07.10.2021

Idea meets Money: Niederösterreich prämierte seine 3 besten neuen Startups

Beim "Idea meets Money"-Event am Flughafen Wien-Schwechat wurden die besten niederösterreichischen Businesspläne 2020 prämiert.
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Idea meets Money - Biolyz
v.l.n.r. Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Marlon Millard, Oliver Wieder Biolyz, WKNÖ Präsident Wolfgang Ecker | (c) Rudolf Schmied

Mit 341 kam fast ein Drittel der Einreichungen beim i2b-Businessplanwettbewerb vergangenes Jahr aus Niederösterreich. Nun wurden bei der vierten Auflage von „Idea meets Money“, die im Office Park 4 am Flughafen Wien-Schwechat stattfand, die Top 3 Businesspläne des Landes 2020 prämiert. Hinter der regionalen Vergabe stehen neben i2b-ideas to business das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer NÖ, tecnet und accent.

Platz 1: Biolyz minimiert Verletzungsrisiko dank Speichelprobe

Als bestes NÖ.Startup ausgezeichnet und Gesamtsieger beim i2b-Businesswettbewerb 2020 wurde das Tullner Leistungsdiagnostik-Startup Biolyz mit auf Machine-Learning gestützten Analysen von nicht-invasiv messbaren Biomarkern. Durch den angebotenen Service sollen die körperlichen Leistungen von Sportlern gesteigert, das Verletzungsrisiko minimiert und die Erholung optimiert werden. Die Analysen werden über den Speichel des Probanden erstellt.

Platz 2: IoT Baseplate als „Ein-Aus-Schalter für die Baustelle“

Den zweiten Preis bei Idea meets Money erhielt das Schwechater Startup IoT Baseplate. Dieses funktioniert praktisch als „Ein-Aus-Schalter für eine Baustelle“ und übermittelt in Echtzeit den Aktivierungszustand an ein Verkehrsmanagementsystem. Eine in eine Verkehrsfußplatte integrierte IT-Einheit erweitere diese zur „intelligenten, vernetzten und mobilen IoT-Anwendung“, heißt es vom Unternehmen. Das System ermöglicht darüber hinaus den Einsatz von Echtzeit-Sensorsystemen für Verkehrsdatenerfassung, LED-Informationsanzeigen für Verkehrsteilnehmer, Webcams, sowie mobile Systeme zur Fernwartung und Steuerung. „So können nahezu in Echtzeit exakte Verkehrsmeldungen übermittelt und damit Staus verhindert werden“, so das Produktversprechen.

Platz 3: Ecoist/Ikonity als Marktplatz für nachhaltige Mode

Den dritten Platz holte sich das Wieselburger Startup Ecoist, das sich heuer mit Ikonity fusioniert hat und seit Mai den ersten online Cradle-2-Cradle-Marktplatz für nachhaltige Mode anbieten – der brutkasten berichtete bereits. Damit will das Unternehmen den Problemen der schnelllebigen Mode-Industrie entgegenwirken und eine echte ökologische Alternative bieten.

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Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

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