09.08.2024
BETRUGSBEKÄMPFUNG

KI gegen Steuerhinterziehung brachte Finanzministerium 2023 rund 185 Mio. Euro

Das Finanzministerium (BMF) setzt in der Betrugsbekämpfung seit Jahren auf Predictive Analytics. Nun wurden Zahlen präsentiert.
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(c) envato / andriymedvediuk

Ja, auch die heimischen Ministerien nutzen KI – und zwar mitunter schon eine ganze Zeit lang, wie brutkasten vor etwa einem Jahr berichtete. Dabei geht es jedoch nicht um Generative AI-Lösungen – man will ja schließlich nicht, das im Ministerium halluziniert wird. Zum Einsatz kommen etwa Tools mit Funktionen wie Texterkennung und Bilderkennung – oder im Fall des Finanzministeriums eine Predictive-Analytics-Plattform, die die Auswahl von Steuer-Prüfungsfällen optimiert und damit beim Erkennen von Steuerhinterziehung hilft.

Steuerhinterziehung: 34 Millionen Fälle überprüft – 185 Millionen Euro erzielt

Nun gab Finanzminister Magnus Brunner einige Zahlen zum Predictive Analytics Competence Center (PACC) im Ministerium aus. Die „Spezialeinheit“ habe demnach im Jahr 2023 rund 6,5 Mio. Fälle aus den unterschiedlichsten Bereichen der Steuerverwaltung überprüft. 

Dabei sei man in allen Bereichen der Finanzverwaltung fündig geworden. „So wurden falsche Angaben bei Arbeitnehmerveranlagungen ebenso aufgedeckt wie Betrugsversuche bei der Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer oder auch bei der Umsatzsteuer“, heißt es in einer Aussendung des Ministeriums. Dadurch hätten die Ermittler:innen rund 185 Millionen Euro Steuereinnahmen erzielt.

Darüber hinaus seien rund 27,5 Millionen Fälle im Hinblick auf Compliance-Verstöße überprüft worden, wobei es sich laut Ministerium „vor allem um die Identifikation von zu Unrecht beantragten und bezogenen Beihilfen und Leistungen sowie von Scheinunternehmen handelte“. Zusammengerechnet wurden durch das PACC im Vorjahr also 34 Millionen Fälle überprüft. Bei diesen hätten die Analysen 375.000 Fälle als unplausibel angezeigt, heißt es vom Ministerium. „Diese wurden in Folge von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern näher unter die Lupe genommen und im Bedarfsfall überprüft.“

PACC: Mehrere Bereiche mit eigenen Programmen abgedeckt

„Die Teams im PACC sind auf verschiedene analytische Bereiche spezialisiert, von Predictive und Advanced Analytics über Tax Analytics bis hin zu Customs Analytics. Somit decken wir ein relativ breites Spektrum an Themenstellungen ab“, wird dazu PACC-Leiter Christian Weinzinger zitiert. Mit mehreren verschiedenen Programme bearbeite man Risiken in Bereichen wie Steuerprüfung und Zollkontrolle. „Diese Maßnahmen umfassen sowohl ex-post-Ansätze, die sich auf die Analyse vergangener Jahre stützen, als auch real-time- und ex-ante-Ansätze, die darauf abzielen, potenzielle Risiken in Echtzeit oder im Voraus zu erkennen“, so Weinzinger.

Konkret werden etwa Betriebsgründungen vorab überprüft, „um Unternehmen und die dahinterstehenden handelnden Personen mit einem höheren Risiko für Steuerbetrug zu identifizieren“. Damit werde durch Analysetechniken und Netzwerkanalysen unter anderem Umsatzsteuer-Karussellbetrug verhindert.

Auch Kryptowährungen im Visier

„Darüber hinaus werden verschiedene andere Themen wie Digitalisierung, Kryptowährungen und internationale Datenaustauschprogramme behandelt, um die Effizienz und Wirksamkeit der Finanzverwaltung zu verbessern“, sagt der PACC-Leiter. Und die „Spezialeinheit“ soll weiter ausgebaut werden. Künftig soll dann unter anderem auch Generative AI eingesetzt werden, heißt es in der Aussendung. Zudem soll die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern vertieft werden.

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Rosemarie König | (c) EY/Christina Häusler
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Er ist international und auch in Österreich eine der renommiertesten Auszeichnungen für Unternehmer:innen: der „Entrepreneur of the Year“ von EY – brutkasten berichtete erst vor Kurzem über die diesjährigen Sieger. Nun bekommt das Programm hierzulande mit Rosemarie König eine neue Leiterin. Sie übernimmt zudem die Leitung von EY Private.

Seit 2005 bei EY

König ist bereits seit 2005 in unterschiedlichen Rollen für EY Österreich tätig. Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin ist auf die Prüfung und Beratung internationaler und kapitalmarktorientierter Unternehmen spezialisiert. Bereits 2022 stieg sie zur Partnerin auf, zudem leitet die Steirerin den Standort Graz. Als solche koordiniert sie die Prüfungs- und Beratungsleistungen sämtlicher Kund:innen mit Sitz in der Steiermark und soll deren Anbindung an das österreichweite und globale EY-Netzwerk sicherstellen.

Fokus auf Familienunternehmen

In ihrer neuen Rolle als Leiterin von EY Private soll König insbesondere Familienunternehmen bei zentralen unternehmerischen Fragestellungen begleiten. „Familienunternehmen zählen zu den wichtigsten Trägern der österreichischen Wirtschaft und stehen gleichzeitig vor besonderen Herausforderungen, etwa bei Wachstum, Unternehmensnachfolge, Internationalisierung, Transformation oder Vermögenssicherung über Generationen hinweg“, heißt es dazu von EY.

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