20.01.2023

Kern Tec: Food-Startup schafft mit „Wunderkern Drink“ Sprung in über 520 Supermärkte

Unter der Marke "Wunderkern" hat das niederösterreichische Startup Kern Tec 2022 einen neuen Drink aus Marillenkernen auf den Markt gebracht. Der Drink ist ab sofort österreichweit bei Billa gelistet.
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Wunderkern
Verena Wiederkehr (Billa) und Luca Fichtinger (Wunderkern) mit Wunderkern Drink | (c) Christian Landl

Kern Tec hat sich auf das Upcycling von Steinobstkernen spezialisiert und launchte im Frühjahr 2022 seine eigene Consumer-Brand namens Wunderkern. Zum Start wurden unter der neuen Marke Marillenkernöl, Zwetschkenkernöl und eine Schoko Kern Creme vertrieben. Im September folgte der erste Drink des Startups, für den ebenfalls Kerne zum Einsatz kommen, die durch Upcycling aufbereitet werden.

Ausweitung der Listung auf 520 Billa Filialen

Konkret handelt es sich bei dem Drink um eine pflanzliche Milchalternative aus Marillenkernen. Der Drink hat einen nussigen Geschmack und ähnelt jenen von verwandten Pflanzendrinks, die aus Mandel, Soja und Hafer hergestellt werden. Nach der Listung bei Billa Plus im vergangen Jahr folgt nun die Listung bei über 520 Billa Filialen in ganz Österreich, wie das Startup und die Rewe Group nun bekannt gaben.

“Nachhaltigkeit und innovative Lebensmittel stehen bei Billa im besonderen Fokus. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit Wunderkern einen sinnvollen Beitrag für die Umwelt zu leisten”, so Verena Wiederkehr, Billa Head of Plant-Based Business Development, über den neuesten Startup-Zugang aus Österreich.

Lieferengpässe sollen der Vergangenheit angehören

Die Listung bei Billa folgt nun auf eine österreichweite Listung bei Billa Plus, die bereits im September 2022 über die Bühne gegangen ist. “Die Nachfrage war so groß, wir kamen mit der Produktion gar nicht mehr hinterher”, so Wunderkern-Gründer Luca Fichtinger. Das Resultat: leere Regale in den Supermärkten und unzählige Nachrichten von Kund:innen. „Das verlief zwar nicht wie geplant, aber umso schöner ist es, dass sich so viele Menschen für unsere Milchalternative begeistern können.” Mittlerweile wurden die Produktionskapazitäten des Unternehmens aus der Wachau auch entsprechend angepasst, um künftige Lieferengpässe zu vermeiden. Laut dem Startup und der Rewe Group konnten bislang über 2,3 Milliarden Marillenkerne vor der Verschwendung gerettet werden.


Tipp der Redaktion:

Mit Jänner 2023 startet die brutkasten-Redaktion einen neuen thematischen Schwerpunkt zum Thema Kreislaufwirtschaft. Im Zentrum stehen Innovationen von Startups, Corporates und Mittelstand, die eine ressourceneffiziente und schadstoffarme Produktion ermöglichen. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe rund um eine kreislauforientierte Wirtschaft.

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Das Gründungs-Trio von AYB: Dominik Jöbstl, Robert Haidl und Fabio Steiner (v.l.) © AYB

„Ausgewaschene Baumwollunterhosen fühlen sich mit der Zeit an wie so ein 40er Schleifpapier“, zumindest, wenn es nach Fabio Steiner, Dominik Jöbstl und Robert Haidl geht. Die drei Grazer wollten sich mit diesem Problem nicht länger abfinden und begannen so an der „perfekten Boxershorts“ zu tüfteln. Daraus geworden ist im November 2025 die AYB Underwear GmbH. AYB steht hier für „About Your Balls“. Seit Mitte Juli 2026 kann man sich vom Website-Claim „kein Zwicken. kein Kratzen.“ nun selbst überzeugen.

Zwei Jahre Materialsuche

Rund zwei Jahre arbeiteten die Gründer mit der Grazer Schneiderin Sarah Kohlendorfer zusammen, testeten laut eigenen Angaben mehr als 30 Stoffe und zwölf Prototypen, ehe die Wahl auf Tencel Modal Micro der oberösterreichischen Lenzing AG fiel.

Auch der Schnitt wurde mehrfach überarbeitet: An der Hüfte, „dort ist der Punkt, wo die Unterhose am meisten spannt“, wie Steiner im Interview erklärt, verzichtet AYB auf eine Naht. Stattdessen verlaufen die Nähte vorne und hinten. Daraus ergeben sich zwei zusätzliche Nähte, dafür aber ohne Druckstellen an der empfindlichsten Zone, wie die Gründer ausführen.

Made in China

Produziert wird in einer Partnerfirma im chinesischen Guangdong. Dort würden laut Steiner „90 Prozent aller Unterhosen der Welt produziert“, die Lieferketten seien entsprechend eingespielt. Eine Produktion in Europa hätte man laut Steiner deutlich teurer kalkulieren müssen: „Wir hätten das Dreifache verlangen müssen.“

Preislich positioniert sich AYB zwischen Billiganbietern und Premiummarken, ein Dreierset kostet 44,90 Euro. Über die genaue Marge wollten die Gründer keine Angaben machen, sie sei aber „für das Textilgeschäft üblich“, erwähnt man im Interview.

Verkaufszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen

Die ersten Pre-Sale Bestellungen von AYB wurden selbst ausgeliefert. © AYB

Mitte Juli 2026 ging AYB mit einer ersten Bestellung von 1.000 3er-Sets in den regulären Verkauf. Ursprünglich hatten die Gründer mit 50 verkauften Sets pro Monat kalkuliert „und jetzt haben wir halt einfach mehr als das Zehnfache verkauft“, sagt Steiner.

Rund 600 Dreiersets wurden bislang abgesetzt, eine zweite Bestellung über 2.000 weitere Sets ist bereits unterwegs. Finanziert wird sie aus dem laufenden Cashflow: „Es läuft aktuell in einem positiven Cashflow, was uns sehr happy stimmt“, bestätigt Steiner gegenüber brutkasten. Auf Investor:innen verzichten die drei laut eigenen Angaben bewusst. Man wolle es soweit wie möglich bootstrappen.

Vom Marketingbüro zum Boxershort-Business

Steiner und Jöbstl betreiben parallel eine eigene Marketingagentur, aus deren Einnahmen unter anderem die GmbH-Gründung über 12.000 Euro von AYB mitfinanziert wurde. Aktuell laufen beide Geschäfte parallel. „Um auch zu schauen, was funktioniert am Ende des Tages einfach besser“, meint Steiner. Bis man sich bei AYB etwas auszahlen könne „dauert sicher noch zwei, drei Jahre“, fügt er hinzu.

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