11.06.2025
WORK

Im Urlaub für Vorgesetzte erreichbar?: Fast die Hälfte sagt Ja

Männer sowie Berufstätige in Vorarlberg, Niederösterreich und Oberösterreich sind laut einer willhaben-Erhebung unter rund 1.500 Personen im Urlaub besonders häufig verfügbar. Andere lesen aus Interesse mit.
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Urlaub, Erreichbarkeit im urlaub
© valeriygoncharukphoto/envato - Beispielfoto.

„Nur mitlesen, ohne etwas tun zu können, nützt meistens nur dem inneren Kontrollbedürfnis, ist aber für die Erholung hinderlich“, sagte Arbeitspsychologin Claudia Altmann im März 2024, als es um „Healthy Vanishing“ (Urlaub ohne Erreichbarkeit) ging. Bereits Jahre zuvor warnte Neurobiologe Bernd Hufnagl davor, auch im Urlaub „geistig bei der Arbeit zu sein“: „Arbeit und Privates wird vermischt. Man hat das Büro in Form des Smartphones eingesteckt“, meinte er vor rund sechs Jahren. Und machte das typischste aller Problem-Beispiele im Urlaub aus: Das „Ich sehe mal nach“ und „checke“ die E-Mails am Smartphone. Dass das Thema weiterhin präsent ist, zeigt eine aktuelle willhaben-Umfrage, an der rund 1.500 User:innen teilgenommen haben.

Urlaub: Europareisen auf Platz 1

Laut der Befragung planen mehr als drei Viertel der Menschen in dieser Saison einen Urlaub – zumeist geht es dabei in „ein anderes europäisches Land“ (67,4 Prozent) oder zu einer Destination „in Österreich“ (39,2 Prozent). 15,7 Prozent entscheiden sich auch, „Zuhause“ zu urlauben – ein Wert, der noch vor jenen liegt, die ihre freie Zeit „außerhalb Europas“ (12,8 Prozent) verbringen, wobei Mehrfachnennungen möglich waren.

Zum Thema „Erreichbarkeit im Urlaub“ gaben 12,1 Prozent an „jederzeit“ bzw. 34,6 Prozent „in dringenden Fällen“ erreichbar zu sein. Den Umfrage-Ergebnissen zufolge ist die überwiegende Mehrheit der Befragten, und zwar 68,8 Prozent, im Sommer insgesamt maximal 15 Tage auf Urlaub. Keine ausschweifend lange Erholungszeit, die trotzdem viele von ihnen mit den Worten „Wenn etwas ist, ruf mich an“ zu beginnen scheinen.

Für Kolleg:innen da

Als besonders verfügbar zeigen sich dabei Männer und Berufstätige in den Branchen „Medien & Werbung“, „Rechts-, Steuer- & Unternehmensberatung“ sowie „Bauwesen“.

Bemerkenswert: Ihren Kolleg:innen stehen Österreicher:innen im Urlaub noch bereitwilliger zur Verfügung – hier geben in Summe 59,5 Prozent aller Teilnehmer:innen zu Protokoll, grundsätzlich erreichbar zu sein.

Doch was sind die Gründe für eine solche Bereitschaft? Das Urlaubsgesetz besagt, dass freie Tage der Erholung dienen und heimische Arbeitnehmer:innen – mit Ausnahme der Rufbereitschaft – nicht für Arbeitgeber:innen erreichbar sein müssen. Fast 32 Prozent gaben an, nicht das Gefühl zu haben, dass Erreichbarkeit von ihnen erwartet wird. Demgegenüber stehen 6,4 Prozent, deren Vorgesetzte darauf auch im Urlaub bestehen. Ein anderer Grund für die hohe Bereitschaftsquote mag zudem in einem Gefühl des Drucks liegen, den man v.a. in oben genannten Branchen erlebt, wie über 14 Prozent meinen.

Und nur 6,5 Prozent der Befragten haben durch das erreichbar Sein im Urlaub persönliche Vorteile erlebt, 16,2 Prozent glauben indes, dass es „ihr Standing im Unternehmen verbessert“. Der Rest steht, der Untersuchung nach, dieser Thematik neutral bzw. (eher) negativ entgegen, wenn es um die Frage geht, ob Verfügbarkeit im Urlaub das berufliche Fortkommen fördert.

Freiwillig im Urlaub mitlesen

Allerdings: Rund 40 Prozent der Umfrage-Teilnehmer:innen geben an, sich von sich aus mit dem Job zu beschäftigen, wenn sie sich freigenommen haben; und zwar auch ohne, dass sie von Chef:innen oder Kolleg:innen kontaktiert werden. Dazu zählen, „Themen passiv (z.B. durch Apps) zu verfolgen“ (22,1 Prozent), „E-Mails oder Nachrichten zu lesen“ (21,4 Prozent) und sogar „berufliche Aufgaben aktiv zu erledigen“ (6,6 Prozent).

Rückblickend auf ihre bisherige berufliche Laufbahn geben sogar 7,6 Prozent aller Teilnehmer:innen an, einen Urlaub aufgrund beruflicher Anforderungen unterbrochen oder abgebrochen zu haben.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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