Startups für Insekten-Vielfalt: innovate4nature-Sieger stehen fest
Im Wettbewerb innovate4nature von WWF, Impact Hub und Umweltministerium gab es dieses Jahr einen Fokus auf Startup-Konzepte für den Schutz der Insekten-Vielfalt. Nun stehen die Sieger fest
Sie ist der medial etwas weniger beachtete, aber ebenso problematische „Zwilling“ der Klimakrise: Die Biodiversitätskrise. Auch wenn die beiden teilweise die gleichen Ursachen haben und eng miteinander zusammenhängen, braucht es noch zusätzliche, eigene Lösungen, um dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. Genau diese Lösungen stehen im Zentrum des jährlich von WWF, Impact Hub und Umweltministerium ausgetragenen Startup- und Ideen-Wettbewerbs innovate4nature.
Dieses Jahr stand der Schutz der Insekten-Vielfalt als Fokus-Thema im Zentrum des Wettbewerbs. Nun wurden die diesjährigen Sieger aus sechs Finalisten gekürt. Rund 70 Bewerbungen waren ursprünglich eingegangen. Bei der Siegerehrung hielt auch Umweltministerin Leonore Gewessler eine Laudatio: „Ich freue mich sehr, dass so viele innovative Ideen von jungen Menschen eingereicht wurden, die einen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt in Österreich leisten wollen. Damit zeigt sich, dass Arten- und Umweltschutz sowohl für die Jugend als auch in der Wirtschaft ein wichtiges Thema ist“.
Network For Nature holt Sieg bei innovate4nature
Den diesjährigen innovate4nature-Sieg holte sich der junge Landschaftspflegeverein Network For Nature. Das gemeinnützige Startup setzt sich für biologische Vielfalt in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken ein, in dem ein Team aus Naturpädagoginnen Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Schulen oder Privatpersonen vernetzt, um wertvolle Naturflächen unter Anleitung zu pflegen. So wird etwa gemeinsam der Verbuschung von Trockenrasen oder Feuchtwiesen entgegengewirkt. Zudem führt der Verein Naturführungen durch.
Für den Sieg beim Wettbewerb bekommt das Projekt weitere 5000 Euro Preisgeld. „Der Preis unterstützt uns dabei, noch mehr Menschen für unser Netzwerk zu gewinnen, mit denen wir für unsere Natur arbeiten und blühende Erfolge sehen können. Wir wollen eine Landschaft in der es bunt blüht, summt, brummt, zirpt, singt und flattert“, sagt Sandra Girsch, Projektleiterin von Network For Nature.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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Startups für Insekten-Vielfalt: innovate4nature-Sieger stehen fest
Sie ist der medial etwas weniger beachtete, aber ebenso problematische „Zwilling“ der Klimakrise: Die Biodiversitätskrise.
Auch wenn die beiden teilweise die gleichen Ursachen haben und eng miteinander zusammenhängen, braucht es noch zusätzliche, eigene Lösungen, um dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken.
Genau diese Lösungen stehen im Zentrum des jährlich von WWF, Impact Hub und Umweltministerium ausgetragenen Startup- und Ideen-Wettbewerbs innovate4nature.
Dieses Jahr stand der Schutz der Insekten-Vielfalt als Fokus-Thema im Zentrum des Wettbewerbs.
Den diesjährigen innovate4nature-Sieg holte sich der junge Landschaftspflegeverein Network For Nature.
Das gemeinnützige Startup setzt sich für biologische Vielfalt in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken ein, in dem ein Team aus Naturpädagoginnen Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Schulen oder Privatpersonen vernetzt, um wertvolle Naturflächen unter Anleitung zu pflegen.
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Das gemeinnützige Startup setzt sich für biologische Vielfalt in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken ein, in dem ein Team aus Naturpädagoginnen Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Schulen oder Privatpersonen vernetzt, um wertvolle Naturflächen unter Anleitung zu pflegen.
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