24.04.2025
AKKUTECHNOLOGIE

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

Kite Rise Technologies baut an der Batterie der Zukunft. Sicher, stabil und natriumbasiert soll sie sein. Und außerdem: Made in Europe.
/artikel/kite-rise-technologies-auf-dem-weg-zur-europaeischen-natrium-batterie
Harald Autischer, Co-Founder von Kite Rise Technologies
Harald Autischer, Co-Founder von Kite Rise Technologies | Foto: Kite Rise Technologies

Die Frage war ein Gedankenexperiment: Was würdest du mit einer Million Euro machen? Die meisten hätten groß geträumt, auch in Graz steckte man an diesem Tag hohe Ziele. Die Antwort war eigentlich ein Zufall, aber retrospektiv entscheidend: „Ein besseres Batteriesystem.“ Ein System, das mehr kann, sicherer ist – und das Lithium den Rang abläuft. So begann die Geschichte von Kite Rise Technologies.

Die Mission: Natrium-Ionen sollten zur ernsthaften Alternative werden. Zu Lithium, das aktuell in so gut wie jeder Batterie verbaut ist – weil derzeit kein Akku mehr Energie in weniger Raum packen kann. Aber die Effizienz hat ihren Preis: Der Abbau von Lithium schadet der Umwelt, sorgt für geopolitische Spannungen – und nicht alle Komponenten spucken Recycling-Anlagen in brauchbarer Form wieder aus. Aber nicht für jede Anwendung werden kleine Speicher mit großer Kapazität benötigt. Hier will Kite Rise Technologies ansetzen. Das Produkt des Startups soll Energie aus Photovoltaik-Anlagen speichern.

Ein sicheres Batteriesystem

Das kleine Team rund um ehemalige Samsung-Ingenieure tüftelt an einem Batteriesystem, das leistungsfähiger, temperaturstabiler und vor allem sicherer sein soll als alles, was es bisher im stationären Bereich gibt. Seit 2021 experimentieren die Gründer Harald Autischer, Martin Hauk und Thomas Hörmann mit der Technologie.

Ihr Trumpf: die NVPF-Chemie, eine besonders sichere Natrium-Ionen-Chemie, die Kurzschlüsse verhindert und auch bei Hitze stabil bleibt. „Faktisch ist das der physikalisch beste Speicher, den es gerade gibt“, sagt CEO Harald Autischer im Gespräch mit brutkasten.

Komplett europäische Lieferkette geplant

Womit Kite Rise Technologies außerdem punkten will: „Wir haben eine komplett europäische Lieferkette“, erzählt Autischer. Das Versprechen: Die Zelle kommt aus Frankreich, die Chemie, die drin steckt, stammt aus Belgien. Aus diesen Bestandteilen baut das Startup gerade den Guardian Angel, seinen ersten Heimspeicher, der im Juni 2025 in den Vorverkauf, und ab 2026 auf den Markt gehen soll.

Auch diese Technologie hat ihren Preis – der geht allerdings nicht auf Kosten der Umwelt. Im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz kommt das europäische Produkt aber teuer. „Es kostet etwa drei Mal so viel wie ein Lithium-Akku“, sagt Autischer. Jetzt will der CEO wissen: Zahlt das jemand? Wer will, kann sich auf die Warteliste setzen. Wenn die, die dort Schlange stehen, auch wirklich kaufen – dann rollt der Vorverkauf. So sagt es Autischer.

Kite Rise Technologies testet Markt

Aber noch ist alles offen: Wie viele am Ende tatsächlich bestellen, weiß Autischer nicht. Und die Lieferketten für die Rohstoffe sind auch noch nicht gesichert. Aber der CEO hat einen Plan B: Sollten Lieferketten reißen und die Kundschaft nicht so zahlungskräftig wie interessiert sein, will Kite Rise Technologies vorübergehend auf eine außereuropäische Lösung mit anderer Technologie wechseln.

Ganz abgesehen vom Verkauf möchte das Startup aber auch zur Forschung in der Akkutechnologie beitragen. „Wir verstehen uns ja jetzt nicht nur als Produktentwickler, sondern auch als Kompetenzzentrum für Natrium-Ionen. Wir möchten das auch gerne an andere weitergeben, die sich in dem Bereich entwickeln“, sagt Autischer.

Crowdinvesting beschleunigt Serienüberführung

Der größte Teil der bisherigen Finanzierung stammt aus dem FFG-Basisprogramm: 3,6 Millionen Euro über drei Jahre bekam Kite Rise Technologies. Der Marktstart war eigentlich für 2024 geplant; als sich dieser verzögerte, entschied sich das Team um Autischer für ein Crowdinvesting. „Es läuft sehr gut, wir können die Kampagne sogar auf eine höhere Summe erweitern“, sagt der Co-Founder. Das frische Kapital soll direkt in die Serienüberführung fließen.

Im Laufe des Jahres wird auch das Team weiter wachsen. Von derzeit acht auf elf Personen. Als „ersten Kernzielmarkt“ definiert Autischer den DACH-Raum. Läuft das gut, folgt die schrittweise Expansion in Europa. Entscheidend ist, ob Kund:innen den Preis für das Produkt bezahlen wollen, das zwar „Goldstandard“ sei, aber auch entsprechend koste. „Wir benötigen 0,012 Prozent vom europäischen Heimspeichermarkt“, rechnet er. Dann kann es losgehen für Kite Rise Technologies.

Deine ungelesenen Artikel:
08.10.2026

KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will

Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
/artikel/ki-als-nachhilfelehrer-wie-mathion-ai-lernen-veraendern-will
08.10.2026

KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will

Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
/artikel/ki-als-nachhilfelehrer-wie-mathion-ai-lernen-veraendern-will
Die beiden Geschäftsführer von mathion.ai Christoph Blizenetz und Alexander Buchinger | © mathion.ai

„Nächste Stunde ist Mathestunde“, ist vermutlich einer der gefürchtesten Sätze vieler Schüler:innen. Die Aufgaben sind oft schwierig und zermürbend. Da bietet es sich im Zeitalter von KI an, einen kurzen Prompt zu schreiben und Sekunden später wird die Lösung geliefert. Der Lerneffekt hält sich dabei bei vielen Schüler:innen in Grenzen. Hier setzt mathion.ai an.

Die KI von Founder Christoph Blizenetz liefert nicht fertige Lösungen, sondern chattet mit den User:innen und bringt sie so zum Ergebnis. Nach einem Pilotprojekt feierte die KI ihren Launch im vergangenen August. Sie ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich erhältlich.

Harvard: „KI-gestütztes Tutoring übertrifft aktives Lernen im Unterricht“

Unterstützung erhalten KI-Tutoren wie jene von Blizenetz von der US-amerikanischen Harvard Universität. Im Juni 2025 veröffentlichte sie eine Studie, laut der KI-gestütztes Tutoring aktives Lernen im Unterricht übertreffe. Studierende, die mit einem KI-Tutor arbeiteten, lernten „deutlich mehr in kürzerer Zeit“ als in einer Präsenzveranstaltung. Außerdem würden sich Schüler:innen stärker eingebunden und motivierter fühlen. Harvard betont die Wirksamkeit „einer breit zugänglichen KI-gestützten Pädagogik zur signifikanten Verbesserung der Lernergebnisse“ und erklärt, dass die Ergebnisse überzeugend für die breite Anwendung einer KI-gestützten Pädagogik sprechen.

ChatGPT bringt dir Fertigkeiten bei, „die einfach nicht stimmen“

Für Blizenetz kann nicht einfach eine beliebige KI zum Lernen verwendet werden. Als ehemaliger Nachhilfelehrer kennt er die Probleme, die auftreten können. „Eine Schülerin hat mittels ChatGPT, das war damals noch etwas Neueres, gelernt und sich dabei Fertigkeiten und Begrifflichkeiten angeeignet, die einfach nicht stimmen“, sagt der 21-Jährige und ergänzt: „Nicht, weil das Opus der Mathematik aus der KI bzw. der LLM falsch ist. Es ist einfach nicht so lehrplanbezogen, wie es nun einmal das Schulbuch aber auch eine Lehrkraft ist.“

Daher begann Blizenetz mit der Entwicklung von mathion.ai, das sich aktuell auf die fünfte bis zur achten Schulstufe fokussiere. Es sei aber ein Ausbau bis hin zu Matura geplant.

Das Programm baut auf einem sogenannten „sokratischen“ System auf. Es stellt User:innen immer wieder Fragen, bis jene die Lösung selbst erarbeitet haben. Mathion.ai möchte dadurch zum Nachdenken anregen.

Dabei kann mit der KI geschrieben als auch gesprochen werden. „Wir haben gemerkt, dass junge Menschen einfach lesefaul sind. Sie können oft einfach nicht mehr wirklich sachlich lesen und Informationen über Texte sauber aufnehmen“, erklärt der mathion.ai-Gründer. Der Text wird dabei nicht einfach vorgelesen, sondern erklärt, „wie es ein Mensch tun würde“.

Mathion.ai liefere nicht einfach nur Ergebnisse, es erarbeite die Lösungen mit den Schüler:innen gemeinsam. | © mathion.ai

Standardisierter Lehrplan

Mathion.ai arbeite dabei nicht nur mit willkürlichen Inhalten, sondern mit einem standardisierten Lehrplan durch seinen Verlagspartner Lemberger, dessen Schulbuch „Genial! Mathematik“ von der fünften bis zur achten Schulstufe in mathion.ai eingefügt wurde. User:innen können Aufgaben aus diesen Büchern auswählen.

Lehrer:innen haben auf der anderen Seite die Möglichkeit über ein Verwaltungsportal ihren Schützlingen Inhalte zuzuweisen. „Da haben wir tausende Übungsaufgaben, die auch kapitelweise in Blöcke gezielt nach Themenbereichen zugewiesen werden können, zu den Schüler:innen und zu den Gruppen“, sagt Blizenetz. Zusätzlich können Lehrkräfte im Verwaltungsportal die Lernstände ihrer Schüler:innen einsehen und auch Inhalte erstellen: „Wir haben da einen eigenen Editor, wo, wie in einer PowerPoint, Textelemente, Dateien, interaktive Aufgaben gebaut und erstellt werden können.“ Der virtuelle Coach Tom führt anschließend durch den Kurs. Zusätzlich können von Lehrer:innen Aufgaben erstellt und zugewiesen werden.

Pädagog:innen durch KI zu ersetzen „ist auch gar nicht unser Ziel“

Wenn die KI bereits eigene Kurse halten kann, drängt sich naturgemäß die Frage auf, ob Lehrkräfte nicht ersetzbar sind. „Weder Lehrpersonen noch Pädagogen wird man durch KI in irgendeiner Art und Weise wirklich ersetzen können, das ist auch gar nicht unser Ziel“, stellt der TU-Student fest. Auch herkömmliche Nachhilfe sieht Blizenetz als sinnvoll an. Für ihn ist mathion.ai eine „Ergänzung“.

Es gebe auch die Möglichkeit für Nachhilifeinstitute, Inhalte einspielen zu können. „Als Schüler bzw. Schülerin habe ich den Unterricht mit der Lehrperson in der Klasse und im Nachhinein kann ich dann die Inhalte, gezielt mit den Aufgaben und dem Input der Lehrperson, weiter üben“, sagt Blizenetz.

Von B2C zu B2B

Mathion.ai kommt ursprünglich aus dem sogenannten Nachmittagsmarkt, in dem Eltern für ihre Kinder ein Abo abschließen. Allerdings möchte sich das Unternehmen nun im B2B-Bereich etablieren.

„Es ist einfach sehr schwierig, vor allem als österreichisches Unternehmen, in diesem B2C-SaaS-Bereich (Anm.: Software-as-a-Service-Bereich) wirklich standhaft zu werden“, erklärt Blizenetz. In Zukunft will sich mathion.ai auf Bildungsinstitute bzw. Bildungseinrichtungen fokussieren. Daher möchte der Gründer sein Unternehmen als zertifizierter Anbieter des Bildungsministeriums auf dem Markt etablieren. Das sei aber ein langer Weg. Mathion.ai befinde sich aktuell am Anfang des Genehmigungsverfahrens, ab September 2027 wolle man die Zertifizierung haben.

100 % eigenfinanziert

Das Unternehmen, offiziell bereits im Juli 2025 gegründet, kommt bisher ohne Investoren-Kapital aus und ist von Anfang an gebootstrappt. Blizenetz hat mathion.ai in Zusammenarbeit mit Weitsprung Solutions aufgebaut, das einen KI-gestützten Lerncoach anbietet. Bisher hat das Unternehmen noch keine Förderungen erhalten, allerdings laufe ein Förderantrag bei Netidee und ein FFG-Antrag für ein Forschungsprojekt werde aktuell erstellt.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Kite Rise Technologies: Auf dem Weg zur europäischen Natrium-Batterie