18.08.2022

Horizon Worlds: Metaverse-Spiel von Meta (Facebook) sorgt für Spott im Netz

Meta launchte Horizon Worlds in Frankreich und Spanien. Ein von Mark Zuckerberg dazu gepostetes Bild sorgt für Spot und Kritik.
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, Hire, giphy Horizon Worlds Facebook & Meta-Gründer Mark Zuckerberg
Facebook & Meta-Gründer Mark Zuckerberg | (c) Anthony Quintano via Wikimedia Commons

Im Herbst vergangenen Jahres nannte sich der Facebook-Konzern bekanntlich auf Meta um. Mit dem Rebranding kam die Versprechung von etwas ganz großem. Etwas gigantischem. Etwas, dass die Art, wie wir miteinander leben und arbeiten, nachhaltig verändert. Rund zehn Milliarden US-Dollar wurden seitdem vom Konzern investiert. Und nun wurde das erste Produkt – das Spiel Horizon Worlds – auch in Frankreich und Spanien gelauncht. Und die Kommunikation von Meta dazu sieht so aus:

(c) Meta

Ja. Dieses Bild postete Meta CEO Mark Zuckerberg zum Horizon Worlds-Launch in Frankreich und Spanien, mit dem Versprechen, es „noch mehr Menschen zu ermöglichen, immersive Welten zu bauen und zu erkunden“. Und im Netz machen sich einige Menschen ziemlich lustig darüber. „Es sieht nicht wie ein echtes Produkt aus. Daran ist nichts ‚immersiv‘. […] Wenn dein Kernprodukt aussieht wie die bemalten Wände einer verlassenen Kindertagesstätte, solltest du dich wundern“, meint etwa ein Twitter-User. Ein anderer nennt das Zuckerberg-Porträt ein „komisches 2022-Kind aus einer Liebesbeziehung zwischen Nintendo Wii und den Sims“.

Kritik an Horizon Worlds: „Zehn Milliarden Dollar für Zuckerberg mit Babypuppengesicht“

Besonders hart geht ein Kolumnist von PC Gamer, einem der weltweit größten Gaming-Magazine, mit Horizon Worlds und der Launch-Kommunikation ins Gericht. „Der Screenshot ist nicht nur schlecht, er ist sogar ausgesprochen schlecht. Er ist ironische Cliparts-schlecht. Er ist Börsenwert-schädlich. Jeder andere als ein Milliardär-CEO würde dafür sofort gefeuert werden. Meta hat letztes Jahr zehn Milliarden Dollar für die Entwicklung des Metaverse ausgegeben, und alles, was es dafür vorzuweisen hat, ist ein Zuckerberg mit Babypuppengesicht, der vor einem Miniatur-Eiffelturm schwebt“, schreibt er.

Verglichen wird die Grafik von Horizon Worlds nicht nur mit den in die Jahre gekommen Miis von Nintendo, sondern mit verschiedensten deutlich älteren Spielen, etwa auch Second Life, das bereits 2007 eine deutliche bessere Grafik gehabt habe, wie Kritiker meinen. „Ihr Widerwille, zuzugeben, dass buchstäblich jedes Studio ein besseres ‚digitales Erlebnis‘ schaffen kann, wird ihnen zum Verhängnis. Was sie anpreisen, ist eine Buntstiftzeichnung neben dem, was wir schon vor einem Jahrzehnt gesehen haben“, resümiert der oben genannte Twitter-User.

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Ecocircling
© Franz Neumayr - Teresa Millinger (l.), Geschäftsführerin Ecocircling und Grace Sheehan, Investorin und US-Unternehmerin.

Das oberösterreichisch-salzburgische Startup hat knapp ein Jahr nach Projektstart und einem US-Investment seine erste Pilotanlage hochgefahren. Ziel ist es, die starke Importabhängigkeit Österreichs bei Speisefisch zu reduzieren. Die modularen „Cubes“ kombinieren dafür Fischzucht und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Wasserkreislauf, der durch moderne Sensorik und KI-gestütztes Monitoring weitgehend automatisiert betrieben wird.

Ecocircling und die Wasserersparnis

Die aktuelle Pilotanlage ist auf eine Jahresproduktion von bis zu neun Tonnen Wels ausgelegt und punktet vor allem durch einen extrem geringen Ressourcenverbrauch. Millinger erklärt das Prinzip: „Wir geben täglich weniger als fünf Prozent Frischwasser zu, das übrige Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet. In unserem Aquaponik-System reinigen zusätzlich die Pflanzen das Wasser, indem sie die Nährstoffe aufnehmen. So kommen wir auf über 90 Prozent Ersparnis gegenüber klassischer Teichhaltung.“

Künftig sollen die Anlagen in unterschiedlichen Größen unter anderem für Hotels, Gastronomie und landwirtschaftliche Betriebe angeboten werden. Dafür musste das Startup jedoch die größte Hürde der Branche meistern: den massiven Energiebedarf.

„Das ist genau der Punkt, an dem viele Wettbewerber gescheitert sind“, sagt die Co-Founderin. „Der entscheidende Faktor ist der Winter: Unsere Fische brauchen eine Beckentemperatur von 26 °C, und dieses Wasser dauerhaft warm zu halten, ist der mit Abstand aufwendigste Energieposten. Genau daran ist bei vielen die Kalkulation zerbrochen. Wir haben unsere Anlagen deshalb konsequent auf diesen Punkt hin optimiert: Durch eine exzellente Dämmung, die den Wärmeverlust von vornherein minimiert, durch eine KI-gesteuerte Wärmerückgewinnung und durch eigene Energiequellen – ein Windrad und eine Biomasseanlage, die als Brennstoff sogar den Abfall aus unserer Gemüseproduktion nutzt.“

PV und Windrad

Dieser Ansatz ist bei Ecocircling bereits in der Umsetzung: Bei der Pilotanlage in Oberösterreich soll in den kommenden Monaten das erwähnte Windrad installiert werden; auch Photovoltaik ist in Planung. „Dadurch fällt der zugekaufte Wärmeanteil sehr gering aus. Genaue Werte für die KWh pro Fisch hängen vom Standort ab. Westliche oder windarme Regionen sind hier benachteiligt“, räumt die Gründerin ein. Durch die eigene Energieversorgung möchte das Startup den Betrieb von den Preisschwankungen des volatilen Marktes entkoppeln. „Damit bleibt unsere Kalkulation planbar, auch wenn die Energiepreise steigen“, so Millinger.

Fokus auf Technologie

Ob es künftig Pläne gibt, diese Prozesstechnologie zu vertreiben, oder „nur“ mit Fischen Geld zu machen, meint Millinger, dass beides in den Köpfen des Teams bestehe, jedoch mit klarer Priorität auf der Technologie.

„Unser Kern ist die Anlage selbst: ein standardisiertes Plug-and-Play-Produkt, das wir künftig in verschiedenen Größen anbieten. Eigene Standorte betreiben wir vor allem als Referenzanlagen. Überzeugend macht das Ganze das Verhältnis von Investition zu Kapazität – 90.000 Euro für zwölf Tonnen Fisch pro Jahr, mit einem Return on Investment von typischerweise unter drei Jahren. Genau diese Kombination aus niedrigem Preis, Standardisierung und geringem Betreuungsaufwand macht die Anlage zu einem echten Produkt. Dass es schon in der Entwicklungsphase internationale Nachfrage gab, bestätigt das.“

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