26.10.2017

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

Interview. Speedinvest-Founder und CEO Oliver Holle erzählt im Gespräch mit dem Brutkasten, wie er Investitionsentscheidungen trifft und wie eine Generalversammlung bei Speedinvest aussieht.
/artikel/interview-mit-oliver-holle-entweder-glaubt-man-dem-markt-oder-nicht
Speedinvest: Oliver Holle
(c) Speedinvest: Oliver Holle

Wie werden die Startups gescoutet, die in die Portfolios von Speedinvest aufgenommen werden?

Unsere Teammember sind international auf vielen Konferenzen unterwegs. Denn wir sind kein Wald und Wiesen-Fonds, sondern wollen ein internationaler, europaweiter Player sein. Beim ersten Fonds kam etwa die Hälfte der Startups aus dem Ausland. Bei Speedinvest II sind etwa ein Viertel der Portfolio-Firmen aus Österreich und schon drei Viertel aus Europa. Dazu haben wir sehr viel Inbound-Interesse und erhalten etwa 1.500 Anfragen im Jahr. Dann gibt es noch verschiedene Demo Days, oder die Gründer aus dem Portfolio schlagen ein Projekt vor, das sie kennen. Dabei sind wir kein Fonds, der hypothesengetrieben und aktiv raus geht. Das ist weniger unser Approach. Speedinvest ist sehr stark Gründer-orientiert. Wir versuchen dort Muster zu entdecken.

+++ Speedinvest: Zwei ungebremste Fonds +++

Was sind Ausschlussgründe oder KO.-Kriterien für Startups?

Es gibt die Pipeline-Arbeit, wo man ganz schnell aussieben muss. Das ist die Brutaliät des Geschäfts. Im Monat kommen rund 100 bis 150 Anfragen herein und wir können uns bestenfalls mit 10 bis 15 Gründungen wirklich auseinandersetzen und machen rund 10 bis 15 Investments pro Jahr – also nur etwa eines pro Monat. Der Großteil wird daher aufgrund von unterschiedlichsten Gesichtspunkten ausgeschieden. Sehr oft ist die Idee nicht originell, nicht neu oder nicht interessant genug. Oft sind die Teams oder das Setup der Firmen nicht Venture-fähig. Das können Spin-outs von großen Firmen sein, die aber im Besitz der jeweiligen Firma sind. Oder Firmen, die nicht schnell internationalisieren, sondern in Österreich ein schönes Geschäft machen wollen. Echte KO.-Kriterien sind ein qualitativ schlechter Pitch. Oder wenn bereits 60, 70 Prozent der Unternehmensanteile bereits bei nicht-operativen Gesellschaftern liegen. Wir versuchen uns auf die Qualität des Gründerteams und des Produkts zu fokussieren und hanteln uns dann weiter.

„Wir haben erlebt, wie die Startup-Welt hochgelobt wurde. Jetzt wird sie gerade wieder herunter geschrieben.“

Was entgegnest Du Kritikern, die von einer Blase sprechen oder nicht an das Potenzial von Startups glauben?

Ich bin schon zu lange in dem Geschäft, um mich noch von Hype-Wellen beeindrucken zu lassen. Wir haben erlebt, wie die Startup-Welt hochgelobt wurde. Jetzt wird sie gerade wieder herunter geschrieben. Fakt ist, dass weltweit ein ganz großer Teil der Jobs durch rasch wachsende, skalierende Technologie-Unternehmen geschaffen werden. In den USA kommen rund 40 Prozent der Jobs aus diesem Bereich. Auch in Europa gibt es Studien dazu. Natürlich ist das nicht der Großteil der österreichischen Jobs, aber es wird ein immer größerer Teil. Digitalisierung hört ja nicht bei Startups auf, sondern betrifft mittlerweile jeden einzelnen, auch mittlere und größere Unternehmen. Wenn diese nicht anfangen sich mit Startups auseinanderzusetzen bzw. mit der Innovationskraft, die dort stattfindet, dann werden noch viel mehr Jobs betroffen. Nämlich die Jobs in den Großbetrieben. Das wegzuschieben ist fahrlässig. Das auf Unternehmensbewertungen festzuschreiben ist auch fahrlässig. Entweder glaubt man dem Markt oder nicht.

Welche Impacts hat die Arbeit von Speedinvest, auf die europäische Startup-Szene?

Wir haben sicherlich Zugang zu Kapital ermöglicht und in Österreich doch einige dutzend Millionen Euro investiert in den letzten Jahren. Damit haben wir vielen Gründern und Gründerinnen die Möglichkeit gegeben ihr Unternehmen in eine gewisse Größenordnung zu heben. Wir sind nicht der große Anschlussfinanzierer, sondern Seed-fokussiert und dort hat man in einem Ökosystem wie Österreich oder Zentraleuropa, das vergleichsweise am Anfang steht, noch einen Ansatzpunkt von dem ausgehen man etwas bewegen kann. Wo Speedinvest bestimmt auch einen Beitrag geleistet hat, ist die Möglichkeit zum Anschluss an eine internationale Community. Es gibt in Österreich im Moment sehr viele Business Angels, die zum Teil unter Ausschluss der internationalen Community ihre Sache machen. Das hilft den Gründern aber nicht dabei am Radar der internationalen VCs und Partner zu erscheinen. Und als Startup eine österreichische Suppe zu kochen ist sehr problematisch. Speedinvest ist daher gutes Einfallstor nach außen und es sieht sich auch jeder große Fonds in Europa unser Portfolio an. Wir sehen uns in einer Brückenfunktion und versuchen auch ein gewisses Ambitionslevel herein prügeln in die Startup-Szene hier.

Um das Geschäftsmodell eines Venture Fonds zu verstehen: An welchen Leistungskennzahlen lässt sich Erfolg messen?

Es zählt wie viel Kapital, man wie schnell, an seine Investoren zurück spielt. Daran wird man gemessen, auch wenn es darum geht den nächsten Fonds zu raisen. Wir haben bestimmt schon vieles im positiven Sinn bewegt, aber das hilft nichts dabei einen dritten Fonds zu raisen. Dabei wird auf den Return on Investment (ROI) geschaut und wenn man da zu den besten gehören will, muss man das dreifache an Kapital zurückspielen, das die Investoren eingezahlt haben. Aber idealer Weise nicht nach zehn bis 15 Jahren, sondern schon früher. Das macht dann einen riesigen Unterschied, denn es drückt sich auch in der tatsächlichen Verzinsung, dem iR aus. Und der Rest ist Mathematik. Wenn ich jetzt sage, es gibt einen signifikanten Prozentsatz, der ausfällt, dann heißt das, dass man wirklich nur in ein Projekt investieren darf, das sich in der Größenordnung von fünf bis zehnmal im Wert steigern kann. Wenn ich also bei einer Bewertung von 5 bis 10 Millionen Euro einsteige, dann muss das Unternehmen irgendwann zu 50 bis 100 Millionen zu verkaufen sein. Es ist bekannt, wieviele Exits es in diesem Bereich gegeben hat in Österreich und das sind nicht sehr viele. Mit diesem Filter kann man viele Projekte schon mal ausschließen.

„Wenn wir nicht das Potenzial zu rasantem, internationalem Wachstum sehen, dann gibt es kein Investment.“

Viele VCs arbeiten nach dem Common Wisdom, dass man nicht in ein Projekt investieren sollte, wenn man ihm nicht zumindest die Chance gibt, den gesamten Fonds wieder zurück zu spielen. Wir sind da bestimmt nicht so aggressiv, aber wenn wir nicht das Potenzial zu rasantem, internationalem Wachstum sehen, dann gibt es kein Investment. Das ist der Anspruch.

Wie finanziert sich ein Fonds wie Speedinvest? Wie ist das Geschäftsmodell?

VCs verrechnen typischer Weise zwischen zwei bis drei Prozent Management-Fees. Das ist bei uns genau so. Aufgrund des Work for Equity-Modells, das wir gleich zu Beginn entwickelt haben, müssen wir den Partnern viel weniger Fixum zahlen. Zumindest die Partner verdienen alle ein Drittel von dem, was wir am Markt bekommen würden. Dafür sind wir unternehmerisch am Erfolg des Fonds stärker beteiligt als der typische Investment-, oder Fonds-Manager. Das war die einzige Chance viel mehr Leute an Bord zu holen, als ein klassischer Fonds das könnte. Ein typischer Fonds in Europa oder weltweit, der hundert Millionen Venture macht, hat drei bis vier Partner. Wir sind zwölf und haben mit den Investoren ein Agreement, dass wir stärker an der Upside partizipieren. Damit kann ich die Leute halten.

Gibt es bei Speedinvest Themen wie Cashflow oder Liquiditäts-Probleme?

Wir haben ganz stabile Cashflows, aber dürfen nicht Exit-Rückflüsse schon fix einplanen, sondern müssen mit unserer Fee durchkommen.

Wie sieht das Beteiligungsmodell bei Speedinvest aus?

Wir beteiligen uns immer mit zwischen zehn und maximal 25 Prozent an der Firma – mit Cash Investment und den zusätzlichen Anteilen, die wir uns durch die Erreichung von Meilensteinen und Zielen erarbeiten dürfen. Als Venture-Investor will man natürlich auch bei gewissen Themen ein Vetorecht haben. Das betrifft Exits, also wenn man verkauft, oder wenn es darum geht Anschlussinvestitionen zu machen. Es gibt meistens einen Beirat, der regelmäßig zusammensitzt. Da werden dann auch strategische Themen besprochen. Beim operativen Geschäft muss das Gründerteam den Lead haben und wir würden zum Beispiel nie auf die Idee kommen bei Anstellungsverträgen oder dem Pricing mitzureden.

Wie sieht eine Generalversammlung mit allen Investoren bei euch aus?

Wenn es gut läuft, hat man viele Vollmachten und leere Sessel und wenn es mal schlechter läuft, dann sind sie alle da. (lacht)

+++ Speedinvest: Vom VC zum Startup-Dienstleister +++

Deine ungelesenen Artikel:
02.11.2026

KI-Kehrseite: Zehetmaier, Maier, Brix und Wasner über Risiken der Künstlichen Intelligenz

Beim AustrianStartups Summit Mitte Oktober trafen Carina Zehetmaier, Raoul Maier und Alexander Brix auf Moderator Clemens Wasner. Sie umrissen die Risiken, die KI für Unternehmen mit sich bringt, legten verschiedene Perspektiven dar und erklärten, worauf es schlussendlich künftig ankommen werde.
/artikel/ki-kehrseite-zehetmaier-maier-brix-und-wasner-ueber-risiken-der-kuenstlichen-intelligenz
02.11.2026

KI-Kehrseite: Zehetmaier, Maier, Brix und Wasner über Risiken der Künstlichen Intelligenz

Beim AustrianStartups Summit Mitte Oktober trafen Carina Zehetmaier, Raoul Maier und Alexander Brix auf Moderator Clemens Wasner. Sie umrissen die Risiken, die KI für Unternehmen mit sich bringt, legten verschiedene Perspektiven dar und erklärten, worauf es schlussendlich künftig ankommen werde.
/artikel/ki-kehrseite-zehetmaier-maier-brix-und-wasner-ueber-risiken-der-kuenstlichen-intelligenz
KI-Risiko, KI Risiko, Risiko, Summt, Wasner,
(v.l.) Carina Zehetmaier, Raoul Maier, Alexander Brix, Clemens Wasner | © AustrianStartups

Eine Künstliche Intelligenz würde vielleicht schreiben: „Als Carina das Wort ergriff, wurde der Saal plötzlich still. Ein Windhauch durchbrach das betretene Schweigen und das, was Carina sagen sollte, würde den gesamten Abend prägen und alles verändern. Damit hatte niemand gerechnet und Schockwellen gingen durchs ganze Land.“

KI: Wie stehts denn mit dem Vertrauen?

Derart extrem war es nicht, als Carina Zehetmaier, Co-Founderin und CEO von paiper.one, Raoul Maier, Founding Partner bei Eudemian Ventures und Alexander Brix, CCO bei fonio im Rahmen des AustrianStartups Summit zusammentrafen, um mit Moderator Clemens Wasner (Founder und CEO EnliteAI) die Risiken von KI zu diskutieren. Doch die Aussage der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz bei Austrian Standards hinterließ Eindruck. Und zeigte am Ende vielleicht genau das, worum es beim KI-Risiko wirklich geht: um den Vertrauens- und Skalierungsgedanken. Doch dazu später.

KI kann halluzinieren, KI kann sich, vor dem menschlichen Gehör versteckt, mit anderer KI austauschen. KI kann Server hacken, Daten lesen und Datenschutz ignorieren. Sie umgeht Grenzen, um Aufgaben zu erledigen und bleibt dabei intransparent. Vor allem aber kann sie automatisieren, Effizienz steigern und dort beschleunigen, wo es gewünscht wird. All das mit Gefahren verbunden, wenn man sich dieser nicht bewusst ist.

Risiko für Investor:innen verändert

Die Risiken Künstlicher Intelligenz werden hierzulande und weltweit auf mehreren Ebenen diskutiert. Etwa aus Fondsperspektive, wie Maier erklärte: Laut dem Experten habe KI das Risikoprofil für Investor:innen grundlegend verändert. Für das einzelne Unternehmen sei das Risiko gestiegen, für das gesamte Portfolio dagegen gleich hoch geblieben oder sogar niedriger geworden. Der Grund liege im sogenannten Power Law: In der Startup-Finanzierung entscheiden meist wenige Volltreffer über den Erfolg eines Portfolios, und weil KI die Entwicklung günstiger und schneller macht, könnte es künftig mehr solcher Treffer geben, so seine Prognose.

Zudem sinke Maier zufolge das Produkt- und Technologierisiko, das Teamrisiko bleibe in etwa gleich. Höher seien dagegen das Wettbewerbsrisiko, da Konkurrenten sehr schnell auftauchen könnten, das Umsetzungsrisiko, weil Startups bei schwacher Exekution rasch überholt würden, und auch das regulatorische Risiko.

Hinzu komme das Bewertungsrisiko, besonders in den USA. Bei den hohen Bewertungen werde es zum Problem, wenn der erwartete Exit-Wert ausbleibt: „Wir als Investoren müssen darauf vorbereitet sein, diese Risiken zu verstehen und sie auf sinnvolle Weise zu mindern“, sagte Maier. „Ich denke, es wird große Unterschiede geben, weil, wenn man sieht, dass ein Konkurrent sehr schnell auftaucht und sehr schnell an Fahrt gewinnt, wird es weniger darum gehen, zu versuchen ‚Zombies‘ zu pflegen, sondern sich wirklich auf seine Gewinner zu konzentrieren und auch die Diversifizierung des Portfolios tief bei den Gewinnern auszuspielen.“

Er sieht beim VC-Portfolio einen künftigen Trend hin zu einer „Gewinner-nimmt-das-Meiste“-Mentalität: „Was wir gesehen haben, ist, dass derzeit die Top 1 Prozent der Startups in den USA etwa 50 Prozent des Exit-Wertes einfangen. Das kann man mit der Ära von 2010 bis 2020 vergleichen, wo sie etwa 30 bis 35 Prozent des Exit-Wertes einfingen, davor — in der Ära von 2000 bis 2010 — waren es weniger als 20 Prozent. Wir haben also eine viel höhere Konzentration der Gewinner. Es geht nun viel mehr darum, diese Gewinner zu finden“, sagte Maier.

„Vertrauen, Fairness und Compliance von Anfang an“

Zehetmaier rückte danach die Risiken beim Bauen von KI-Produkten selbst in den Fokus. Wer ein Produkt in einer Hochrisiko-Sphäre entwickle, solle sich früh fragen, ob und wie man es in der Gesellschaft haben wolle, und es resilient, cybersicher und sicher aufsetzen. Austrian Standards arbeite derzeit an den risikobezogenen Standards zum EU AI Act, die klären sollen, womit Unternehmen konform sein müssen und welche Schritte nötig sind. Langfristig könne das für Gründerinnen und Gründer ein Vorteil sein, auch wenn die frühe Auseinandersetzung Zeit koste. „Wenn wir nicht Vertrauen, Fairness und Compliance von Anfang an einbauen, ist es hinterher viel schwerer“, sagte sie.

Zentral sei die Frage nach „Human in the Loop“, „Human in Command“ und „Human in Control“. Lösungen, wie Menschen tatsächlich im Entscheidungsprozess eingebunden bleiben, sind für Zehetmaier noch weitgehend offen: „Es kann nicht sein, dass man einfach einen Menschen hinsetzt und sagt: ‚Hak die Kästchen 1.000-mal am Tag ab‘. So bindet man keine menschliche Aufsicht ein.“

Die Frage nach dem: „Worum geht es eigentlich?“

Aus europäischer Perspektive frage sie sich manchmal, wofür das alles geschehe, so Zehetmaier. Gehe es am Ende darum, Beschäftigte loszuwerden, das Unternehmen hochzuskalieren und an ein weiteres US-Unternehmen zu verkaufen?

„Wir sollten die Idee des nachhaltigen Skalierens wirklich überdenken“, riet sie. Die erste Frage, die sich ein Startup stellen müsse, sei: „Was will ich bauen und wo will ich in der Zukunft sein? Was ist die Zukunft, in der meine Kinder leben werden, und wie sieht sie aus?” Das Ziel sei letztlich „nicht, es einfach hochzuskalieren und einfach an irgendwen zu verkaufen“, sondern eine bewusstere Reise zu gestalten. „Ich denke wirklich, dass es Chancen gibt, die Zukunft aktiv zu verändern und dazu beizutragen, das anzugleichen, was wir wollen“, sagte sie. „Um sicherzustellen, dass die Technologie für uns so frei von Voreingenommenheit und für so viele Menschen wie möglich funktioniert.“

Daran knüpfte Maier zustimmend an und griff Zehetmaiers Überlegungen zur Frage auf, welche Zukunft Technologieunternehmen eigentlich gestalten wollen. Die Frage unserer Zeit sei jedoch nicht nur, wie diese Zukunft aussehen solle, sondern auch, wer sie definiere und wer tatsächlich in der Lage sei, sie umzusetzen.

Denn selbst wenn es eine gesellschaftliche Einigung darüber gäbe, welche Richtung eingeschlagen werden sollte, sei keineswegs klar, wer die Macht habe, diese Vorstellungen durchzusetzen. Theoretisch seien es vor allem große Regierungen, die die Entwicklung der Technologie regulieren könnten. Doch gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeige sich, wie begrenzt dieser Handlungsspielraum sei.

„Europa nicht mehr auf Agenda“

Maier berichtete von einem Gespräch mit David Sacks (Mitglied des Podcasts All-In), der unter Donald Trump als KI-Beauftragter tätig war. Sacks habe ihm erklärt, dass die USA Künstliche Intelligenz nicht regulieren könnten, weil sie andernfalls Gefahr liefen, das Rennen gegen China zu verlieren.

„Das ist die Aussage des obersten US-Beraters für KI. Was uns das zeigt, ist, dass wir uns derzeit in einem chaotischen Zustand befinden, in dem wir im Wesentlichen ein Rennen zwischen zwei Supermächten haben“, sagte Maier. „Europa steht gar nicht mehr auf der Agenda. Es tut mir leid, euch das so beibringen zu müssen. Aber das ist der beängstigende Teil. Ich habe nicht die perfekte Antwort, aber ich stimme Zehetmaiers grundlegenden Fragen völlig zu.“

Aufsetzen ist nicht genug

Auch ohne Schockwellen führte die Diskussion der drei Expert:innen weiters zur Frage, wie sich KI-Startups in einem Markt behaupten können, in dem neue Wettbewerber schnell entstehen. Für Maier liegt die Antwort in der Verteidigungsfähigkeit des Geschäftsmodells. Ein bloßer „Wrapper“, also eine Anwendung, die lediglich auf ein bestehendes Sprachmodell aufsetzt, reiche kaum aus. Attraktiv seien Unternehmen, die sich durch proprietäre Daten, Branchen-Wissen, Kundenzugang oder komplexe Workflows abheben. Alexander Brix von fonio ergänzte, dass Startups ihren Wettbewerbsvorteil auch erst mit der Zeit entwickeln könnten – etwa durch eine starke Marke, Vertrauen und effiziente Vertriebsstrukturen. Gerade im B2B-Bereich sei Vertrauen entscheidend.

Carina Zehetmaier bestätigte diese Einschätzung aus der Perspektive eines Unternehmens, das sich auf KI-Compliance spezialisiert hat. Für paiper.one sei die Komplexität der Regulierung einerseits ein Hindernis, andererseits aber auch eine Chance, sich durch Fachwissen und Vertrauen zu differenzieren. Da sich gesetzliche Anforderungen von Land zu Land unterscheiden und laufend verändern können, lasse sich das Produkt nicht ohne Weiteres über verschiedene Märkte hinweg skalieren.

Wettbewerbsvorteil

„Was wir bisher beobachtet haben, ist, dass unser Wettbewerbsvorteil Vertrauen ist“, präzisierte Zehetmaier. Große Konzerne vertrauten dem Team aufgrund seiner Expertise und sähen paiper.one als Ansprechpartner, der sie bei der Einführung und Umsetzung neuer Anforderungen begleiten könne. Zugleich warnte sie davor, dass Europa seine Innovationskraft nicht allein aus der Regulierung schöpfen dürfe. Die Komplexität könne zwar einen Wettbewerbsvorteil schaffen, erschwere aber auch schnelles Wachstum.

Für sie liege eine zentrale Herausforderung jedoch nicht allein in der Technologie oder der Einhaltung von Vorschriften, sondern darin, KI tatsächlich in Unternehmen zu verankern.

Viele Unternehmen würden ihren Beschäftigten zwar entsprechende Lizenzen zur Verfügung stellen, doch diese würden nicht immer genutzt. Deshalb wolle sich paiper.one verstärkt darauf konzentrieren, Organisationen und ihre Mitarbeiter bei der Einführung von KI mitzunehmen und den Wandel aktiv zu begleiten. Denn, so Zehetmaier: „Wenn wir die beste Technologie haben, aber niemand sie nutzt, werden wir am Ende nicht glücklich sein.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Interview mit Oliver Holle: „Entweder glaubt man dem Markt oder nicht“