Year“ – auch in dem für die ganze Branche sehr schweren Jahr 2024 – steigern konnte und die Millionenmarke übertraf. „Eine Marktsättigung spüren wir noch nicht, dementsprechend glaube ich, dass wir unsere Umsätze noch verdoppeln können.“

© KlavierLoft – Der KlavierLoft-Showroom in Wien.

Im Wiener Showroom können Kund:innen eine große Auswahl an Instrumenten direkt miteinander vergleichen – von historischen Konzertflügeln bis zu fabrikneuen Klavieren renommierter Hersteller, aber auch gebrauchte akustische und digitale Instrumente für den Einstieg: „Mir war von Anfang an wichtig, dass nicht nur Profis bei uns fündig werden, sondern auch Anfänger und Hobbypianisten“, sagt Mujadzic. „Das Wichtigste ist, dass gespielt wird.“

Auch international tätig

Neben dem Verkauf und der Vermietung blieb auch die Restaurierung aus Kindesjahren ein zentraler Teil des Unternehmens. KlavierLoft restauriert Flügel und Klaviere sowohl historisch originalgetreu als auch individuell nach Kundenwunsch – etwa mit speziellen Furnieren, maßgefertigten Gehäusen oder individuell gestalteten Instrumenten für Hotels, Konzertsäle und private Musikräume.

Zeitgleich mit dem Wachstum des Unternehmens entstand auch ein internationales Netzwerk. Klaviere aus Wien werden heute nach ganz Europa sowie nach Nordamerika und Asien geliefert, wie Mujadzic erwähnt. 2025 gründete das Unternehmen die internationale Großhandelsmarke PianoLoft, um Händler und Institutionen weltweit zu beliefern.

KlavierLoft mit Fokus auf B2B-Markt

„Der B2B-Markt ist für uns sehr wichtig geworden. Dadurch, dass wir genügend Platz haben, die Verbindungen zu den besten Importeuren und die Mittel, Hunderte Klaviere gleichzeitig auf Lager zu haben, kaufen viele kleinere bis mittlere Händler bei uns ein. Größere Händler interessieren sich hauptsächlich für teure Klaviere von Luxusmarken wie Steinway, Bösendorfer oder auch für einzigartige ‚Art Case‘-Ausführungen mit Schnitzereien und Intarsien“, sagt der Founder.

Und ergänzt: „Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel einen Interior-Designer aus den USA, dessen Kunde einen Bösendorfer aus dem Jahr 1925 wollte, da sein Haus aus diesem Jahr stammt. Er wollte den Flügel mit in einem speziellen Furnier, von dem er uns ein Musterstück zugesendet hat. Wir haben dann ein passendes Klavier gefunden, es komplett in dem Wunschholz neu furniert bzw. restauriert und direkt in die renovierte Villa in die Nähe von Chicago liefern lassen.“

Kulturzentrum geplant

Zu den nächsten Schritten von KlavierLoft gehört der weitere Ausbau des Sortiments – etwa die Erweiterung des E-Piano-Angebots – und in näherer Zukunft auch der Umzug in ein großes, einzelnes Objekt. Damit man alle Standorte (Showroom, Lager, Werkstatt, Proberäume, Eventbühne) in einem verbinden und ein Klavier- und Kulturzentrum daraus erschaffen kann.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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