19.11.2015

Im OrgDesign Lab Organisations-Probleme lösen

Wachstum weist zumeist auf eine erfolgreiche Unternehmensführung hin. Mit dem Wachstum kommen aber auch Probleme, vor allem organisatorischer Natur. Beim "OrgDesign Lab" trafen sich Startups und Experten, um strukturelle Anliegen gemeinsam aufzuarbeiten.
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© Sebastian Judtmann
Anfängliches Diskutieren über Organisations-Thematiken © Sebastian Judtmann

„Genauso wie man sich einen Juristen bei der Vertragsgestaltung dazu holt, braucht man Experten im Thema Organisationsdesign und -entwicklung“, erklärt Inits-Geschäftsführerin bei der Eröffnung. Sie habe auch ein Support-Programm abseits von Recht und Steuern für Startups  umsetzen wollen.

„Jedes Startup macht etwas falsch.“

Die vier Stratups „Anyline“, „Mopius“, „Eversport“ und „IstMobil“ waren mit großen Erwartungen angereist. „Jedes Startup macht etwas falsch. Natürlich auch wir und deshalb habe ich unsere Struktur-Schwierigkeiten hierher mitgebracht“, erklärt Jakob Hofer, einer der Gründer von Anyline.

Organisation und Fußball

Anhand einer Fußball-Metapher erklären Gerald Mitterer und Matthias Lang von „dwarfs & Giants“, wie wichtig die richtige Rollenverteilung in einem Unternehmen ist. „Beim Eckball soll auch nicht plötzlich der Tormann neben dem Stürmer stehen.“ Weiters erläutern die beiden, dass bei einer Kooperation zwischen Startups und großen Unternehmen zumeist beide Parteien viel mitnehmen können.

Julian Teicke und Holacracy

„Die Menschen sollen Fehler machen“

Trotz Problemen mit der Internet-Verbindung konnte Julian Teicke alle Fragen beantworten © Sebastian Judtmann

Via Skype wird Julian Teicke, der CEO von FinanceFox zu einem Interview zugeschalten. Der gebürtige Berliner spricht über Organisationsprobleme, unglückliche Mitarbeiter und sein präferiertes Organisationsmodell Holacracy. Früher habe er das Konzept von „Execution, Execution, Execution“ verfolgt – möglichst viele Leute beschäftigen, denen er etwas anschaffen kann. Auf Dauer habe ihn dieses System aber unglücklich gemacht, sagt Teicke.

„Die Menschen sollen Fehler machen“, meint der 29-Jährige. Fehler müssten toleriert werden, dann wäre jeder gerne bereit eine gewisse Verantwortung zu übernehmen und die Menschen seien glücklicher und produktiver am Arbeitsplatz. Weiters ist er überzeugt, dass progressiv organisierte Unternehmen die neuen Eckpfeiler der Unternehmenskultur werden und alte Corporations aussterben werden wie die Dinosaurier.

+++ Mehr zum Thema: Holacracy +++

 

Die Startups und ihre Erwartungen

Mit Organisationsdesign-Experten von dwarfs & Giants und Beratern von Inits, Alumnis der Neuwaldgegger Gruppe sowie Experten von bingenium, haben die Startups ihre Probleme und Herausforderungen aufgearbeitet.

Anyline

„Anyline ist während der vergangenen Jahre sehr schnell gewachsen. Das Wachstum brachte Probleme mit sich, für die im Alltagsgeschäft wenig Platz und Zeit waren“, erläutert Jakob Hofer seine Beweggründe teilzunehmen.

Anyline hat einen Technologie-Baustein entwickelt, der in mobile Apps eingebaut werden kann und Smartphones so das Lesen beibringt. Mit Anyline können über mobile Geräte Zählerstände eingelesen, Blutzuckermessgerätdaten importiert oder Pässe und Barcodes einfach mit der Kamera gescannt werden.

IstMobil

„Wir haben ein paar Problemstellungen in der internen Struktur, die von Anfang an da waren. Mit den Experten möchten wir neue Herangehensweisen entwickeln“, sagt Alexander Stiasny von IstMobil.

IstMobil hat sich dem Personenverkehr in ländlichen Regionen verschrieben. Mit Hilfe einer App meldet der Kunde wann er von wo wohin möchte. Das Startup ermöglicht einen öffentlichen Verkehr in Gebieten wo es kaum noch welchen gibt. Sozusagen ein „Uber“ fürs Land.

Mopius

„Es müssen fortlaufend immer wieder neue Leute ins Team integriert werden. Bei einer guten Auswahl sind wir immer wieder gescheitert. Dieses Problem muss mit Experten besprochen werden“, zeigt sich CEO Karl Pletschko erwartungsvoll.

Mopius ist ein sowohl ein Third-Party-App-Entwickler, als auch in der Näherungs- und Sprachtechnologie tätig. Ihre entwickelten Technolgien werden von Apps, die sich mit diesem Thema beschäftigen genutzt.

Eversport

„Wir haben eine neue Wachstumsfinanzierung hinter uns, um neue Märkte in Österreich, Deutschland und den Niederlanden zu erschließen. Dafür werden wir weitere Mitarbeiter benötigen. Wir erhoffen uns gute Inputs wie man sowas angeht“, erklärt Ex-Profisportler Hanno Lippitsch.

Eversport ist eine Plattform wo Sportler Sportgerät-Angebote suchen, vergleichen und auch online bezahlen kann. Darüberhinaus bietet Eversport eine Software an, mit der sich Sportgerät-Anbieter bezüglich ihrer benötigten Werkzeuge vernetzen können.

Das Ergebnis

Die vier Startups blicken geschlossen auf eine tolle Erfahrung zurück. Für alle war es intensiv und auch anstrengend, aber sehr informativ und lehrreich. Mit allen Teilnehmern wurden Schritte ausgearbeitet, um künftige Herausforderungen zu meistern. Ebenfalls empfehlen die vier jedem Startup derartige Programme wahrzunehmen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Die Organisation der Startups nach 6 Monaten

Sechs Monate nach dem OrgDesign Lab hat sich der Brutkasten noch einmal mit den teilnehmenden Startups unterhalten. Wie es den Jungunternehmern seither ergangen ist, erfahrt Ihr hier.

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Die Founder von The GoodStuff Christian Knauss (l.) und Thomas Schmidbauer (r.) setzen in Zukunft auf einen natürlichen Proteinriegel. | ©Alina Diesner

Ein Proteinshake hier, ein Proteinriegel da. Österreichs Supermarktregale sind gefüllt mit eiweißhaltigen Produkten. Der Trend zur bewussten Ernährung schlägt auch auf die Tierwelt über. Mit SnackSnack erweitert The GoodStuff sein Sortiment um einen Proteinriegel für Hunde, der auf natürlichen Inhaltsstoffen basiert. „Wir wollen Tiere so ernähren, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Und deswegen bieten wir Futter- und Snackprodukte an, die sich einer sehr natürlichen Philosophie unterwerfen“, erklärt Co-Founder Thomas Schmidbauer im brutkasten-Gespräch.

Ein besseres Hundeleben

Hunde sollen durch den Riegel mehr Energie haben und ein glücklicheres Leben führen. „Du bist, was du isst. Das gilt auch für den Hund. Wenn ich nur Schrott in mich reinschaufle, dann wird es mir nicht gut gehen“, sagt Schmidbauer, der die Riegel als „hochwertiges Snackprodukt“ beschreibt. Dass die Hunde den Proteinriegel zwingend für eine gesunde Ernährung brauchen würden, bestätigte er jedoch nicht. Denn für eine ausgewogene Ernährung müsse durch Trocken- und Nassfutter gesorgt werden.

Die Riegel bestehen zu 90 Prozent aus Hühnerfleisch, Quinoa, Flohsamen und Mineralstoffen. „Man kann jetzt in den Supermarkt gehen und Hundesnacks kaufen, die voller Getreide und irgendwelcher Zusatzstoffe sind. Dem Hund wird das nicht gut tun. Unser Riegel ist ein Naturprodukt ohne irgendwelche künstlichen Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker oder sonst irgendeinen ‚Klimbim‘“, erklärt Schmidbauer. Die Kombination des proteinhaltigen Hühnerfleisches mit Quinoa, das „den Blutzuckerspiegel konstant auf einem Level hält“, mache den Riegel ideal für aktive Tage.

Ein Kilo für rund 60 Euro

Qualität hat ihren Preis, das trifft auch auf die Proteinriegel von The GoodStuff zu. Ein Kilogramm kommt im Onlineshop auf rund 60 Euro. Zum Vergleich: Die Pedigree Ranchos, die auf Fressnapf als Trainingssnack beworben werden, kosten auf eben dieser Website rund 33 Euro pro Kilo. Schmidbauer sieht den Preis jedoch nicht als problematisch an: „Der ist dadurch gerechtfertigt, dass es einfach ein extrem hochwertiges Produkt ist. Wenn ich hochwertig produziere, dann muss ich auch einen höheren Preis verlangen.“

Der Verkauf der Riegel laufe bisher gut. The GoodStuff habe bereits „Tausende verkauft“, das Feedback sei durchwegs positiv. Aktuell sind die Riegel in der Geschmacksrichtung Huhn erhältlich, weitere seien aber geplant. The GoodStuff sieht die Riegel als logische Ergänzung zu seinem bisherigen Sortiment. Die österreichische Firma verkauft ihre Produkte neben Österreich und Deutschland in weiteren zehn Märkten.

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