15.12.2020

IÖB-Call des BMDW: Das sind die drei Sieger

Im Digitalisierungs-Call des BMDW konnte sich der Robo Wunderkind Baukasten der Robo Technologies GmbH als Sieger durchsetzen, knapp gefolgt von den Lösungen Artificial Intelligence Operation System der Leftshift One Software GmbH und dem KI-gestützten Chatbot zur COVID-19 Selbsteinschätzung der Symptoma GmbH.
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Robo Wunderkind
Digitalisierungsministerin Schramböck zeichnet die Robo Wunderkind Lernbaukästen der Robo Technologies GmbH mit einer Trophäe aus | © BMDW/Philipp Hartberger

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und die IÖB-Servicestelle haben im August und September im Rahmen eines IÖB-Calls Digitalisierungsinnovationen aus und für Österreich gesucht.

Ziel des Call war es, die besten Innovationen für öffentliche Institutionen zu finden, damit diese in ihrer Aufgabenerfüllung effizienter werden, neue digitale Services für Bürgerinnen und Bürger anbieten oder ihre Prozesse und damit die tägliche Arbeit neugestalten können. – der brutkasten berichtete.

Über 100 Einreichungen

Aus mehr als 100 Einreichungen hat nun eine Jury jene drei Top-Innovationen ausgewählt, die aus ihrer Sicht die spannendsten Potenziale haben, um den öffentlichen Sektor bei der digitalen Transformation zu unterstützen.

Im Digitalisierungs-Call des BMDW konnte sich der Robo Wunderkind Baukasten der Robo Technologies GmbH als Sieger durchsetzen, knapp gefolgt von den Lösungen Artificial Intelligence Operation System der Leftshift One Software GmbH und dem KI-gestützten Chatbot zur COVID-19 Selbsteinschätzung der Symptoma GmbH.

Digitales Schaufenster der IÖB-Servicestelle

Die drei besten digitalen Lösungen wurden am 10. Dezember von Bundesministerin Margarete Schramböck mit einer Trophäe ausgezeichnet und erhalten ein digitales Schaufenster am Marktplatz Innovation der IÖB-Servicestelle.

Zudem wird die IÖB-Servicestelle die drei Top-Innovationen über ihre Kanäle bei öffentlichen Stellen speziell bewerben und die Unternehmen gezielt bei der Kontaktaufnahme mit öffentlichen Institutionen unterstützen. Neben den drei Siegerprojekten sollen am digitalen Marktplatz in den kommenden Wochen zudem auch die weiteren Beiträge vorgestellt werden.

Die Top-3 Innovationen

Robo Technologies GmbH

Die Robo Wunderkind Lernbaukästen der Robo Technologies GmbH bieten einen niederschwelligen Zugang für Jung und Alt, um das Programmieren von Robotern zu erlernen. Die Baukästen bestehen aus modularen Roboterbauteilen und einer intuitiv nutzbaren Software, mit der die Roboter programmiert werden können.

Leftshift One Software GmbH

Das AI Operating System (AIOS) der Leftshift One Software GmbH ist Europas erstes unabhängiges Betriebssystem für künstliche Intelligenz. Die meisten Marktteilnehmer setzen auf spezifische AI-Services und -Lösungen bzw. auf Insellösungen. AIOS läuft jedoch vollständig autark und ist entweder in einer privaten Cloud oder “on-premise”, also in der internen Infrastruktur von Kunden, gehostet. Dadurch behalten diese die vollständige Datenhoheit.

Symptoma GmbH

Die Symptoma GmbH hat weltweit die erste KI-basierte Chatbot Lösung etabliert, um Bürgerinnen und Bürger auf ein COVID-19 Risiko zu testen. Nutzerinnen und Nutzer geben Symptome ein, beantworten Fragen und erhalten das Risiko als hoch/mittel/niedrig ausgegeben. Das Besondere: Symptoma wägt dabei die Wahrscheinlichkeit gegen 20.000 andere Krankheiten ab. Die Treffergenauigkeit wurde in retrospektiven Studien bereits mit 96,32% getestet.

IÖB-Call zum Klimaschutz

Der IÖB-Call „Digitale Innovationen aus und für Österreich“ des BMDW wurde in der gemeinsamen IÖB-Initiative mit dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) durchgeführt, das zeitgleich einen Aufruf nach Klimaschutz-Innovationen durchgeführt hat. Insgesamt erzielten beide Calls 160 Einreichungen innovativer Unternehmen.


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Das Team des aws Gründungsfonds | (c) aws Gründungsfonds / Bild mit KI erstellt

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen.


refinq macht Klimarisiken berechenbar

Dass ein Umspannwerk in einem Überflutungsgebiet steht, weiß der Betreiber – was ihn das pro Jahr kostet, weiß er selten. Genau hier setzt refinq an: Beim Wiener Startup lädt ein Unternehmen seine Standorte hoch und bekommt sie auf einer Karte angereichert mit Klimaszenarien und Naturdaten zurück. Ein Klick auf einen Standort zeigt, welche Gefahren dort drohen, von Hochwasser über Hitze bis Dürre, was sie kosten und welche Maßnahmen das Risiko senken; von der Landkarte zur Kennzahl zum Eurobetrag.

Wie konkret das wird, zeigt die Arbeit mit europäischen Stromnetzbetreibern: In einem Programm von Terna, Elia, Swissgrid und weiteren Netzbetreibern setzte sich refinq gegen mehr als 85 Bewerbungen durch und unterstützt nun bei der Absicherung der Leitungen und Umspannwerke gegen Extremwetter. Auch die Wiener Stadtwerke prüfen mit der Plattform mehr als 5.000 Standorte, um die Wiener Energieversorgung zu schützen. Weil jede Kennzahl offen dokumentiert ist, lassen sich die Ergebnisse zugleich als Nachweis für CSRD, EU-Taxonomie und TNFD exportieren. Im Februar führte der aws Gründungsfonds die Seed-Runde über 2,2 Millionen Euro an.

Das Team von refinq | (c) refinq

Kickscale befreit den Vertrieb von Admin-Arbeit

Verkaufsgespräche sind die am schlechtesten dokumentierte Ressource vieler Unternehmen: Was im Termin besprochen wurde, landet bestenfalls in einer kurzen Notiz. Kickscale ändert das und geht dabei weiter als ein reiner Notizassistent – die Plattform erfasst Meetings, Calls und CRM-Daten, wertet sie mit KI aus und befüllt die CRM-Felder nach jedem Gespräch automatisch, samt Follow-ups und nächsten Schritten. Dazu kommt Coaching aus echten Gesprächsdaten statt aus Vermutungen: Sichtbar wird, was die besten Verkäufer anders machen – und wie wahrscheinlich der Abschluss eines erfolgreichen Deals ist.

Bei Lufthansa City Centers spart das nach Unternehmensangaben 85 Prozent der Zeit für die Nachbereitung. Mehr als 200 Kunden nutzen die Plattform, der Schwerpunkt liegt im deutschsprachigen Raum, dazu kommen Japan, Polen, Norwegen und die Niederlande. Der Serverstandort in Deutschland, die ISO-27001-Zertifizierung und die Ausrichtung auf die Anforderungen des EU AI Act sind insbesondere für europäische Unternehmen wichtige Kriterien bei der Beschaffung. Die Seed-Runde über 2,1 Millionen Euro wurde vom aws Gründungsfonds angeführt.

Die Gründer von Kickscale | (c) Michael Stabentheiner

Invisible-Light Labs spürt kleinste Spuren auf

Wer wissen will, welche Chemikalie in einer Probe steckt, braucht davon eine entsprechende Mindestmenge. Die Analyse scheitert dabei oft genau dort, wo es interessant wird: bei Nanoplastik in Luft und Wasser, bei Aerosolen in der Atmosphäre, bei Wirkstoffen, die nur in geringsten Konzentrationen vorliegen. Invisible-Light Labs, ein Deeptech-Spinoff der TU Wien, hat dafür EMILIE entwickelt, einen Sensor, der selbst Mengen im Billionstel-Gramm-Bereich und damit bislang kaum messbare Spuren nachweisen kann. Bestehende Infrarot-Spektrometer muss dafür niemand austauschen, und die winzigen Messchips lassen sich dorthin bringen, wo die Proben entstehen. Bei den Innovation Awards des Fachmagazins The Analytical Scientist landete EMILIE 2024 auf Platz eins. Seit 2025 baut eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics die internationale Verfügbarkeit des gemeinsam gebrandeten Systems aus.

An Bord der Tara Polar Station, die im September im Packeis einfriert, schickt ein EPFL-Team die Chips an einem Fesselballon in die Wolken, um kleinste Partikel zu untersuchen und besser zu verstehen, wie sie die Wolkenbildung und die Erwärmung der Arktis beeinflussen. Im Juni 2026 schloss Invisible-Light Labs eine Pre-Seed-Runde über 1,5 Millionen Euro ab, angeführt vom aws Gründungsfonds gemeinsam mit XISTA Science Ventures.

Invisible-Light Labs wurde 2019 als Spin-off der TU Wien gegründet| | (c) Invisible-Light Labs

HeartBeat.bio erkennt Herzrisiken früher

Ob ein Wirkstoff dem Herzen schadet, zeigt sich oft erst spät in der Entwicklung. Genau das will HeartBeat.bio ändern: Das Unternehmen aus dem Vienna Biocenter lässt aus Stammzellen sogenannte Cardioids wachsen: winzige schlagende Herzkammern, die dem menschlichen Herzen näher kommen als herkömmliche Zellkulturen. In automatisierten Testreihen lassen sich daran Risiken früh erkennen und Wirkstoffe gegen Herzerkrankungen suchen.

Angewendet wird das bereits: Mit Boehringer Ingelheim arbeitet HeartBeat.bio an Gentherapien gegen erbliche Herzmuskelerkrankungen, mit Molecular Devices ist eine Testlösung für die Herzsicherheit von Wirkstoffen auf den Markt gekommen. Der aws Gründungsfonds begleitet das Unternehmen seit 2023 und investiert damit in österreichische Spitzenforschung.

Automatisierte Zellkultur im Labor von HeartBeat.bio | (c) HeartBeat.bio

Der aws Gründungsfonds ist ein österreichischer Venture-Capital-Investor mit einem Fondsvolumen von rund 140 Millionen Euro. Er investiert im Rahmen von Frühphasenfinanzierungen in wachstumsstarke österreichische Technologieunternehmen und mobilisiert gemeinsam mit erfahrenen Co-Investoren zusätzliches privates und internationales Kapital. Als langfristiger Partner an der Seite der Gründungsteams begleitet der Fonds Startups über weitere Wachstums- und Finanzierungsphasen bis zum Exit. So trägt er dazu bei, Schlüsseltechnologien langfristig im Markt zu etablieren, international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen und den österreichischen Innovationsstandort nachhaltig zu stärken.

Hier könnt ihr mehr über den aws Gründungsfonds erfahren: gruendungsfonds.at

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IÖB-Call des BMDW: Das sind die drei Sieger

  • Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und die IÖB-Servicestelle haben im August und September im Rahmen eines IÖB-Calls Digitalisierungsinnovationen aus und für Österreich gesucht.
  • Ziel des Call war es, die besten Innovationen für öffentliche Institutionen zu finden, damit diese in ihrer Aufgabenerfüllung effizienter werden, neue digitale Services für Bürgerinnen und Bürger anbieten oder ihre Prozesse und damit die tägliche Arbeit neugestalten können.
  • Im Digitalisierungs-Call des BMDW konnte sich der Robo Wunderkind Baukasten der Robo Technologies GmbH als Sieger durchsetzen, knapp gefolgt von den Lösungen Artificial Intelligence Operation System der Leftshift One Software GmbH und dem KI-gestützten Chatbot zur COVID-19 Selbsteinschätzung der Symptoma GmbH.
  • Die Robo Wunderkind Lernbaukästen der Robo Technologies GmbH bieten einen niederschwelligen Zugang für Jung und Alt, um das Programmieren von Robotern zu erlernen.
  • Das AI Operating System (AIOS) der Leftshift One Software GmbH ist Europas erstes unabhängiges Betriebssystem für künstliche Intelligenz.
  • LesetippLeftshift One erhält 200.000 Euro von aws für Datenschutzprojekt LesetippLeftshift One: Grazer Startup startet KI-Betriebssystem „mit Gewissen“ LesetippZwei Millionen Euro Investment für Grazer AI-Scaleup Leftshift One

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  • Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und die IÖB-Servicestelle haben im August und September im Rahmen eines IÖB-Calls Digitalisierungsinnovationen aus und für Österreich gesucht.
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IÖB-Call des BMDW: Das sind die drei Sieger

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