20.10.2020

Startups für Insekten-Vielfalt: innovate4nature-Sieger stehen fest

Im Wettbewerb innovate4nature von WWF, Impact Hub und Umweltministerium gab es dieses Jahr einen Fokus auf Startup-Konzepte für den Schutz der Insekten-Vielfalt. Nun stehen die Sieger fest
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Das Gewinner-Team innovate4nature 2020: Network for Nature, © by Lea Dörl
Das Gewinner-Team innovate4nature 2020: Network for Nature, © by Lea Dörl

Sie ist der medial etwas weniger beachtete, aber ebenso problematische „Zwilling“ der Klimakrise: Die Biodiversitätskrise. Auch wenn die beiden teilweise die gleichen Ursachen haben und eng miteinander zusammenhängen, braucht es noch zusätzliche, eigene Lösungen, um dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. Genau diese Lösungen stehen im Zentrum des jährlich von WWF, Impact Hub und Umweltministerium ausgetragenen Startup- und Ideen-Wettbewerbs innovate4nature.

Dieses Jahr stand der Schutz der Insekten-Vielfalt als Fokus-Thema im Zentrum des Wettbewerbs. Nun wurden die diesjährigen Sieger aus sechs Finalisten gekürt. Rund 70 Bewerbungen waren ursprünglich eingegangen. Bei der Siegerehrung hielt auch Umweltministerin Leonore Gewessler eine Laudatio: „Ich freue mich sehr, dass so viele innovative Ideen von jungen Menschen eingereicht wurden, die einen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt in Österreich leisten wollen. Damit zeigt sich, dass Arten- und Umweltschutz sowohl für die Jugend als auch in der Wirtschaft ein wichtiges Thema ist“.

Network For Nature holt Sieg bei innovate4nature

Den diesjährigen innovate4nature-Sieg holte sich der junge Landschaftspflegeverein Network For Nature. Das gemeinnützige Startup setzt sich für biologische Vielfalt in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken ein, in dem ein Team aus Naturpädagoginnen Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Schulen oder Privatpersonen vernetzt, um wertvolle Naturflächen unter Anleitung zu pflegen. So wird etwa gemeinsam der Verbuschung von Trockenrasen oder Feuchtwiesen entgegengewirkt. Zudem führt der Verein Naturführungen durch.

Für den Sieg beim Wettbewerb bekommt das Projekt weitere 5000 Euro Preisgeld. „Der Preis unterstützt uns dabei, noch mehr Menschen für unser Netzwerk zu gewinnen, mit denen wir für unsere Natur arbeiten und blühende Erfolge sehen können. Wir wollen eine Landschaft in der es bunt blüht, summt, brummt, zirpt, singt und flattert“, sagt Sandra Girsch, Projektleiterin von Network For Nature.

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Dynatrace Engineering Headquarters in Linz © Dynatrace

Dynatrace wurde 2005 in Linz von Bernd Greifeneder, Sok-Kheng Taing und Hubert Gerstmayr gegründet und betreibt dort bis heute sein globales Engineering Headquarter. Nach dem ersten Exit an Compuware 2011 verlegte das Unternehmen seinen offiziellen Sitz in die USA, ging 2019 an die New Yorker Börse (NYSE: DT) und zählt mittlerweile zu den Weltmarktführern im Bereich KI-basierter Observability. Rund 28 Prozent der weltweit knapp 5.600 Mitarbeiter:innen arbeiten nach wie vor in Österreich, an Standorten in Linz, Wien, Graz, Klagenfurt, Hagenberg und Innsbruck.

Nun erweitert der Konzern sein Portfolio per Zukauf: Wie Dynatrace heute bekanntgab, hat man eine definitive Vereinbarung zur Übernahme des AI-Observability-Spezialisten Arize unterzeichnet.

915 Millionen Dollar Bewertung

Dynatrace bewertet Arize mit insgesamt 915 Millionen Dollar. Der Großteil davon, rund 815 Millionen, wird in bar bezahlt, den Rest erhalten Arize-Mitarbeiter:innen in Form von Ersatz-Aktienprogrammen, sobald sie zu Dynatrace wechseln, heißt es in der Aussendung. Finanzieren will Dynatrace den Kauf aus eigenen Mitteln oder über die bestehende Kreditlinie, frisches Fremdkapital ist dafür nicht nötig.

Laut Unternehmensangaben soll der Deal noch im laufenden oder im frühen dritten Quartal des Geschäftsjahres abgeschlossen werden, vorausgesetzt die zuständigen Behörden stimmen zu.

Finanziell dürfte sich der Zukauf zunächst gemischt auswirken: Er soll das Wachstum der wiederkehrenden Umsätze (ARR) um rund 200 Basispunkte, also 2 Prozentpunkte, beschleunigen, gleichzeitig aber die Non-GAAP-Operating-Marge im Geschäftsjahr 2027 um etwa 175 Basispunkte (1,75 Prozentpunkte) drücken. Kurz gesagt: Arize soll das Umsatzwachstum ankurbeln, geht kurzfristig aber auf Kosten der Profitabilität, ein bei Übernahmen wachstumsstarker, aber margenschwächerer Startups übliches Muster.

Was Arize baut und wie es zu Dynatrace passt

Arize, ansässig in San Francisco, hat sich auf die Bewertung der Ergebnisse von KI-Modellen und -Agents spezialisiert: Die Plattform erkennt etwa Halluzinationen, misst die Qualität von KI-Ausgaben und überwacht laufend, ob Sprachmodelle und Agents wie vorgesehen funktionieren. Arize Co-Founder Jason Lopatecki erklärt: „Wir haben Arize gegründet, weil KI-Teams eine Möglichkeit brauchten zu wissen, ob ihre Agenten tatsächlich richtig arbeiten und nicht nur laufen.“

Für Dynatrace schließt die Übernahme eine Lücke: Bislang überwachen viele Unternehmen die Qualität ihrer KI-Anwendungen, etwa ob ein Chatbot korrekt antwortet, getrennt von der klassischen IT-Infrastruktur wie Serverlast oder Anwendungsleistung. Fällt dann ein Kund:innen-Prozess aus, lässt sich oft nur schwer feststellen, ob die Ursache im KI-Modell, im Prompt oder in der darunterliegenden Infrastruktur liegt. Mit Arize will Dynatrace beide Ebenen – KI-Bewertung und klassische Observability – in einem durchgängigen System zusammenführen.

Arize-Gründer:innen wechseln zu Dynatrace

Die beiden Arize-Gründer:innen Jason Lopatecki und Aparna Dhinakaran wechseln mit Abschluss der Transaktion zu Dynatrace, heißt es in der Aussendung. Lopatecki bleibt Leiter des Arize-Teams und berichtet künftig direkt an Dynatrace-CEO Rick McConnell.

„Die Übernahme von Arize stärkt unsere Führungsposition im Bereich AI-Observability, beschleunigt unsere Roadmap und erweitert unsere Reichweite in der Entwickler:innen-Community“, wird McConnell in der Aussendung zitiert.

Der Markt für AI-Observability soll laut Dynatrace bis 2030 auf über 10 Milliarden Dollar wachsen. Im Mai hatte das Unternehmen die 2-Milliarden-Dollar-ARR-Marke geknackt.

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Startups für Insekten-Vielfalt: innovate4nature-Sieger stehen fest

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  • Den diesjährigen innovate4nature-Sieg holte sich der junge Landschaftspflegeverein Network For Nature.
  • Das gemeinnützige Startup setzt sich für biologische Vielfalt in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken ein, in dem ein Team aus Naturpädagoginnen Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Schulen oder Privatpersonen vernetzt, um wertvolle Naturflächen unter Anleitung zu pflegen.

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