28.11.2022

Jeder vierte Risikokapital-Dollar fließt in Climate Tech

Weltweite Investitionen in neue Klimatechnologien liegen seit Jahresbeginn 2022 bei 52 Milliarden US-Dollar – Gesamtinvestitionen seit 2018 bei rund 260 Milliarden.
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Climate Tech
(c) PwC Österreich - Agatha Kalandra, Partnerin und Leiterin Management Consulting & ESG bei PwC Österreich.

Seit Jahresbeginn 2022 wurden bisher weltweit mehr als 50 Milliarden US-Dollar in Klimatechnologie-Startups investiert. Seit 2018 liegen die Gesamtinvestitionen durch Risikokapitalgeber und Private Equity-Firmen nun bereits bei rund 260 Milliarden US-Dollar, sodass mittlerweile jeder vierte Risikokapital-Dollar in Climate Tech fließt; das zeigt der aktuelle „PwC State of Climate Tech Report„.

Climate Tech Risikokapital: Rückgang zu 2021

Im Vergleich zum boomenden Climate Tech-Jahr 2021 stellt dies jedoch einen Rückgang an ausgegebenen Risikokapitaldollar im Klimabereich dar, während der allgemeine Anteil an Risikokapitalinvestitionen stabil blieb.

Die Finanzierung in den ersten drei Quartalen 2022 ist nominal um 30 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2021. Zugleich zeige sich aber auch ein stärkerer Investmentfokus auf effektivere Technologien, die laut Expert:innen am meisten zur CO₂-Einsparung beitragen können.

Politischen und wirtschaftlichen Ereignisse hinterlassen Spuren

Während 2021 Startups in Branchen, die für 85 Prozent der Emissionen verantwortlich sind, nur 39 Prozent der Klimatechnologie-Investitionen für sich gewinnen konnten, wurden diese 2022 auf 52 Prozent erhöht.

„Nach einem wahren Climate-Tech-Boomjahr 2021 haben die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in diesem Jahr auch ihre absehbaren Spuren auf den Klimatechnologiemärkten hinterlassen. Trotz dieser enormen Stresstests haben sie aber erfreuliche Resilienz gezeigt. Nun ist es entscheidend, weiterhin Impulse zu setzen und diejenigen Technologien noch stärker zu fördern, die das größte Potenzial haben, Emissionen zu reduzieren. Zudem muss auch wieder mehr Aufmerksamkeit auf die Finanzierung in Frühphasen gelenkt werden, um mehr vielversprechende Projekte auf den Weg zu bringen“, erklärt Agatha Kalandra, Partnerin und Leiterin Management Consulting & ESG bei PwC Österreich.

Denn gerade die Anzahl und der Gesamtwert von Geschäften unter fünf Millionen US-Dollar, deren Betrag in den Frühphasen der Finanzierung typisch ist, ist seit Anfang 2021 zurückgegangen. Dieser rückläufige Investitionstrend deute darauf hin, dass weniger Startups spätere Finanzierungsphasen erreichen. Diese Entwicklung halte möglicherweise zukünftige Investor:innen davon ab, „Höchstwerte an verfügbarem Kapital“ einzusetzen, heißt es.

Climate Tech braucht „mehr Tempo“

„Jetzt, wo sich die Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat, die Emissionen bis 2030 zu halbieren, braucht es mehr Tempo und damit mehr Investitionen in Klimatechnologien“, so Kalandra weiter. „Das gilt nicht nur auf den obersten Ebenen, sondern besser verteilt auf alle Branchen und Lösungen, auf Startups verschiedener Größen und auf verschiedene Grade technischer Ausgereiftheit. Das schließt auch Übergangstechnologien mit ein, wie beispielsweise CO₂-Abscheidung, die fast oder bereits vollständig ausgereift und jetzt bereit für eine Weiterentwicklung sind.“

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Das Ohana Gründer-Trio Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda | (c) Ohana
Das Ohana Gründertrio Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda | (c) Ohana

Ohana ist eine Kinderschutz-App von Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda. Kurz nach der Gründung 2022 investierten die Runtastic-Gründer rund um Florian Gschwandtner mit ihrer Beteiligungsgesellschaft 8eyes einen nicht näher genannten Betrag in das Startup (brutkasten berichtete). Im Jahr darauf holte man Hansi Hansmann an Bord, welcher ein siebenstelliges Investment mitfinanzierte. 2025 folgte eine Partnerschaft mit Drei. Nun lanciert Swisscom mit Kids Security eine neue App für digitale Kindersicherheit. Die Technologie dahinter stammt vom österreichischen Unternehmen Ohana.

Ohana setzt auf Inklusion und Transparenz

Für ihre neue App Kids Security liefert und betreibt Ohana die Grundlage des neuen Angebots der größten Schweizer Telekommunikationsanbieterin. Sie soll konkret Familien bei einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und Internet unterstützen. Die plattformübergreifende Technologie verbindet dabei technische Schutzfunktionen mit einem Ansatz, der auf Transparenz, Medienkompetenz und die aktive Einbindung von Kindern setzt.

Kids Security ermöglicht Eltern unter anderem, Bildschirmzeiten zu strukturieren, Apps und Online-Inhalte zu verwalten sowie Einblicke in die Gerätenutzung ihrer Kinder zu erhalten. Dabei setzt die Lösung nicht auf reine Kontrolle: Kinder werden aktiv eingebunden, Regeln und Einstellungen bleiben für sie nachvollziehbar und Familien werden dabei unterstützt, gemeinsam einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.

Neues Handlungsfeld für Telekommunikationsanbieter

„Telekommunikationsanbieter begleiten Familien jeden Tag in der digitalen Welt. Damit sind sie auch in einer besonderen Position, Eltern und Kinder dabei zu unterstützen, sich sicher und selbstbestimmt darin zu bewegen“, sagt Orgler, Geschäftsführer von Ohana. „Dass Swisscom digitale Kindersicherheit als Teil des eigenen Angebots aufgreift, zeigt, welche Bedeutung das Thema mittlerweile hat.“

Smartphones, Social Media und Gaming sind längst fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie ihre Kinder schützen können, ohne ihre Privatsphäre übermäßig einzuschränken, heißt es in der Presseaussendung. Für Telekommunikationsanbieter entsteht laut Ohana damit ein neues Handlungsfeld: Neben Konnektivität und Zugang zur digitalen Welt gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie Familien bei der sicheren Nutzung unterstützt werden können.

Ohana-Founder: „Ein Meilenstein“

„Swisscom ist für uns eine wichtige Partnerin und der Launch von Kids Security ein großer Meilenstein“, so Orgler weiter. „Digitale Kindersicherheit wird für Telekommunikationsanbieter zunehmend zu einem Thema, an dem sie nicht mehr vorbeikommen. Wer Familien Zugang zur digitalen Welt bietet, muss sich auch damit auseinandersetzen, wie Kinder diese sicher und gesund nutzen können. Swisscom geht diesen Schritt jetzt und wir sind überzeugt, dass weitere Anbieter folgen werden.“

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