15.03.2023

KitzVenture meldet Insolvenz an

Das vielkritisierte Tiroler Beteiligungsunternehmen kitzVenture stellte laut Medienberichten einen Insolvenzantrag.
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Patrick Landrock, Geschäftsführer kitzVenture | (c) kitzVenture
Patrick Landrock, Geschäftsführer kitzVenture | (c) kitzVenture

Wenn das Tiroler Beteiligungsunternehmen kitzVenture unter Führung von Geschäftsführer Patrick Landrock in den vergangenen Jahren in den Medien aufschlug, dann häufig nicht positiv. Nach wie vor hängt dem Unternehmen samt Firmenchef ein Betrugsprozess nach einem vielkritisierten Geldveranlagungs-Angebot vor einigen Jahren nach, bei dem es laut Anklage zu einem Schaden von rund 176.000 Euro gekommen sein soll. Im Zuge dessen verklagte das Unternehmen auch seine eigenen früheren Anwälte.

KitzVenture zuletzt etwas weniger kontrovers

Im ersten Corona-Lockdown machte KitzVenture mit einem Online-Shop, in dem Masken und Desinfektionsmittel deutlich über Standard-Preis verkauft wurden und einer darauf folgenden Klage durch den VKI, negative Schlagzeilen. Zuletzt ließ man es mit der Ankündigung, die Marke Schlecker wiederbeleben zu wollen und als neuer Hauptsponsor des Fußballvereins Wacker Innsbruck etwas weniger kontrovers angehen.

9 Mio. Euro offene Forderungen bei Kunden: Insolvenzantrag „aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht“

Doch die mediale Ruhe war von kurzer Dauer. Laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung hat KitzVenture nun einen Insolvenzantrag gestellt. (Anm.: Dort ist von einem Eintrag beim KSV1870 die Rede, der auf der Seite des Kreditschutzverbands aktuell aber nicht zu finden ist). Die Zahlen dazu sind zumindest ungewöhnlich: Man habe sowohl 2021 als auch 2022 positiv bilanziert, leide aber nun unter einem Liquiditätsengpass, sagt der Anwalt des Unternehmens gegenüber der Zeitung. Verbindlichkeiten von 2,6 Millionen Euro würden noch offene Forderungen gegenüber Kunden in der Höhe von knapp neun Millionen Euro gegenüberstehen. Der Insolvenzantrag sei „aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht“ gestellt worden. Eine Sanierung sei geplant. Man wolle das KitzVenture restrukturieren und das Geschäftsmodell auf neue Beine stellen.

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GoStudent, USA, Ohswald, Müller,
(c) Felix Hohagen - Felix Ohswald und Gregor Müller.

GoStudent-Gründer Felix Ohswald machte vor Kurzem auf sich aufmerksam, als sein Unternehmen die Berlitz Deutschland GmbH übernahm – brutkasten berichtete. Damit setzte er einen weiteren Schritt in die Offline-Strategie des Wiener Unicorns. Nichtsdestotrotz macht er sich weiterhin Gedanken um die Zukunft der Bildung in Bezug auf Künstliche Intelligenz, wie er in seinem gestrigen Gastbeitrag darlegte.

Nun jedoch meldet sich Ohswald per LinkedIn-Post und ruft „smarte Gründer:innen“ dazu auf, sich bei der Initiative „GoStudent Builders“ zu bewerben.

75 zu 25

GoStudent sucht mit dem Programm Gründer:innen, die neue Geschäftsmodelle auf Basis der GoStudent-Infrastruktur aufbauen möchten. Laut Website stehen 14 vorab definierte Problemstellungen zur Auswahl, etwa Abitur und Mittlere Reife in Deutschland bzw. Matura in Österreich für externe Kandidat:innen, Ausschreibungen im öffentlichen Bildungsbereich, Ferienlager oder ein KI-Agent für Lead-Follow-up. Alternativ können Teams eigene Ideen einbringen, sofern diese Umsatz erzielen und auf dem Netzwerk von GoStudent laufen.

Die Teilnehmer:innen halten 75 Prozent an der von ihnen aufgebauten Gesellschaft, GoStudent erhält 25 Prozent. Ein Gehalt gibt es am Anfang nicht, das Einkommen speist sich aus dem Gewinn des Unternehmens und soll als Motivation dienen („build to earn fast“). „Wenn dein Vorhaben funktioniert, gehören dir 75 % des Unternehmens. Wenn es nicht funktioniert, sagen wir dir frühzeitig Bescheid“, schreibt Ohswald per LinkedIn-Post.

Mehrheits-Klausel

GoStudent erhält eine Gebühr auf jene Umsätze, die über seine Kund:innen, Standorte und sein Vertriebsteam laufen. Ab dem dritten Jahr kann das Unicorn laut eigenen Angaben die Mehrheit zu einem vorab vereinbarten EBITDA-Multiple übernehmen, bezahlt in GoStudent-Anteilen statt in bar.

Im Gegenzug stellt GoStudent nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 200.000 Kund:innen und mehr als 850 Standorten bereit, darunter Studienkreis, Lernquadrat und Berlitz. Dazu kommen Lizenzen wie die BAMF-Zulassung sowie Gesellschaften in fünf Ländern. Alle 90 Tage werden Ziele vereinbart, bei wiederholtem Verfehlen endet der Zugang zu Kund:innen und Standorten.

Bewerbungen per Mail

Gesucht werden KI-native Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei Personen, bewerben kann man sich per E-Mail an die Co-Founder Felix Ohswald (CEO) und Gregor Müller (COO). Die erste Runde endet am 15. Dezember 2026, Entscheidungen sollen vor Weihnachten fallen, der Start ist für Jänner 2027 geplant.

„Wir haben mehr validierte Geschäftsmöglichkeiten als Menschen, die sie umsetzen können“, erklären Ohswald und sein Co-Founder Gregor Müller ihre Beweggründe für diesen Schritt. „Anstatt für jede einzelne Idee Mitarbeiter:innen einzustellen oder ein Unternehmen aufzukaufen, übertragen wir diese Möglichkeiten an Macher:innen, die etwas Eigenes aufbauen und besitzen wollen. Die meisten Startups scheitern an drei Dingen: daran, die ersten Kund:innen zu gewinnen, die notwendige Infrastruktur und die erforderlichen Lizenzen aufzubauen und Kapital zu beschaffen. Wir nehmen dir alle drei Hürden ab. Du startest mit unseren bestehenden Kund:innen, unseren Standorten, unseren Lizenzen und unseren Daten. Du musst keinen einzigen Cent an Investorengeldern aufbringen.“

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