20.02.2025
HEALTH

Instahelp: Rosamunde-Pilcher-Stars reden über Paartherapie, „Dreier“ und Erotik

Instahelp, das Mental-Health-Startup aus Graz, hat es sich zur Aufgabe gemacht, prominente Leute vor den Vorhang zu holen, um über mentale Gesundheit in diversen Bereichen zu reden - sei es bei High-Performern oder im Sport agierenden Menschen. Diesmal hat man zwei Stars aus dem TV vor die Kamera bekommen.
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Instahelp, Tiggeler, peach, Rosamunde Pilcher
© ABR Pictures/W.Breiteneicher- Nicole Tiggeler und Timothy Peach.

Im Vorjahr startete das eHealth-Startp Instahelp die „sense of self“-Initiative, bei der auch Toto Wolff, Teamchef des Mercedes AMG Petronas Formula One-Teams, die wichtige Bedeutung von mentaler Gesundheit herausstrich – brutkasten berichtete. Nun haben CEO Bernadette Frech und Co. die Schauspielstars Timothy Peach und Nicola Tiggeler, bekannt aus den Verfilmungen von Rosamunde Pilcher und Produktionen wie Sturm der Liebe, vor die Kamera geholt. Und das Thema Beziehung und Paartherapie auf die Agenda gesetzt. Beide Akteur:innen reden offen über Liebe, Erotik und Paartherapie und geben intime Einblicke in ihre Beziehung. Sie wollen damit unter anderem zeigen, wie wichtig das Zulassen von Verletzlichkeit ist, besonders unter Paaren, die sich in einem stressigen Umfeld bewegen.

Instahelp-Kampagne über Hürden von Karriere und Familie

Seit 35 Jahren sind Tiggeler und Peach nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat ein Paar. In der Kampagne mit Instahelp erzählen sie über die Herausforderungen, das Familienleben mit der Karriere zu vereinen, wie es viele aus dem Entrepreneurship auch kennen. Für beide ist die Balance zwischen Nähe und Freiraum der Schlüssel, doch auch die Intimität spiele eine zentrale Rolle: „Natürlich ist die Erotik das erste Momentum”, sagt Peach und Tiggeler ergänzt: „Die körperliche Anziehung war für uns immer wichtig, und sie bleibt es Gott sei Dank. Wenn diese Attraktion verloren geht, wird es schwierig.“

Mit Ritualen wie ihrem „Balkonabend“, bei dem die Schauspieler:innen stundenlang über alles sprechen, was sie bewegt, halten sie ihre Verbindung lebendig. „Das ist etwas, was man in keiner Beziehung verlieren darf: den gemeinsamen Dialog“, betont Peach. Doch Rituale allein seien manchmal nicht genug. „Jede Beziehung braucht manchmal einen Dreier“, sagen die beiden. Und meinen damit eine:n eine:n Psycholog:in, um Nähe und Verständnis zu fördern.

Schonen als Fehler

Für Peach selbst war der Schritt zur Paartherapie eine große Überwindung: „Ich hatte viel Angst davor. Aber sich jemandem zu öffnen, der wertfrei zuhört, war wahnsinnig hilfreich. Das hilft jeder Beziehung weiter.“ Die Erfahrung, sich gemeinsam auf eine solche Reise zu begeben, habe schlussendlich ihre Verbindung gestärkt: „Schonen ist scheiße, das darfst du auch in einer Beziehung nicht machen“, so Peach weiter. „Du musst deinen Partner Anteil haben lassen an dem, was dich bewegt und deinen Ängsten. Schonst du ihn, machst du schon den ersten Fehler.“

Verletzlichkeit

Für Tiggleler ist hierbei besonders eines klar: „Das Schwerste – in unserem Beruf wie in der Liebe – ist durchlässig und verletzlich zu sein. Ein dementsprechender Schwerpunkt bei Instahelp ist genau dieses Thema: „Sich verletzlich zu zeigen, fällt vielen schwer – selbst in langjährigen Beziehungen“, erklärt Frech. „Paartherapie ist daher kein letzter Ausweg, sondern ein Werkzeug, um Beziehungen zu stärken, bevor Konflikte eskalieren.“

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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