13.08.2024
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incaseof.law: Pivot und neuer Late-Co-Founder bei Wiener LegalTech

incaseof.law fokussiert sich nun auf eine Lösung für Forderungsmanagement. Software-Developer Leonard Struck wird Late-Co-Founder und soll als CTO die Weiterentwicklung vorantreiben.
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incaseof.law - vl. Leonard Struck (CTO & Late-Co-Founder) und Maximilian Kindler (CEO & Founder) | (c) incaseof.law / Ina Aydogan
vl. Leonard Struck (CTO & Late-Co-Founder) und Maximilian Kindler (CEO & Founder) | (c) incaseof.law / Ina Aydogan

Manchmal sorgt ein Startup mit etwas anderem für mehr Aufmerksamkeit, als mit seinem Produkt. So war es auch bei Wiener LegalTech incaseof.law vergangenes Jahr. Es wurde vom österreichischen Rechtsanwaltsverein (ÖRAV) geklagt – und gewann über drei Instanzen hinweg mehrheitlich (brutkasten berichtete). Sich ausgerechnet gegen diesen Kläger vor Gericht durchzusetzen, sorgte natürlich für Begeisterung in der Startup-Szene mit ihrer Faszination für die David-gegen-Goliath-Metapher.

Pivot: Lösung für Forderungsmanagement als neues Hauptprodukt

Doch gewonnene Prozesse bedeuten noch nicht automatisch Geschäftserfolg. Und ob es nun mit der Klage zu tun hat oder nicht – incaseof.law legt seinen Fokus mittlerweile auf ein anderes Produkt als jenes, wegen dem geklagt wurde. Statt KI-basierter Rechtsberatung steht beim Wiener LegalTech-Startup nun eine „volldigitale End-to-End-Lösung für Forderungsmanagement“ im Zentrum. Diese soll „den gesamten außergerichtlichen sowie den gerichtlichen Prozess des Forderungsmanagements abdecken“.

Neue incaseof.law-Lösung: Inkasso und Co. ohne Zerstörung der Kundenbeziehung

Entscheidend sei dabei die Userzentriertheit, heißt es vom Startup. Das Tool minimiere menschliche Fehler und beschleunige den Prozess. Dabei gibt es von incaseof.law noch ein Produktversprechen: Man schaffe eine individuelle Bewertung jeder einzelnen Forderung. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Inkassodienstleistern, die häufig mit dem Risiko einhergehen, Kundenbeziehungen und somit auch das Image einer Marke nachhaltig zu schädigen, hat incaseof.law seine Prozesse so gestaltet, dass Inkassoaktionen nicht nur der nahtlos-schnellen und effizienten Forderungsrealisierung dienen, sondern auch die Kundenbeziehung zu erhalten und eröffnet Raum für Upselling“, heißt es vom Unternehmen.

Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr

Punkten will man auch mit einer Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr der österreichischen Justiz (Web-ERV), für die bislang nur 20 kommerzielle Softwarelösungen die Kriterien erfüllen. Zudem biete das Tool die automatisierte Erstellung rechtlicher Dokumente wie Forderungsschreiben, Mahnklagen und Exekutionsanträge sowie eine nahtlose Integration mit Buchhaltungssystemen und Zahlungsdiensten, heißt es von incaseof.law.

Leonard Struck startet als CTO und Late-Co-Founder bei incaseof.law

Für die Weiterentwicklung des Produkt holte sich Gründer und CEO Maximilian Kindler nun auch personelle Verstärkung ins Management. Leonard Struck, der seit Jahresbeginn bei incaseof.law tätig ist, wird mit September 2024 CTO und Late-Co-Founder. „Mit Leonard Struck haben wir einen großartigen Software-Developer an Bord, der sich durch charakterliche Stärke und Führungspersönlichkeit auszeichnet und das Tech-Team von incasof.law als CTO sukzessive weiter aufbauen wird“, kommentiert Gründer Kindler. Struck sei auch hauptverantwortlich für die erfolgreiche Web-ERV-Zertifizierung sowie für „den gesamten Re-Launch der incaseof.law Plattform“ gewesen.

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vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder und President) | © DREAM/eclipse media

Etwa eineinhalb Monate nach seiner Series-C-Finanzierungsrunde über 260 Millionen US-Dollar (brutkasten berichtete) verkündete das Cybersecurity-Scaleup Dream nun den Start eines neuen Standorts in Zürich. Das berichtet das Schweizer Magazin Bilanz. Seinen Sitz hat das zuletzt mit drei Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen in Tel Aviv. Bereits vor mehr als einem Jahr kam Wien als erster Europa-Standort hinzu.

100 Mio. US-Dollar Jahresumsatz

Das Unternehmen rund um den österreichischen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (President) und den als früheren NSO-Chef bekannten israelischen Unternehmer Shalev Hulio (CEO) hat nach eigenen Angaben aktuell rund 450 Mitarbeiter:innen und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen US-Dollar. Kunden sind vor allem Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur.

„Ich bin ein grosser Schweiz-Fan“

„Wir haben begonnen, dort ein Team aufzubauen“, sagt Kurz nun über die Pläne in Zürich. Aktuell ist jedoch noch nicht klar, wie groß der Standort letztlich wird. Allerdings soviel: Die Schweiz sei „ein wichtiger Markt“, so Kurz. „Ich bin ein grosser Schweiz-Fan. Daher ist es natürlich schön, auch in der Schweiz tätig zu sein.“ Im Zuge dessen äußerte sich Kurz auch kurz zur Unternehmensentwicklung. Der Hauptfokus liege aktuell auf weiterem Wachstum, man arbeite aber bereits profitabel. Und: „Ein Börsengang ist absolut ein Thema.“

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