04.08.2025
VERTRIEBSKOOPERATION

In einer Stunde ausverkauft: Revo Foods wirft nächstes Produkt auf US-Markt

Das auf pflanzliche Fisch- und Seafood-Alternativen spezialisierte Wiener Startup Revo Foods setzt in den USA auf eine Vertriebskooperation mit dem slowenisch-amerikanischen Startup Juicy Marbles. Der erste Produktlaunch verlief erfolgreich. Nun geht es weiter.
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In den USA wird die Revo-Foods-Lachsfilet-Alternative von Juicy MArbles unter dem Namen
In den USA wird die Revo-Foods-Lachsfilet-Alternative von Juicy MArbles unter dem Namen "Kinda Salmon" vertrieben | (c) Revo Foods

„Kinda Cod“ – zu deutsch in etwa „so eine Art Kabeljau“ – hieß das erste Produkt, mit dem das Wiener Startup Revo Foods vor etwas mehr als einem Monat auf den US-Markt ging – brutkasten berichtete. Das Unternehmen bietet seine veganen (auf Pilzprotein basierenden) Fisch- und Seafood-Alternativen aus dem 3D-Drucker dabei nicht unter der eigenen Marke an – hierzulande wird die Kabeljau-Filet-Alternative unter dem Namen „Blanco“ vertrieben. Stattdessen produziert man im Rahmen einer Vertriebskooperation für die Marke des slowenisch-amerikanischen Startups Juicy Marbles.

„Wir hatten dort schon länger eine hohe Nachfrage, konnten sie aber bisher nicht bedienen“

Und der Verkaufsstart verlief erfolgreich, wie Revo Foods vermeldet. „Ganze 3.000 Einheiten waren nach Eröffnung im Webshop von Juicy Marbles in nur einer Stunde ausverkauft, und das erste Kundenfeedback überzeugte“, heißt es vom Startup. Gründer und CEO Robin Simsa betont dabei ein weiteres Mal, die Bedeutung der Vertriebskooperation: „Juicy Marbles hat eine starke Marke und ein etabliertes Vertriebsnetz in den USA. Wir hatten dort schon länger eine hohe Nachfrage, konnten sie aber bisher nicht bedienen.“ Die Zusammenarbeit sei für beide Seiten ein Gewinn – „und ein Beweis dafür, dass Kooperationen ein entscheidender Hebel für die Weiterentwicklung der Branche sind“.

Nach „Kinda Cod“ nun auch „Kinda Salmon“

Nach dem Start mit „Kinda Cod“ wirft Revo Foods im Rahmen der Kooperation nun auch eine Variante seines Flagship-Produkts, einer Lachsfilet-Alternative auf Pilzprotein-Basis, auf den US-Markt. Hierzulande gibt es das Produkt unter dem Namen „Filet“ mittlerweile in vier Variationen. In den USA geht man nun mit einer ersten Geschmacksrichtung – rosa Pfeffer und Zitrone – unter dem Namen „Kinda Salmon“ in den Verkauf.

Revo Foods auch in Deutschland auf Expansionskurs – Crowdinvesting bringt Millionenbetrag herein

Und auch in Deutschland geht die Expansion voran. Ab August bzw. September würden auch vier REWE-Regionen und vier EDEKA-Regionen in Österreichs größtem Nachbarland mehrere Produkte von Revo Foods listen, heißt es vom Startup. Schon in den vergangenen Monaten sei die Nachfrage stark gestiegen. Die Vergrößerung der Produktion will man auch mit einer laufenden Crowdinvesting-Kampagne finanzieren, bei der bislang mehr als 1,5 Millionen Euro hereinkamen.

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Impeto Impact Gründer Jim Lefébre © Jim Lefébre

Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.

Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.

Modellrechnungen statt Live-Einsatz

„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“

BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.

BESS Invest Dashboard © Impeto Impact

Verzicht auf KI

Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.

Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.

Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.

Co-Location und Expansionspläne

Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.

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