04.10.2023

inoqo: Wiener Startup holt nach Neuausrichtung Millioneninvestment – Runtastic-Co-Founder an Bord

Das Wiener Startup inoqo ermöglicht Lebensmittelhändlern über eine SaaS-Plattform die Umweltauswirkungen ihrer Lebensmittel-Lieferkette zu bewerten. Nach einer Neuausrichtung konnte das Unternehmen nun eine Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich abschließen.
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Das Gründerteam von inoqo © Flora Beck / inoqo
Das Gründerteam von inoqo © Flora Beck / inoqo

Ursprünglich ging Inoqo rund um Gründer und CEO Markus Linder 2020 mit einer mit einer auf Verbraucher:innen ausgerichteten App an den Start. Sie dient dazu, Endverbraucher:innen den Umwelteinfluss ihrer täglichen Lebensmitteleinkäufe zu verdeutlichen. Die inoqo-B2C-App zählt aktuell rund 10.000 Nutzer:innen und soll nun allerdings eingestellt werden, wie Markus Linder gegenüber brutkasten bestätigt. Grund dafür ist eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

„Als immer mehr Lebensmittelhändler Interesse an unserer Technologie zeigten, erkannten wir, dass wir einen viel größeren Einfluss haben können, indem wir Lebensmittelhändlern weltweit helfen, den Umwelteinfluss ihrer Lebensmittel-Lieferketten zu verstehen und zu managen“, so der Gründer über den Schwenk von einem B2C- zu einem B2B-Modell. Künftig möchte sich das Startup auf seine SaaS-Plattform fokussieren, das Lebensmittelhändern ermöglicht, die Umweltauswirkungen ihrer Lieferkette zu bewerten.

Millioneninvestment für Inoqo

Nach dem Wechsel zu einem B2B-Geschäftsmodell hat inoqo nun eine Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Unterstützt wird das Startup von renommierten Angel-Investor:innen wie Christian Kaar, Mitbegründer und ehemaliger CTO von Runtastic, Heinz Hahn, ehemaliger Präsident FMCG von Mondelez, Felix und Susanne Porsche. Zudem beteiligt sich auch Daniel Zech im Auftrag der FJH Immobilien- und Vermögensverwaltung GmbH am Wiener Startup – er wurde einer breiteren Öffentlichkeit über Seven Ventures als „2 Minuten 2 Millionen“-Investor bekannt. Ebenfalls an der Runde ist Triple Impact Ventures beteiligt – dabei handelt es sich um Markus Linders eigenes Investment-Vehikel.

Die Plattform von Inoqo | (c) Inoqo

Erste B2B-Kunden nutzen die KI-gesteuerte Plattform

Im Zuge der Finanzierungsrunde kommuniziert inoqo auch erste Kunden, die bereits auf SaaS-Plattform aus Wien zurückgreifen. So hat das Startup unter anderem eine Partnerschaft mit ODA, dem führenden e-Lebensmittelhändler Norwegens abgeschlossen. Mit Hilfe der Plattform kann der Händler laut dem Startup die Klimaauswirkungen von rund 6.600 Lebensmittel- und Getränkeprodukten berechnen. Dabei werden die Produktzutaten, die Zusammensetzung und alle Produktions- und Vertriebsprozesse berücksichtigt – sprich alle Scope-3-Emissionen.

„Die KI-gesteuerte Plattform kann die Rezeptur von Tausenden von Lebensmittel- und Getränkeprodukten auf Grundlage der den Händlern heute zur Verfügung stehenden Daten berechnen und in Folge die Auswirkungen von Produkten unter Berücksichtigung bestimmter Merkmale wie des wahrscheinlichen Herkunftslandes der Zutaten, der Produktionsprozesse, der Verpackung oder des Transports bewerten“, erklärt Markus Linder, Gründer und CEO von inoqo.

Neben der Berechnung der Umweltauswirkungen für Händler möchte inoqo mit der Plattform auch gezielt Produkt-Manager:innen ansprechen, die mit Hilfe der Technologie künftig nachhaltigere und gesündere Produkte auf den Markt bringen sollen.


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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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