08.07.2025
INVESTMENT

Hololight holt 10 Mio. Euro: Innsbrucker „Netflix für XR“ will weltweit expandieren

Das Innsbrucker Scaleup Hololight erhält für seine XR-Pixel-Streaming-Technologie erneut frisches Kapital.
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Das Kernteam von © Hololight (l.n.r.): Susanne Haspinger, Florian Haspinger, Alexander Werlberger, Luis Bollinger

In den vergangenen Jahren machte das Innsbrucker Unternehmen mit einigen Investment-Runden auf sich aufmerksam. 2019 schloss es eine vier Millionen Euro schwere Series-A-Runde ab, 2021 folgte eine Finanzierung über 5,3 Millionen Euro. Zuletzt verkündete das Startup im November 2023 seine Series-B-Kapitalrunde über 11,4 Millionen Euro.

Das 2015 gegründete Scaleup Hololight bildet eine technische Brücke zwischen XR-Anwendungen und XR-Geräten. Damit möchte es eine der Herausforderungen im Bereich AR/VR lösen – das Streaming leistungsstarker Anwendungen direkt auf Geräte, ohne dass es dabei zu Leistungsverlusten kommt.

Zwei Jahre nach der letzten Finanzierungsrunde konnte Hololight nun erneut frisches Kapital an Land ziehen – diesmal eine Series-C-Runde in Höhe von zehn Millionen Euro. Damit soll die XR-Pixel-Streaming-Technologie weltweit skaliert werden. Dass die jüngste Finanzierungsrunde kleiner als die Series-B-Runde ausgefallen ist, sei „in der DeepTech-Branche nicht ungewöhnlich“. Es würde sich nicht um eine Brückenfinanzierung oder Ähnliches handeln, sagt CEO Florian Haspinger gegenüber brutkasten.

Globaler Vertrieb geplant

Den Lead bei der aktuellen Finanzierungsrunde übernimmt der Europäische Wachstumsfonds Cipio Partners. Der Fonds investiert üblicherweise in europäische Technologieunternehmen in der Wachstumsphase mit einem Jahresumsatz zwischen zehn und 50 Millionen Euro und tätigt dabei Erstinvestitionen in Höhe von fünf bis 15 Millionen Euro – so auch in diesem Fall. Auch die bisherigen Investoren Bayern Kapital, Direttissima Growth Partners, EnBW New Ventures und Future Energy Ventures bleiben an Bord.

Mit dem frischen Kapital will Hololight seine Produkte weltweit vertreiben und „seine Vision vorantreiben, XR-Pixel-Streaming für den gesamten AR/VR-Markt verfügbar zu machen“, wie es in einer Presseaussendung heißt.

„Hololights einzigartige XR-Pixel-Streaming Technologie öffnet die breite Anwendung von AR/VR in der Industrie und in Zukunft auch für Konsumenten. Mit dem Investment kann Hololight nicht nur sein bestehendes Geschäft weiter skalieren, sondern auch seine neuste Innovation, Hololight Stream Runtime, weltweit vermarkten”, sagt Ansgar Kirchheim, Partner bei Cipio Partners. 

Pixel-Streaming

Das neueste Produkt im Portfolio ist, wie oben bereits erwähnt, Hololight Stream Runtime. Damit sollen Unternehmen laut Produktversprechen „jede OpenXR-kompatible App mit nur einem Klick streamen“ können. Streaming-Erlebnisse sollen so deutlich einfacher zugänglich werden. Hololight stelle XR so bereit, „wie Netflix Filme bereitstellt“, behauptet Haspinger.

Die zugrunde liegende Technologie, das sogenannte Pixel-Streaming, ermöglicht es Unternehmen, AR/VR-Anwendungen in größerem Umfang zu nutzen. Sie erlaubt es, „Applikationen von zentralen Servern ohne Performanceverlust direkt auf AR- und VR-Brillen zu streamen – unabhängig vom Endgerät und mit höchster Datensicherheit“, verspricht das Scaleup.

Mit dieser Technologie konnte Hololight bereits mehr als 150 internationale Kunden und Partner gewinnen, darunter große Namen wie NVIDIA, Qualcomm, Snap und Meta.

Das „nächste Level“

„Wir sind überzeugt: XR Pixel-Streaming wird sich weltweit als Standard für den Einsatz von AR/VR durchsetzen – und bald genauso selbstverständlich sein, wie Videostreaming heute”, gibt sich Haspinger optimistisch für die Zukunft.

Hololight ist mittlerweile in Deutschland, Österreich und den USA mit eigenen Niederlassungen vertreten. Zum Kernteam gehören die Tiroler Florian Haspinger (CEO), Alexander Werlberger (CTO) und Susanne Haspinger (COO), sowie der Deutsche Luis Bollinger (CMO).

Künftig möchte das Unternehmen seine Rolle im Bereich XR Pixel-Streaming weiter ausbauen und die weltweite Einführung seiner Technologie vorantreiben. „Unsere Vision ist klar: Wer AR/VR erfolgreich nutzen will, braucht XR Pixel-Streaming. Nur so lassen sich Anwendungen flexibel, sicher und skalierbar in Unternehmen integrieren“, so Haspinger. „Wir sind bereit, AR/VR auf das nächste Level zu heben.“

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Impeto Impact Gründer Jim Lefébre © Jim Lefébre

Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.

Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.

Modellrechnungen statt Live-Einsatz

„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“

BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.

BESS Invest Dashboard © Impeto Impact

Verzicht auf KI

Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.

Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.

Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.

Co-Location und Expansionspläne

Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.

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