09.12.2025
INVESTMENT

incaseof.law: Wiener LegalTech holt sich sechsstelliges Investment

Mit dem frischen Kapital wird nun eine digitale End-to-End-Plattform für Inkasso und Forderungsdurchsetzung gestartet.
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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Das Wiener LegalTech incaseof.law sorgte 2023 für Schlagzeilen: Es wurde damals vom österreichischen Rechtsanwaltsverein (ÖRAV) geklagt – und gewann über drei Instanzen hinweg mehrheitlich (brutkasten berichtete). Das Startup begann als LawTech-Firma, die Online-Rechtsberatung auf KI-Basis anbot. Dann legte es seinen Fokus auf ein anderes Produkt als jenes, wegen dem geklagt wurde. Statt KI-basierter Rechtsberatung stand ab dem Vorjahr eine „volldigitale End-to-End-Lösung für Forderungsmanagement“ im Zentrum. Diese soll „den gesamten außergerichtlichen sowie den gerichtlichen Prozess des Forderungsmanagements abdecken“ – brutkasten berichtete über diesen Pivot und den damals neu eingestiegenen Late-Co-Founder Leonard Struck, der mittlerweile jedoch, konkret im Frühjahr, aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Nun schloss man eine Finanzierungsrunde ab.

incaseof.law: Expansion beschleunigen

Mit dem frischen sechsstelligen Investment von Bestandsgesellschaftern und neuen Partnern, startet das Unternehmen die (nach eigenen Angaben) erste vollständig digitale End-to-End-Plattform für Inkasso und Forderungsdurchsetzung in Österreich – und möchte damit neue Maßstäbe für Effizienz und Transparenz im Forderungsmanagement setzen.

Die Finanzierungsrunde soll incaseof.law ermöglichen, die Expansion im DACH-Raum zu beschleunigen und ein zentrales Problem von vielen KMUs im Forderungsmanagement zu lösen: Hohe Kosten und Ineffizienz durch manuelle Prozesse.

„Das klassische Forderungsmanagement scheitert oft am Übergang von außergerichtlichen Mahnungen zur gerichtlichen Durchsetzung. Diese Bruchstelle kostet Unternehmen Zeit, Geld und Vertrauen“, erklärt Maximilian Kindler, Gründer und CEO von incaseof.law. „Unsere Plattform automatisiert den gesamten Workflow – von der Rechnungsanalyse, über die Erstellung von Mahnungen bis hin zur Vollstreckung. Damit wird Inkasso kostengünstig skalierbar.“

Produktentwicklung

Das zusätzliche Kapital aus der Finanzierungsrunde fließt zudem in die Produktentwicklung (Integration weiterer Module, Ausbau der KI-Funktionalitäten) und die Beschleunigung des Go-to-Market.

„Mit der abgeschlossenen Finanzierung und dem neuen Team ist incaseof.law optimal positioniert, um seine Rolle als Innovationsführer im LegalTech- und FinTech-Markt auszubauen“, sagt Kindler. „Und Unternehmen in Österreich und Deutschland nachhaltige Liquiditätssicherung zu ermöglichen.“

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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