16.03.2022

Kasachstan beschlagnahmt Mining-Equipment im Wert von 200 Millionen US-Dollar

Die kasachische Regierung möchte nicht registriertes Krypto-Mining im Land mehr einschränken. Seit 2021 gehen sie aktiver dagegen vor und möchten die Anzahl registrierter Miner erhöhen.
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Bitcoin auf CPU
© Dmitry Demidko

Die kasachische “Financial Monitoring Agency” verkündete am Dienstag, dass sie eine Krypto-Mining-Einrichtung im Wert von rund 100 Milliarden Tenge – also ca. 200 Millionen US-Dollar – konfisziert habe. Damit verfolgt das Land weiter sein Ziel, Krypto-Mining in Kasachstan zwar attraktiv, aber dennoch regulierter zu gestalten. Das beliebte Mining-Land hatte zuletzt mit ihrer Energieversorgung zu kämpfen.

Nachdem China 2021 ein Krypto-Mining-Verbot im eigenen Land festlegte, wanderten viele Miner nach Kasachstan ab. Die geografische Nähe, die niedrigen Energiekosten und das kalte Klima können als Gründe dafür gewertet werden, dass Kasachstan innerhalb kürzester Zeit auf Platz zwei der beliebtesten Destinationen für Bitcoin-Mining gerutscht ist – direkt hinter den USA.

Einnahmen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar mit Mining

Dabei gilt zu beachten, dass das Land wirtschaftlich von diesem Status durchaus profitieren könnte, wie der Nationale Verband für Datenzentren und Blockchain (NABDC) einschätzt. Demnach gehe man von Einnahmen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren aus.

Allerdings sieht sich das Land auch mit Problemen bei der Energieversorgung konfrontiert. Die politischen Entwicklungen, sowie das Haushalten der Ressourcen hat es erschwert, den erhöhten Bedarf zu decken. Die Vermutung, dass die erhöhte Mining-Aktivität zu einem rasanten Anstieg des Energieverbrauchs führte, wurde bereits im letzten Jahr stark diskutiert. Demnach belaufe sich der Verbrauch durch Mining laut Rechnungen des Ministeriums auf rund acht Prozent der gesamten Stromleistungen in Kasachstan. 

Neue Richtlinien für Krypto-Miner

Ein Mining-Verbot wurde in diesem Kontext zwar nicht festgelegt, allerdings entschied sich die kasachische Regierung bereits im Juni 2021 für neue Richtlinien in Bezug auf Krypto-Mining. Dementsprechend sollen Miner einen Zuschlag von 1 Tenge pro Kilowattstunde zahlen, was ca. 0,0019 US-Dollar bzw. 0,0018 Euro entspricht.

Diese Energiesteuer kann jedoch nur für registrierte Miner gelten. Unregistrierte Miner wolle die Regierung daher auf eine sogenannte “Gray List” setzen, auch wenn nicht klar ist, wie genau sie die unregistrierten Miner ausfindig machen möchte. Illegale Mining-Aktivitäten hätten allerdings einen doppelt so hohen Energieverbrauch als jene von offiziell registrierten Minern, weshalb die Regierung nun auch mit strengen Bußgeldern dagegen vorgeht.

In dieser Woche habe man laut Bericht der “Financial Monitoring Agency” 55 Krypto-Mining-Unternehmen geschlossen, 51 mussten den Betrieb pausieren während 25 weitere als illegal registriert wurden. Zudem soll wohl auch die Beschlagnahmung des Mining-Equipments ein Zeichen setzen.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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