28.08.2017

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

Gastbeitrag. Julian Hosp beschreibt für den Brutkasten eine neue Betrugs-Masche. Nach Schneeball- und Pyramiden-Systemen werden nun Initial Coin Offerings für "Kreis-Systeme" genutzt. Und die sind (noch) nicht illegal.
/artikel/julian-hosp-kreis-systeme
(c) fotolia.com - weerapat1003

Wann war das letzte Mal, dass jemand dir geraten hat, in etwas zu investieren? Un du hast dann bald erkannt, dass du eine Provision erhältst, wenn du wiederum andere dazu bringst, zu investieren. In letzter Zeit ist ein neuer Trend entstanden, da immer weniger Menschen an die „Ich stelle es dir vor, damit du es weiteren vorstellst“-Systeme anbeißen. Nachdem ich die größte deutschsprachige Facebook-Gruppe, den größten deutschsprachigen Podcast und den größten YouTube-Kanal über Blockchain und Kryptowährungen habe, konnte ich feststellen, dass diese alarmierende Tendenz zunimmt: Dinge, die ich nicht anders nennen könnte als sogenannte „Kreis-Systeme“.

+++ Julian Hosp von TenX: “Zu viele Fälle, wo Token Sales missbraucht werden” +++

Die alte Masche mit den Investitionsrenditen…

Lug und Trug existieren schon so lange, wie die Menschheit selbst. Anstatt seine Energie dafür zu nutzen, etwas Produktives zu tun, nutzt man seine Kreativität für das Betrügen und das Stehlen von Geld von anderen. Mit der Modernisierung der Finanzsysteme wurden anspruchsvollere Strukturen zum Geldbetrug eingeführt. Charles Ponzi war der erste, der allgemein damit bekannt wurde, Menschen große Investitionsrenditen zu versprechen, doch dann tatsächlich einfach nur Geld von einer Person zur nächsten zu schieben. Er versorgte sich dabei selbst und hinterließ viele Geschädigte.

Betrüger wurden immer kreativer

Viele ähnliche Arrangements wie Kettenbriefe und Pyramidensysteme kamen daraufhin auf, und es dauerte immer eine Weile, bis die Regulierungsbehörden schließlich dazwischen gingen, um die Gründer dieser Systeme zu bestrafen. Die Betrüger wurden immer kreativer, um die illegale Struktur des Unternehmens zu verbergen. Dies taten sie, indem sie andere, scheinbar legale Geschäfte in den Vordergrund stellten. Trotzdem gab es immer noch das Risiko, ertappt zu werden, während man etwas Illegales macht.

… und die neue Masche mit dem ICO

Ihre neue Lösung? Das sogenannte Kreis-System. Statt Provisionen von anderen direkt zu bekommen, erreichen sie eine Gruppe von ahnungslosen Investoren um eine „Autoritätsperson“ herum. Diese Person kann der Betrüger selbst sein oder aber oftmals ein Social Media-Influencer, der eine Meinung über ein bestimmtes Produkt oder eine Investition vertritt. Man kombiniere das mit einem komplett unregulierten Markt wie bei Kryptowährungen und schon hat man ein Eldorado für Betrüger: Sie selbst oder eine vereinbarte Gruppe an Influencern erzeugt einen „Pump“ auf einen Coin oder einen ICO, nachdem sie eine beträchtliche Summe hinein investiert haben. Sie machen einige Marketing-Flusen, die ausreichend „Lemminge“ anziehen, die nicht wissen, dass das Konzept hinter dem Coin in Wirklichkeit Müll ist. An diesem Punkt haben die Betrüger bereits eine große Summe an Gewinn herausgezogen und die ahnungslose Masse verliert. Es ist genau gleich wie bei Pyramiden- oder Schneeballsystem, nur noch besser verschleiert.

„Das ist meine große Chance“

Lass uns hier ein Szenario durchspielen. Vielleicht bist du eines Tages überrascht, wenn ein Freund dir die neuesten und besten „Kryptoinvestitionen“ vorstellt. Vielleicht liest du auch davon in einer Gruppe oder auf einem Blog. Wenn du fragst, ob man irgendwelche Provisionen bekommt, bekommst du als Antwort: „Nein, natürlich nicht, dieses Projekt ist zu 100 Prozent legitim „. Du denkst: „Wow, das sieht ja richtig gut aus.“ Es ist kein Multi Level Marketing-System, das Projekt hat eine interessante Webseite – alles tip top. Der Coin ist noch dazu auf www.coinmarketcap.com gelistet oder den ICO findet man auf verschiedenen Tracking-Sites. Selbst YouTuber reden über das Projekt positiv. „Das ist meine große Chance!“ Also machst du dich bereit und investierst in etwas, das aussieht als wärst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

+++ byte heroes: Erster komplett österreichischer ICO noch im September +++

Auf den „Pump“ folgt der „Dump“

Der Preis steigt darauf hin sogar und gerade als du darüber nachdenkst, ein bisschen was auszuzahlen, fällt der Preis leicht. Du fragst deinen Freund und er sagt dir, er hat bereits Gewinne ausgezahlt bekommen, aber du sollst besser warten, denn das steigt sicher wieder. Du wartest und wartest, dass der Preis wieder steigt. Aber das tut er nicht mehr. Auf den „Pump“ folgt der „Dump“. Irgendwann verkaufst du in Panik, nimmst einen großen Verlust in Kauf und denkst dir nur: „Gott sei Dank, diesmal bin ich nicht auf ein Pyramidenspiel hinein gefallen… Dieses Mal war es anders. Das war eine legitime Investition, nur das Timing hat nicht gepasst.“ Richtig?

Absolut falsch! Die Wahrheit? Es geschieht jeden Tag in unterschiedlichsten Arten und Weisen.

Ein paar Beispiele…

  • Ein eigentlich wertloser ICO, der eine öffentlich breit bekannte Person hat, die ihn unterstützt. Die Öffentlichkeit weiß nicht, was die wahren Absichten dieser Person sind und was sie davon hat. Glaubt diese Person wirklich an die Firma oder kümmert sie sich nur um ihren 90 Prozent-Rabatt, der sie innerhalb weniger Wochen zum Millionär macht?
  • YouTuber, Podcaster und Blogger, die ihre Kanäle starten indem sie wirklich wertvolle Inhalte liefern, aber dann aufgrund von „Bestechungsgeldern“ ihren Kanal in einem ganz neuen Licht darstellen – alles zu Gunsten eines Unternehmens oder einer Dienstleistung.
  • Berater werden in ein Projekt aufgenommen, damit sie sehr positiv darüber sprechen.

Betrug, aber legal

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Blogartikels im August 2017 ist dieser eigentliche Betrug (noch) nicht illegal. In einer dezentralisierten Welt wie von Blockchain und Kryptowährungen bin ich nicht einmal sicher, wie man solche Aktionen richtig regulieren kann. Deshalb ist es noch wichtiger, Menschen zu zeigen, dass diese Dinge häufiger passieren als eigentlich vermutet.

Unmoralische Angebote

Woher ich das weiß? Ich vermute nicht nur oder nehme an – ich erlebe es tagtäglich am eigenen Leibe. Ich erhalte tatsächlich regelmäßig Angebote dieser Art:

Als wir einen Token-Sale mit TenX gemacht hatten, erhielten wir mehrere Angebote von großen Investoren, die investieren und im Gegenzug einen sehr großen Rabatt erhalten wollten, um dadurch unseren Token zu „pumpen“. Wir haben abgelehnt. Aber wenn diese Angebote an uns gemacht wurden, werden sie auch anderen Firmen, die einen Token-Sale machen, gemacht. Und die werden diese Angebote eventuell akzeptieren. Also, beim nächsten Mal, wenn du einen großen Namen hörst, der eine Firma unterstützt, verstehe den eigentlichen Deal, der vielleicht gerade im Hintergrund abläuft.

Ist die Meinung wirtschaftlich beeinflusst?

Da ich eine der größten Krypto-Communities da draußen habe, werden mir regelmäßig 5- oder sogar 6-stellige Dollarsummen und zweistellige Token-Prozentsätze angeboten, wenn ich einen Service in einem positiven Licht erscheinen lasse bzw. erwähne. Meine Assistentin lehnt diese Angebote ohne zu Zögern sofort ab. Aber ich bin sicher, nur weil ich sie nicht akzeptiere, heißt das nicht, dass es viele andere gleich tun. Also, frage dich immer: Wenn ein YouTuber oder Social Media Influencer positiv oder negativ über ein Produkt oder eine Dienstleistung spricht, verstehe, warum diese Person das tut. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein solcher Influencer dafür bezahlt wird. Doch es ist wichtig zu verstehen, ob eine negative Aussage oder ein positives Feedback legitim und nicht wirtschaftlich beeinflusst ist.

Der Lockvogel

Ich werde zu unzähligen Events eingeladen, teilweise alles bezahlt – nur um dann herauszufinden, dass die Teilnehmer mit einem Angebot oder Produkt betrogen werden sollen und ich als „Lockvogel“ hingestellt werde. Wir machen viele Checks, um genau solche Szenarien zu vermeiden, aber ich nehme an, dass viele andere das nicht tun.

Mir wird kostenloses Geld angeboten, nur um auf der Website einer Firma zu erscheinen. Anstrengung? 0 Minuten. Freies Geld, richtig? Nein, denn es gibt immer Kosten zu zahlen – während ich nicht bereit bin, diese potenziellen Kosten für den Verlust meines Ansehens & meines Rufes zu bezahlen, tun das andere eventuell schon.

Es gibt immer wieder Leute, die mich bitten, ihnen Insider-Informationen über TenX zu geben, wann es Sinn macht zu kaufen, wann zu verkaufen. Ich verneine das immer. Jeder in unserem Team weiß, dass wir NICHT „Insider Trading“ betreiben. Ob das jedes andere Unternehmen auch so macht, weiß ich nicht.

„Kreis-System“: Je näher am Zentrum, desto höher der Gewinn

All dies sind Beispiele für Kreis-Systeme. Will ich mich oder unsere Firma als Helden und Retter zu zeigen? Nein, aber ich möchte das Bewusstsein für das Geschehen aufzeigen:

Statt Top-down-Gewinne wie in Ponzi- oder Pyramidensystemen sehen wir ein Innen-Außen-Muster: Je näher man am Mittelpunkt des „Pumpers“ ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man vor dem „Dump“ rauskommt. Die Gewinne werden nicht in einer Pyramidenform gemacht, sondern in einer Kreisform – je näher, desto mehr Gewinne. Daher Kreis-System. Genau wie in Pyramidensystemen werden Menschen dazu gebracht, zu glauben, dass sie an der Spitze sind, die Menschen im Kreis sind in der Illusion, sie wären in der Nähe des Zentrums des Kreises. Zum Beispiel werden sie zu Telegrammgruppen eingeladen, in denen Coins „gepumpt“ werden. Schlussendlich passiert immer dasselbe: Die Masse verliert, während einige wenige gewinnen. Die Leute glauben, dass sie die ersten sind, die davon wissen, aber wenn sie das erfahren, ist es eigentlich schon zu spät. Die Betrüger sind schon dabei zu „dumpen“.

Die Gier macht Leute irrational

Ist diese Information der Öffentlichkeit absolut unbekannt? Definitiv nicht! Die meisten Leute sind sich dessen bewusst, aber genau wie in Ponzi- oder Pyramidensystemen haben die Leute Hoffnungen, reich zu werden ohne viel dafür tun zu müssen. Gier nimmt die Oberhand und macht Leute irrational. Ich habe es schon oft genug selbst miterlebt – und ich bin mir sicher, du auch. Doch für manche gibt es kein anderes Heilmittel, als dass sie Geld verlieren bis sie erkennen, dass sie keine Chance haben, einen wahren Gewinn in Kreis-System zu machen.

Es heißt Aufpassen!

Für diejenigen, die sich dessen nicht wirklich bewusst waren, sollte dieser Beitrag ein Weckruf sein, was leider oft (nicht immer) hinter den Kulissen geschieht. Also, achte darauf, wenn Investoren oder Berater einen Coin stark „pumpen“. Werde vorsichtig, wenn ein YouTuber oder Blogger sehr positiv über ein Unternehmen spricht. Achte immer auf „Pump- und Dump-Gruppen“, wo dir glaubhaft gemacht wird, dass du in der Mitte des Kreis-Systems bist. In einigen Fällen kann alles passen und korrekt ablaufen, in vielen anderen aber nicht.

Wie kannst du so gut es geht vermeiden, auf einen Betrug hineinzufallen? Es gibt kein Patentrezept, aber es gibt ein paar Dinge, die du tun kannst:

  • Überprüfe die Grundlagen eines Coins oder eines Tokens
  • Frage dich, ob es tatsächlich eine tolle Idee hinter dem Unternehmen gibt
  • Wer sind die Gründer / Schöpfer? Wer ist das Team dahinter?
  • Sind die Leute, die einen Coin gerade hypen, dafür bekannt, dass sie in der Vergangenheit gepumpt haben?
  • Ist ein Preisanstieg gerechtfertigt?
  • Was sind die Anreize für jemanden, der positiv über etwas spricht?

Bottom-up statt Top-Down

Ich versuche immer, für mich und die Leute um mich herum den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Nicht weil ich es muss, sondern weil ich niemals der Person, die ich hätte sein können, begegnen möchte. Ich bin nicht im Wettbewerb mit anderen außer mit mir selbst. Das gilt für uns alle und wir sollten uns jeden Tag daran erinnern. Andere, die das nicht machen, sollten nicht die Ausrede sein, warum wir unser eigenes Niveau sinken lassen können. Die Regulatoren werden nur langsam vorankommen, doch wir als Community können zusammenarbeiten und anstelle eines Top-down-Ansatzes in diesem Fall eine Bottom-up-Lösung haben.

Also, lasst uns dieses Wissen verbreiten und gemeinsam die Welt #cryptofit machen! Das ist es, was unser Krypto-Ökosystem wachsen und positiv herausstechen lassen wird.

+++ Event: “The Rise of ICO” – Zukunft der Startup-Finanzierung? +++


Der Autor

Dr. Julian Hosp ist Co-Founder und Präsident von TenX. Davor war er einer der weltbesten Kitesurfer und später Chirurg. TenX (www.tenx.tech) ist eine in Singapur ansässige FinTech-Firma, die Kryptowährungen jederzeit und überall ausgebbar machen will. Dazu bietet das Unternehmen ein Debitkarten-Zahlungssystem für seine Benutzer auf dem Frontend an und ein Backend, wo Blockchains durch das COMIT-Protokoll miteinander verbunden werden. COMIT ist ein Open Source Project, das jegliche Blockchains miteinander verknüpft, ohne einen eigenen Token zu kreieren. Hosp hat das Whitepaper (www.comit.network) dazu verfasst. TenX brachte mit seinem eigenen ICO im Juni 2017 rund 80 Millionen US-Dollar in Kryptogeld herein. Hosp ist momentan einer der begehrtesten Speaker auf einschlägigen Events.

Homepage: www.julianhosp.com

Deine ungelesenen Artikel:
20.10.2026

Wiener Startup Prewave startet KI-Agenten für die finanzielle Bewertung von Lieferkettenrisiken

Das Wiener Startup Prewave will Unternehmen mit KI-Agenten helfen, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch ihre finanziellen Folgen einzuschätzen und gezielter über Gegenmaßnahmen zu entscheiden.
/artikel/wiener-startup-prewave-startet-ki-agenten-fuer-die-finanzielle-bewertung-von-lieferkettenrisiken
20.10.2026

Wiener Startup Prewave startet KI-Agenten für die finanzielle Bewertung von Lieferkettenrisiken

Das Wiener Startup Prewave will Unternehmen mit KI-Agenten helfen, Risiken nicht nur früher zu erkennen, sondern auch ihre finanziellen Folgen einzuschätzen und gezielter über Gegenmaßnahmen zu entscheiden.
/artikel/wiener-startup-prewave-startet-ki-agenten-fuer-die-finanzielle-bewertung-von-lieferkettenrisiken
Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Kreis-System“: Wie Anleger mit ICOs abgezockt werden