27.11.2015

Industrie 4.0? Hälfte der Firmen kennt Begriff nicht

Die Digitalisierung macht vor keiner Branche halt. Dennoch können erstaunlich viele Firmen mit dem Begriff "Industrie 4.0" nichts anfangen.
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„Industrie 4.0“ ist das Schlagwort der Zukunft beinahe aller Unternehmen. Es steht für die Digitalisierung, die Vernetzung und den Einsatz neuer Technologien als die vierte industrielle Revolution. Dennoch scheint ein Großteil der Mittelstandsunternehmen mit dem Begriff herzlich wenig anfangen zu können. Eine Umfrage unter 300 europäischen Unternehmen ergab, dass 53 Prozent nicht genau wussten, was mit „Industrie 4.0“ gemeint ist. Elf Prozent hätten den Begriff bei der Befragung überhaupt das erste Mal gehört, so die Organisation „Expense Reduction Analysts“ in einer Aussendung.

Mehr Produktivität, neue Geschäftsmodelle

Zwei Drittel der Befragten schieben ob der Digitalisierung eine ruhige Kugel und sehen keinen erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund neuer Technologien auf sich zukommen. Nur ein Drittel gab an, dass Industrie 4.0 für ihre Firma keine strategische Bedeutung habe – 40 Prozent sehen darin hingegen ihre Investitionspriorität. Finanziert werden solle die Digitalisierung nach Vorstellung der Befragten über Kosteneinsparungen in anderen Bereichen. Von Industrie-4.0-Technologien erwarten sich die Unternehmen eine gesteigerte Produktivität, innovative Geschäftsmodelle und eine bessere Kontrolle der Wertschöpfungskette.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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