05.11.2019

aws JumpStart: Diese 5 Programme werden mit je 150.000 Euro gefördert

Die vierte Ausschreibungsrunde des aws-Programms JumpStart, mit dem heimische Inkubatoren und Akzeleratoren gefördert werden, wurde abgeschlossen. Aus 24 eingereichten Projekten wurden fünf ausgewählt, die nun mit je 150.000 Euro gefördert werden.
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JumpStart
(c) Adobe Stock / Rawpixel.com

Das Austria Wirtschaftsservice (aws) und Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) haben die vierte Ausschreibungsrunde von aws JumpStart abgeschlossen. Dabei handelt es sich um ein Programm, das österreichische Startup-Inkubatoren und Akzeleratoren unterstützt. Aus 24 eingereichten Projekten hat eine Expertenjury fünf Konzepte ausgewählt. Dies werden nun als Inkubatoren mit jeweils bis zu 150.000 Euro unterstützt.

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Fünf Programme werden ausgezeichnet

Zu den ausgewählten Programmen der vierten Ausschreibung gehören Future Law aus Wien, Gründungsgarage 2.0 aus der Steiermark, MAD Ventures aus Tirol, sowie die Startup Manufaktur und WhatAVenture aus Wien. Laut der aws liegt der Schwerpunkt des Förderungsprogramms auf der Unterstützung und Weiterentwicklung heimischer Inkubatoren und Akzeleratoren, die innovativen Startups nicht nur Raum, sondern auch Beratungsleistungen zur Verfügung stellen.

Zweite Förderschiene

Im aws JumpStart Programm gibt es zudem eine zweite Förderschiene, die sich direkt an Startups richtet: Bis zu fünf der Unternehmen, die an einem durch JumpStart geförderten Inkubator teilnehmen, werden für eine weitere Förderung ausgewählt. Pro ausgewähltem Startup ist eine maximale Förderung von 22.500 Euro vorgesehen.

Die Programme im Überblick:

1. Future Law

Future Law ist die unabhängige Plattform für Digitalisierung im Rechtsbereich in Österreich und hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe der Digitalisierung die Zukunft der Rechtsbranche aktiv mitzugestalten. In Kooperation mit führenden Rechtsanwaltssozietäten Österreichs wird der seit 2017 bestehende Akzelerator mit Spezialisierung auf Startups im Rechtsbereich ausgebaut und auf andere europäische Länder erweitert.

2. Gründungsgarage 2.0

Seit dem Start der Gründungsgarage hat sich das Programm als eines der ersten konkreten Support-Programme für Startups und Gründungen im akademischen Umfeld Graz etabliert. Das Ziel der Gründungsgarage ist es, einen weiteren deutlichen Professionalisierungsschub für die Vorgründungsphase bis hin zur Ausgründung. Der Verein, welche die Gründungsgarage betreibt wird u.a. von folgenden Personen geführt: Elisabeth Poandl, Matthias Ruhri, Stefan Vorbach und Bernhard Weber.

3. MAD Ventures

Der Fokus von MAD liegt auf Gründerideen in der Pre-, Seed sowie Early und Late Seed Phase. Im Rahmen der JumpStart-Förderung wird ein systematischer Ansatz geschaffen, der es ermöglicht Startups individuell und zielgerecht an den Markt zu bringen. Das MAD Gründerteam, besteht aus Christina und Florian Scholochow, Wieland Alge und Walter Ischia.

5. Startup Manufaktur

Die Startup Manufaktur bietet Incubation Services für Startups im Speziellen aus dem Hochtechnologie Bereich. Die Initiatoren, Johannes Cech, Stephan Jung und Gernot Hutter wollen der zentrale Anbieter für Spin-off Services und Company Building Projekten für österreichische Hightech-Projekte werden.

6. WhatAVenture

Der Company Builder von WhatAVenture hat sich zum Ziel gesetzt selektiv ausgewählt frühphasige Innovationsprojekte zu identifizieren und rasch und nachhaltig am Markt zu etablieren. Neben klassischen Inkubationsdienstleistungen nimmt das WhatAVenture Team auch aktiv operative Tätigkeiten in den betreuten Startups wahr. Die operative Leitung hat Stefan Perkmann Berger inne.


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Andreas Blumauer, bislang CEO von Semantic Web Company und nun SVP Growth bei Graphwise | (c) Graphwise
Andreas Blumauer | (c) Graphwise

Im Oktober 2024 fusionierte das Wiener Unternehmen Semantic Web Company (2004 von Andreas Blumauer und Martin Kaltenböck gegründet) mit Ontotext aus dem bulgarischen Sofia und wurde zu Graphwise. Blumauer, bis dato CEO von Semantic, wurde SVP Growth, Atanas Kiryakov, davor CEO von Ontotext, wurde Präsident. Details zum Deal wurden damals nicht genannt – brutkasten berichtete.

Nun hat das britische Private-Equity-Haus Oakley Capital die Mehrheit an Graphwise übernommen. Auch hier wurden die Höhe der Summe und der verkauften Anteile nicht aktiv kommuniziert, Gründer Blumauer erklärte dem brutkasten jedoch, dass man sich nun weltweit gesehen in den Top 3 – was die Evaluation von KI-Infrastrukturunternehmen betrifft – befände.

Graphwise: Ein Meilenstein in Bulgariens IT-Historie

„Durch den Merger hat die Firma eine besondere Konstellation mit Standorten bzw. Strukturen in Wien, Sofia und den USA geschaffen“, sagt Blumauer. „Die Bewertung basiert wesentlich auf dem ARR. Das heurige Jahr ist dabei zäher als die Jahre zuvor, dennoch ist es uns gelungen, uns im Markt zu behaupten und einen Multiple über dem 2026er Marktdurchschnitt zu erzielen. Daher liegt die Bewertung im neunstelligen Bereich und ist damit signifikant. Für Bulgarien bedeutet das sogar, dass es sich nun um die dritthöchste Bewertung eines IT-Unternehmens in der Geschichte des Landes handelt.“

Auf die Frage, wie es zu diesem Deal kam, war für Blumauer die Marktdynamik ganz entscheidend. „In den vergangenen zwei Jahren hat sich KI in Unternehmen zunehmend langsam in den operativen Einsatz entwickelt. Es gibt zwar immer wieder pointierte Erfolgsmeldungen, gleichzeitig besteht weiterhin Unsicherheit darüber, welche LLM-Ansätze sich tatsächlich durchsetzen werden. Gerade bei Multi-Agentic- und autonomen Systemen ist ein breiter Roll-out noch meilenweit entfernt“, erklärt er.

Kontakt über Messen in London

Umso wichtiger seien deswegen Referenzkunden, bei denen sich anhand konkreter Anwendungen demonstrieren lässt, wie KI vertrauenswürdiger und in bestehende Unternehmensstrukturen integriert werden kann. „Das lässt sich auch mit Company Rules verknüpfen: Ein wesentlicher Teil der Story ist die Frage, wie KI in Unternehmen kontrolliert und gleichzeitig hochskalierbar ausgerollt werden kann“, führt er aus. „Das hat auch Oakley erkannt und verstanden. Über Messen in London kam der Kontakt zustande, woraufhin unser Business genauer analysiert und das Potenzial erkannt wurde. Begleitet wurde die Entwicklung unter anderem von Deloitte, EY und Bain, die bestätigen konnten, dass Graphwise eine zentrale Rolle in diesem Umfeld spielen kann.“

Heute wird die Graphwise-Technologie von Banken und großen Pharmakonzernen in Europa eingesetzt, darunter beispielsweise Roche und weitere prominente Unternehmen in Österreich, die nicht genannt werden wollen: „Gleichzeitig gibt es gute Statements und Bewertungen aus dem Markt“, führt Blumauer weiter aus. „Mit der Entwicklung der Sprachmodelle und insbesondere GraphRAG (Anm.: Retrieval-Augmented Generation mit Graphen) stehen nach dem Merger sehr zentrale Komponenten zur Verfügung, um die nächste Entwicklungsstufe von KI in Unternehmen abzubilden. Das zeigt sich auch in unseren operativen Kennzahlen: Der ARR wächst organisch um rund 30 Prozent, bei inzwischen mehr als 200 Blue-Chip-Kunden. Damit verfügen wir über eine relevante Kundenbasis und konkrete Referenzen, die die technologische Positionierung und die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells untermauern.“

Gründer bleiben im Management

Für den Founder ist der neue Eigentümer ein Investor mit einem langfristigen und klar auf Wertschöpfung ausgerichteten Ansatz: „Oakley, mit Gründer Peter Dubens, hat unter anderem in die Sigmund Freud Privat-Universität investiert und Dubens selbst war mehrfacher Startup-Gründer. Er hat sich immer wieder gefragt, warum sich klassische VCs teilweise so wenig mit den Gründern selbst auseinandersetzen. Für ihn geht es letztlich darum, Ideen zur Welt zu bringen und Unternehmen langfristig aufzubauen. Martin Kaltenböck und ich verstehen uns weiterhin klar als Gründer. Wir sind nach wie vor im Management-Board aktiv und bringen damit unsere Erfahrung und unsere ursprüngliche Gründerperspektive weiterhin unmittelbar in die Entwicklung des Unternehmens ein. Das ist ausdrücklich so gewünscht und Teil der langfristigen Konstellation.“

Oakley baut auf Graphwise auf

„Wir freuen uns sehr über diese neue Partnerschaft mit Oakley, da ihr Team sowohl unsere Technologie als auch unsere Ambitionen versteht. Oakley hat eine herausragende Erfolgsbilanz darin, gründergeführte Software-Unternehmen zu Unicorns zu machen. Mit Oakley als paneuropäischem Investor im Rücken sind wir besser denn je positioniert, um global als KI-Enabling-Plattform aufzutreten und Unternehmen dabei zu unterstützen, souveräne und vertrauenswürdige KI in großem Maßstab zu implementieren“, sagt Kiryakov.

KI-Souveränität im Fokus

In einer Zeit, in der Unternehmen zunehmend unabhängig von einzelnen großen Tech-Plattformen agieren wollen, gewinnt das Thema „KI-Souveränität“ an Bedeutung. Der Einstieg von Oakley als paneuropäischer Investor sei deswegen ein starkes Signal für den europäischen Technologie-Standort und stärke die Rolle von Graphwise als unabhängige KI-Plattform.

„Der Wert von Künstlicher Intelligenz hängt direkt von der Qualität und Zuverlässigkeit der zugrunde liegenden Daten ab. Large Language Models (LLMs) sind extrem leistungsfähig bei der Sprachverarbeitung, haben aber entscheidende Schwächen: Sie neigen zu faktischen Fehlern („Halluzinationen“) und können oft nicht nachvollziehbar erklären, wie sie zu einem Ergebnis gekommen sind“, liest man in der Aussendung.

Graphwise mit Rückgrat

Graphwise löst dieses Problem durch den Aufbau eines sogenannten „Semantic Backbone“ (semantisches Rückgrat) in Form eines Knowledge Graphs. Diese Wissensgraphen verknüpfen isolierte Unternehmensdaten, geben ihnen Kontext und stellen großen KI-Modellen eine Faktenbasis zur Verfügung. Das Ergebnis: Die KI soll nicht mehr halluzinieren, Ergebnisse würden revisionssicher und die Token-Kosten drastisch sinken, so der Claim. Dies sei besonders in regulierten und datenintensiven Branchen wie Finanzdienstleistungen, im Gesundheitswesen (Life Sciences) und im öffentlichen Sektor unverzichtbar.

Dubens, Gründer und Managing Partner von Oakley Capital, dazu: „KI verändert die Art und Weise, wie jede Organisation arbeitet. Das macht vertrauenswürdige, gut verwaltete Daten heute wichtiger denn je.“

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aws JumpStart: Diese 5 Programme werden mit je 150.000 Euro gefördert

Die Gründungsgarage der Karl-Franzens-Universität und der Technischen Universität Graz hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2013 zu einem der wichtigsten akademischen Startup Acceleratoren Österreichs entwickelt. In den letzten sechs Jahren wurden über das Programm insbesondere Startups aus dem akademischen Umfeld in der frühen Pre-Seed-Phase unterstützt. aws JumpStart unterstützt laut Eigendefinition „Inkubationsangebote jener ausgewählten Inkubatoren, die zum schnelleren und qualitativ höherwertigen Heranreifen von Startups beitragen und die nicht von bestehenden Finanzierungsprogrammen auf Bundesebene erfasst sind.“ In den letzten sechs Jahren hat die Gründungsgarage in insgesamt zwölf Durchgängen 110 Teams betreut, aus dem 38 Gründungen hervorgegangen sind. Die Gründungsgarage ist nun eines von fünf Inkubatoren des aktuellen Calls des „aws JumpStart“-Programms. Pro ausgewähltem Startup ist eine maximale Förderung von 22.500 Euro vorgesehen.

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