15.09.2020

Klarna wird mit 650 Millionen Dollar Investment zum Decacorn

Klarna steigert durch das aktuelle Investment die eigene Bewertung auf 10,65 Milliarden US-Dollar und wird somit zum Decacorn.
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Klarna
(c) Klarna

Das Fintech-Unicorn Klarna gibt heute eine Finanzierungsrunde in Höhe von 650 Millionen Dollar bekannt. Im Zuge dieses Investments verdoppelt sich die Bewertung des Payment-Unternehmens auf 10,65 Milliarden US-Dollar. Damit ist Klarna das am höchsten bewertete private FinTech in Europa, weltweit steht es an vierter Stelle. Außerdem ist Klarna jetzt kein Unicorn mehr, sondern ein Decacorn – wie man mit dem nachfolgenden Video feiert.

Die aktuellen Klarna-Investoren

Die Finanzierungsrunde wird von Silver Lake angeführt, einer Technologie-Investmentgesellschafte mit einem verwalteten Gesamtvermögen von über 60 Milliarden US-Dollar. Weitere Investoren in dieser Runde sind der Staatsfonds GIC aus Singapur sowie von BlackRock und HMI Capital verwaltete Fonds und Konten.

Darüber hinaus haben Merian Chrysalis, TCV, Northzone und Bonnier Anteile von bestehenden Anteilseignern erworben. Sie reihen sich damit in den Kreis bestehender Investoren wie Sequoia Capital, Dragoneer, Permira, Commonwealth Bank of Australia, Bestseller Group und Ant Group ein. 

Wofür Klarna das Investment verwenden wird

Die neue Finanzierungsrunde wird Klarna nutzen, um das Produktangebot weiter auszubauen, neue Märkte zu erschließen, das aktuelle Momentum in bestehenden Märkten weiter zu nutzen sowie das Wachstum in den USA mit inzwischen mehr als 9 Millionen Nutzerinnen und Nutzern zu beschleunigen. 

90 Millionen Kunden weltweit

Inzwischen hat Klarna über 90 Millionen Kunden weltweit, wie aus der aktuellen Presseaussendung hervorgeht. Klarnas Direct-to-Consumer-App, mit der die Nutzerinnen und Nutzer in jedem beliebigen Geschäft oder bei jeder beliebigen Marke online einkaufen können, verzeichnet weltweit aktuell mehr als 12 Millionen monatlich aktive Nutzer sowie 55.000 Downloads täglich.

B2B-Wachstum in Corona-Zeiten

Eine kürzlich durchgeführte Studie von McKinsey & Company in den USA ergab, dass mehr als 75 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher während der COVID-19-Pandemie neue Marken, Kanäle oder Einkaufsmethoden ausprobiert haben. Gleichzeitig beabsichtigen 82 Prozent der Befragten, die eine neue digitale Art des Einkaufens ausprobiert haben, diese auch nach dem Ende der Krise weiter zu nutzen.

Durch den wachsenden Online-Handel hat außerdem die B2B-Seite des Geschäfts einen Aufschwung erfahren. In der erste Jahreshälfte 2020 kamen zu den bestehenden 200.000 Einzelhändlern weltweit 35.000 hinzu. Dazu gehören Marken wie Sephora, Groupon, SHEIN, Charlotte Tilbury, Vans, The North Face, Ted Baker, Timberland und Ralph Lauren.

In harten Finanzzahlen ausgedrückt heißt es: Klarna verzeichnete ein Volumen- und Umsatzwachstum von 44% bzw. 36% im ersten Halbjahr 2020, wickelte mehr als 22 Milliarden US-Dollar über die Plattform ab und erwirtschaftete insgesamt einen Umsatz von 466 Millionen US-Dollar. 

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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Klarna wird mit 650 Millionen Dollar Investment zum Decacorn

  • Das Fintech-Unicorn Klarna gibt heute eine Finanzierungsrunde in Höhe von 650 Millionen Dollar bekannt.
  • Im Zuge dieses Investments verdoppelt sich die Bewertung des Payment-Unternehmens auf 10,65 Milliarden US-Dollar.
  • Damit ist Klarna das am höchsten bewertete private FinTech in Europa, weltweit steht es an vierter Stelle.
  • Außerdem ist Klarna jetzt kein Unicorn mehr, sondern ein Decacorn.
  • Die Finanzierungsrunde wird von Silver Lake angeführt, einer Technologie-Investmentgesellschafte mit einem verwalteten Gesamtvermögen von über 60 Milliarden US-Dollar. Weitere Investoren in dieser Runde sind der Staatsfonds GIC aus Singapur sowie von BlackRock und HMI Capital verwaltete Fonds und Konten.
  • Darüber hinaus haben Merian Chrysalis, TCV, Northzone und Bonnier Anteile von bestehenden Anteilseignern erworben.

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