08.08.2023

karriere.at: Aus diesen Gründen arbeiten Erwerbstätige Teilzeit

Laut einer Umfrage von karriere.at wählen Frauen das Teilzeitmodell, weil sie Betreuungsaufgaben und Care-Arbeit wahrnehmen müssen, während Männer mehr Freizeit wollen oder studieren.
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Georg Konjovic ist CEO bei karriere.at. © Katharina Berger, karriere.at

In einer sich ständig wandelnden Welt gewinnt das Thema Flexibilität immer mehr an Bedeutung. Um der Nachfrage nach flexiblen Arbeitszeiten gerecht zu werden, bieten immer mehr Unternehmen Teilzeitstellen an. Während viele Erwerbstätige die flexiblen Arbeitszeiten schätzen, zeigt eine neue Umfrage von karriere.at, dass Teilzeitarbeitsmodelle dennoch für über 50 Prozent der Befragten (1.025 erwerbstätige Teilnehmer:innen) nicht in Frage kommen. Gründe dafür sind das höhere Einkommen bei Vollzeitbeschäftigung und die volle Pension, auf die man nicht verzichten möchte. 

Trotz dieser Bedenken ist die Teilzeitquote in Österreich in den letzten 20 Jahren um mehr als zehn Prozent gestiegen und liegt derzeit bei 30 Prozent. Ein genauerer Blick auf die Verteilung dieser Zahlen spiegelt die Lebensrealitäten vieler Österreicherinnen wider: Über 51 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, nur 13 Prozent der Teilzeitbeschäftigten in Österreich sind Männer. 

Männerdominierte Berufe werden überwiegend als Vollzeitjobs ausgeschrieben

Der Arbeitsmarktreport von karriere.at zeigt, dass traditionell männerdominierte Berufe überwiegend als Vollzeitjobs ausgeschrieben werden. In frauendominierten Berufsfeldern häufen sich hingegen Teilzeitausschreibungen. “Frauen arbeiten immer noch mehrheitlich in Teilzeit, weil sie Care-Arbeit leisten. Um die Vollzeitbeschäftigung für sie attraktiver oder gar erst möglich zu machen, brauchen Frauen bessere Unterstützung bei der Betreuung von Kindern und Angehörigen, von ihren Partnern, den Arbeitgebern und der Politik“, so Georg Konjovic, CEO von karriere.at.

Insgesamt arbeiten 29 Prozent der Beschäftigten in Österreich Teilzeit, weil sie Betreuungs- und Care-Arbeit leisten müssen. Dazu zählen die Pflege von Angehörigen, Kinderbetreuung und Hausarbeit. Während 36 Prozent der Frauen nicht Vollzeit arbeiten können, weil sie sonst Betreuungspflichten nicht nachkommen könnten, sind es bei den Männern nur sieben Prozent. Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind laut der Umfrage bei Männern und Frauen unterschiedlich. Rund ein Drittel der befragten Männer (32 Prozent) und 18 Prozent der erwerbstätigen Frauen wünschen sich mehr Freizeit und haben sich deshalb für das Teilzeitmodell entschieden. Zudem ist der Wunsch nach einem Studienabschluss bei Männern (25 Prozent) häufiger der Grund für eine Teilzeitbeschäftigung als bei Frauen (neun Prozent).  

karriere.at-CEO schlägt Jobsharing-Modelle für Führungskräfte vor

Die Umfrage zeigt auch, dass Männer (28 Prozent) häufiger als Frauen (16 Prozent) der Meinung sind, dass sie ihre Position nicht in Teilzeit ausüben können. Zudem sind Männer (39 Prozent) mit ihrer Vollzeitbeschäftigung zufriedener als Frauen (27 Prozent) und legen mehr Wert auf ein höheres Gehalt als mehr Zeit (25 Prozent und 13 Prozent). 

“Männer arbeiten in Vollzeitjobs, weil sie sagen, ihre Positionen nicht in Teilzeit ausführen zu können. Führungspositionen und Jobs in männerdominierten Branchen werden auch häufig nur als Vollzeitpositionen ausgeschrieben. Um diese auch für Frauen attraktiver zu machen und Männern die Möglichkeit zu geben, mehr Care-Arbeit zu leisten,  sind Arbeitgeber gefordert, flexibel bei der Arbeitszeitgestaltung zu sein, etwa durch Jobsharing-Modelle, wo zwei Führungskräfte in Teilzeit sich eine Position teilen“, so Konjovic.

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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