24.03.2020

Höhle der Löwen: Wiener Startup verkauft halbe Firma an Judith Williams

In dieser Folge von "Die Höhle der Löwen" gab es einen Leiter-Fall-Schutz, Botschaften von berühmten Hollywood-Stars und einen smarten Blumentopf. Zudem heimste sich Judith Williams die Hälfte eines österreichischen Startups ein.
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Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Investorin Judith Williams steigt schlussendlich nicht bei CB.Lash ein.
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Diesmal durfte bei „Die Höhle der Löwen“ Peter Kenning als erster starten. Mit Yuca Loca möchte er Pommes aus Maniok, ein beliebtes Wurzelgemüse aus Südamerika, in Deutschland populär machen. Damit sein Unternehmen wachsen und den Schritt in den Einzelhandel gehen kann, benötigt der Gründer ein Kapital von 90.000 Euro. Dafür bot er 20 Prozent seines Unternehmens.

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Dümmel, der Pommes-Gourmet

Investor Ralf Dümmel gestand seine ewige Liebe zu Pommes und erkannte bei Yuca Loca einen leicht anderen, aber dennoch guten Geschmack im Vergleich zu seiner Lieblings-Beilage. Das Produkt ist bereits am Markt und konnte im ersten Halbjahr 40.000 Euro statt kalkulierter 28.000 Euro Umsatz erwirtschaften.

Deutsche zu sehr auf Kartoffeln geprägt

Maschmeyer stieg als erster aus. Er deutete an, dass der Unterschied zu üblichen Kartoffeln nicht besonders hervorstechen würde. Auch Medien-Experte Georg Kofler nannte das Produkt „in Ordnung aber nicht exzellent“ und war ebenfalls draußen. Konzernchef Nils Glagau zweifelte daran, dass die Pommes-Alternative im deutschen Markt angenommen werde. Die Leute wären zu sehr auf Kartoffeln geprägt.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Peter Kenning wollte mit „Yuca Loca“ und seinen Pommes aus Maniok die Investoren für sich gewinnen.

Kein Höhle der Löwen-Deal

Der Gründer kämpfte, konnte aber auch Familien-Unternehmerin Dagmar Wöhrl nicht überzeugen. Schlussendlich sagte auch Dümmel schweren Herzens dem Gründer ab. Kein Deal für Yuca Loca.

Magnetische Wimpern aus Wien

Die zweiten in der Höhle der Löwen waren die Österreicher Barbara Reiter und Christian Steiner mit CB.Lash. Dabei handelt es sich um künstliche Magnet-Wimpern, die durch eine Zwei-Komponenten-Lösung lange haften und bis zu 50 Mal wiederverwendbar sind. „Am Wimpernkranz befinden sich Mikromagnete, die optimal platziert sind. Den Gegenpol für den Magneten haben wir in unserem patentierten Eyeliner integriert“, sagt Co-Founder Steiner. Die Forderung: 200.000 Euro für 20 Prozent Anteile.

Noch nicht marktreif

Nach der Demonstration mit Model Julia erklärte die Gründerin auf Nachfrage, um welches Material es sich bei den Wimpern handeln würde. Im Sortiment gebe es bisher, Natur-, Human- und vegane Wimpern. Dann stieg Wöhrl als erste aus. Der Fokus auf den Online-Vertrieb würde dem Startup auch alleine gelingen, meinte sie. Man erfuhr jedoch kurz darauf, dass das Produkt der beiden Wiener noch nicht marktreif sei und Tests beziehungsweise Studien zur Verträglichkeit ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würden.

Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Barbara Reiter und Christian Steiner aus Judenburg in Österreich erhofften sich ein Investment von 200.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen CB.Lash.

Patent als Ice-Breaker

Ralf Dümmel war der zweite Juror, der den Gründern eine Absage erteilte: Der Zeitraum bis zum Markt-Start sei ihm zu lang, sagte er. Auch Carsten Maschmeyer wollte nicht mitmachen: Die Bewertung sei das Problem.

Nachdem es bereits danach ausgesehen hatte, als ob das österreichische Startup ohne Erfolg Heim gehen würde, kam plötzlich ein neues Thema auf. Den Investoren wurde auf einmal klar, dass die Gründer den Eyeliner bereits patentiert hatten. Dies änderte die Stimmung im Studio rasant.

Halbe Firma für Judith Williams

Judith Williams meinte, wenn wirklich ein Patent bestehe, dann sei das Produkt wahnsinnig innovativ. Auch die Qualität sei sehr hoch. Allerdings seien die ganzen Tests, die anstehen und die Produktentwicklung noch viel Arbeit. „Das aber ist unser täglich Brot. Wir hätten die Wissenschaft um zu helfen“, sagte sie. Und wollte ein gleichwertiger Partner werden. Sie forderte 50 Prozent für 200.000 Euro. Deal für CB.Lash.

Einmal ein WM-Finale kommentieren

Die dritten in der Höhle der Löwen waren Gisbert Wundram und Bendix Eisermann von commentaro. Die beiden betreiben seit zehn Jahren gemeinsam den Pay TV-Sender „Sport Digital“ und arbeiten im selben Zeitraum auch an ihrem Startup. Mit ihrer Idee könne jeder zum Sportkommentator werden, heißt es: In der App finden die User Clips von nationalen und internationalen Sportveranstaltungen mit Original-Atmosphäre, die sie selbst kommentieren können.

Viertel Million gesucht

Über die commentaro-Plattform kann dann der eigene Beitrag veröffentlicht, verbreitet und mit Freunden geteilt werden. Um ihr Produkt weiterzuentwickeln und international zu skalieren, benötigen die Gründer zusätzliches Kapital in Höhe von 250.000 Euro. Dafür bieten sie den Löwen 25 Prozent Firmenanteile.

commentaro, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Bendix Eisermann und Gisbert Wundram haben eine App entwickelt, mit der jeder zum Hobby-Kommentator eines Sport-Ereignisses werden kann.

Glagau fehlt die Leidenschaft

Nach dem Pitch meldete sich Glagau freiwillig, sich als Kommentator mit der App zu versuchen. „Mehr Leidenschaft“ und an den „Höhen und Tiefen zu arbeiten“ lautete danach die harte Löwen-Kritik an ihrem Juror-Kollegen, der aber alles in allem eine recht passable Figur als Fußballsprecher abgab.

Spaß und …

Wöhrl wollte danach die Sinnhaftigkeit der App und den User-Nutzern wissen. Neben dem Spaß an der Freude und persönlicher Bestätigung durch das Teilen mit Freunden und der Like-Generierung, die damit einher geht, erzählten die Gründer von einer zweiten Geschäftssäule des Unternehmens.

…Karriere als Kommentator?

Mit „commentaro-Live“, die im Gegensatz zur Basis-Version nicht kostenfrei ist, wäre es für den User möglich, sich andere Nutzer anzuhören, die etwa ein „Live-Match“ kommentieren. „Für den Fall, dass man sich über den TV-Kommentator ärgert“, so die Gründer.

Es stehen in der App Streams zur Verfügung, die man über die eigene Home-Anlage connecten könne, um so eine Synchronität zum Fernseher herzustellen. Kurzum: Das Bild im TV-Gerät bleibt, der Ton ist abgestellt, die Heim-Anlage lässt den Kommentator der Wahl laufen.

+++ Frank Thelen verlässt Startup-TV-Show „DHDL“ +++

Schwer zu greifende Idee

Kofler zeigte sich skeptisch, was die Anzahl der Zuhörer betreffe, nannte es aber ein witzige Idee, über die er nachdenken müsse. Nils Glagau stieg relativ rasch aus und konnte die App der Gründer, wie auch Dümmel, schwer greifen. Beide stiegen aus. Maschmeyer hingegen nannte die beiden Gründer hochkompetent, ging aber ebenfalls, da er keinen Investment-Case sah. Als sich auch Ex-Miss-Germany Dagmar Wöhrl als potentielle Investorin verabschiedete, kehrte Kofler zurück.

Keine Million User für App?

Er zweifelte daran, die – nach eigener Meinung – nötigen eine Million Abonnenten in kurzer Zeit auf die App zu bringen. Commentaro war ihm daher nicht lukrativ genug. Kein Deal für die Kommentator-App.

Eine Leiter bei Höhle der Löwen

Udo Heyl folgte als nächster Gründer bei „Die Höhle der Löwen“. Als Dachdeckermeister hat Udo einen schweren Leiter-Sturz hinter sich und weiß um die Gefahren des Handwerks oben auf dem Dach oder in der Höhe. „Laut Statistik ereignen sich etwa 180.000 Leiterunfälle jährlich, allein in Deutschland“, sagt er. Daher nahm er sich des Themas an und entwickelte eine Leiterkopfsicherung namens LeiKoSi.

LeiKoSi, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Udo Heyl stürzte selbst einmal schwer von der Leiter und hat daher die Leiterkopfsicherung „LeiKoSi“erfunden.

In Dachrinne stecken

Die Vorrichtung wird an einer Leiter befestigt und zum Beispiel in einer Dachrinne eingehängt, dadurch soll sie an Stabilität gewinnen. Der Dachdeckermeister sieht sein Produkt auch in privaten Haushalten und benötigt nun die Unterstützung eines Löwen. Er hofft auf 250.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

1,2,3 vorbei

Nach der Demonstration seines Produkts erzählte der Gründer von 1400 verkauften Sicherungen 2018 bei einem Verkaufspreis von 198 Euro. Glagau stieg als erster aus, es sei netzwerktechnisch nicht seine Welt. Shopping-Queen Judith Williams nannte das Produkt eine „Meisterleistung“, sagte aber auch, sie wäre nicht die passende Partnerin für den Gründer. Wöhrl lobte ähnlich stark wie ihre Vorredner, stieg aber als dritte Löwin ebenfalls aus.

Dümmel bei Höhle der Löwen: „Das geht nicht“

Danach bezifferte der Gründer den erwarteten Jahresumsatz bei 4000 verkauften Stück mit 720.000 Euro, was ihm ein „das geht nicht“ von Dümmel einbrachte. Der Juror brachte den Abgabe-Preis ins Spiel und kam stattdessen auf eine Summe von 400.000 Euro. Dies brachte Heyl kurzzeitig ins Schwitzen.

Firmenbewertung als Problem

Dümmel war sich nicht sicher, ob er dem Startup ein Angebot machen sollte. Das Produkt habe ein großes Potential, jedoch sei der Preis für LeiKoSi zu hoch. Zudem habe er ein Problem mit der Firmenbewertung. Bei Kofler verhielt es sich ähnlich.

Schweres Herz und Ablehnung

Glagau schlug daher eine Partnerschaft der beiden Löwen vor. Mitten im Diskurs um die Problematik der gewünschten Summe bot Kofler plötzlich 250.000 Euro für 30 Prozent Beteiligung. Ein nachdenklicher Dümmel ging danach schwerstens Herzens ohne Angebot. Und der Gründer lehnte überraschend aber höflich Koflers Offerte ab. „Es kann ja nicht jedes Geschäft klappen“, sagte der Süd-Tiroler Juror abschließend. Kein Deal für LeiKoSi.

Der smarte Blumentopf bei Höhle der Löwen

Der nächste, der sich ein Investment bei „Die Höhle der Löwen“ erhoffte war Georg Pröpper. Mit Lazy Leaf hat der Ingenieur einen selbstgießenden, elektronischen Blumentopf erschaffen.

Für jene ohne grünen Daumen

So funktioniert’s: Ein integrierter Wassertank, den man befüllt, misst die Temperatur und passt die Gießmenge automatisch daran an, sollte es besonders heiß oder kalt sein. Der Lazy Leaf meldet sich mit einem Signal, sobald der Tank leer ist und erinnert so den Nutzer daran, Wasser nachzuschütten. Durch den integrierten Lichtsensor wird verhindert, dass Warnsignale bei Nacht ertönen, um so den Schlaf nicht zu stören. Mit einem beliebigen Mikro-USB Ladegerät wird der Akku geladen und liefert Strom für mehrere Monate. Der Gründer forderte 150.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile.

Lazy Leaf, Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Die Investoren Georg Kofler und Dagmar Wöhrl nehmen den smarten Blumentopf „Lazy Leaf“ von Georg Pröpper (r.) genau unter die Lupe.

Verkaufspreis zu hoch?

Nachdem sich alle Löwen ein Bild von der Bewässerungsfunktion gemacht hatten, meinte so mancher, der Preis von 60 Euro wäre zu hoch. Man könne ihn in einer größeren Produktion aber herab drücken, entgegnete Pröpper.

Keine Chance für andere Löwen

„Absoluter Hammer“ meinte Dümmel danach. Der „Übertöpfe-Markt“ sei riesig, waren seine Worte und er bot 150.000 Euro für 20 Prozent. Dabei streckte der dem Gründer bereits die Hand entgegen und wollte die anderen Löwen gar nicht zu Wort kommen lassen. „Tut mir Leid“, sagte Pröpper, „das war mein Wunsch-Löwe“ und ging in die Umarmung mit dem Investor. Deal für Lazy Leaf.

Fünf Millionen Euro Bewertung

Den Abschluss von „Die Höhle der Löwen“ bildeten die Österreicher Aleksey Igudesman, Dominik Joelsohn und Julia Rhee. Ihr Startup Music Traveler ist eine Plattform, die Musiker mit einem Raum zum Musizieren verbindet. Die Zielgruppe umfasst dabei nicht nur Profis, auch Kinder, Studenten, Hobbymusiker, DJs und Bands zählen dazu, sowie  Amateure, die daheim keine Instrumente haben. Diese können sie gleich mit der Location mit mieten. Die Gründer forderten nach einer Geigenspiel-Einlage und etwas Komik 500.000 Euro für zehn Prozent Beteiligung.

Music Trabvler, Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Aleksey Igudesman (l.), Julia Rhee und Dominik Joelsohn aus Wien präsentierten mit „Musik Traveler“ eine App, mit der man Proberäume mieten kann.

Celebrities als Fans

Die Plattform verfügt mittlerweile über 500 Musik-Locations – vom privatem Wohnzimmer bis zum Wiener Konzerthaus und das Kings Theatre in New York – und darüber hinaus bereits über einen berühmten Investor: Hollywood-Legende und Star-Komponist Hans Zimmer (ein Oscar für König der Löwen, drei Grammy Awards und zweimal Golden Globe) ist mit an Bord. Auch Sänger und ebenfalls Komponist Billy Joel, sowie Schauspieler John Malkovich („Klimt“, „Being John Malkovich“) gehören zum Netzwerk des Startups dazu.

Ein Löwen-Lob

Nach einer Video-Botschaft von Hans Zimmer an die Löwen meinte Frank Thelen, alles sehe sehr hochwertig aus. Besonders das Logo, eine mit dem GPS-Zeichen verbundene Musiknote, hatte es ihm angetan. Auch das Interface der kostenlosen App sehe „richtig gut“ aus.

Billy Joel bei Höhle der Löwen

Geld verdient das Startup mit einer Vermittlungsgebühr von zehn Prozent. Dabei stehen bisher 4000 registrierte User bei einem Umsatz von 30.000 Euro zubuche. Nun möchte das Startup den Rollout angehen. Nachdem sich auch Billy Joel ebenfalls mit einer Video-Botschaft für die Löwen einbrachte, staunte Thelen über das tolle Netzwerk der Gründer.

Kein Investor nötig?

Ralf Dümmel meinte danach, er sei nicht der Richtige, um mit ihnen das Startup groß zu machen. Er und Nils Glagau verabschiedeten sich, allerdings beeindruckt. Man brauche sie nicht, meinten beide Löwen.

Zu komplexe Firmen-Struktur

Dem widersprachen die Gründer und meinten, in der Business-Welt würden ihnen natürlich Kontakte fehlen. Maschmeyer traute, nachdem man geklärt hatte wie die Firmenstruktur von Music Traveler aufgebaut ist, den drei allerdings das „Unternehmerische“ nicht zu. Igudesman reise als Musiker herum, Rhee sitze im HQ in New York, Joelsohn im HQ in Wien. Der Löwe sah zu wenig „commitment“ und stieg aus.

„For now“ als Problem für Thelen

Daraufhin wollte es Thelen genau wissen und hakte nach, wie es nun wirklich mit dem Gründer-Team stehe. Und verabschiedete sich nach einer kurzen Erklärung der Founder abrubt als potentieller Investor: „For now“ waren die beiden Worte, die aus Rhees Mund kamen und den Tech-Profi störten. Sie sei „for now“ CEO des Startups, meinte der Juror gehört zu haben. Danach zitierte er Studien, die belegen würden, dass Startups, die von internen CEOs geführt würden, um eine Vielzahl besser „performen“ würden, als wenn man später extern jemanden dazu hole. Deshalb kam von ihm kein Investment.

Kein Löwe für Wiener Startup

Die letzte Hoffnung, Georg Kofler, ging danach ebenso. Die Bewertung sei für die frühe Phase, in der sich das Startup befände, zu hoch. Trotz großer Begeisterung für die Idee, für Music Traveler konnte sich kein Löwe finden.


⇒ Yuca Loca

⇒ CB.Lash

⇒ commentaro

⇒ LeiKoSi

⇒ Lazy Leaf

⇒ Music Traveler

⇒ DHDL zum nachsehen auf TVNOW

 

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Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von Mai 2026 „Die nächste Stufe“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Der große kleine Startup-Standort

Wiens Strahlkraft zeigt sich auch bei den Unternehmensbewertungen: 82 Prozent der Wiener Startups knacken die 2,5-Millionen-Euro-Schwelle – gegenüber 70 Prozent im übrigen Land.

Solide klingt das aber nur an österreichischen Maßstäben gemessen; im Vergleich zum europäischen Kapitalmarkt bleibt viel Luft nach oben. Vom europaweiten VC-Boom (62 Mrd. Euro) blieb Wien 2025 weitgehend abgeschnitten. Das Paradoxon: Während die Stadt mit 86 Deals noch Platz 15 bei der Anzahl der Runden hält, offenbart das Volumen die reale Skalierungslücke – mit nur 179 Millionen Euro sammelten Wiener Startups weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts (378 Mio. Euro) ein.

Der direkte Vergleich: München und Stockholm

Der Kontrast zu Städten, die oft als direkte Wettbewerber oder Vorbilder genannt werden, ist drastisch. München verzeichnete 2025 bei 124 Deals ein Investitionsvolumen von 2,45 Milliarden Euro – fast das Vierzehn-fache der Wiener Summe. Und das, obwohl die bayerische Hauptstadt deutlich weniger Neugründungen als Wien ausweist: 192 im Jahr 2023, immerhin 290 im Jahr 2025.

Auch der Blick nach Norden unterstreicht die Diskrepanz: Stockholm, oft als Paradebeispiel für ein international ausgerichtetes Ökosystem genannt, zog im selben Zeitraum 1,42 Milliarden Euro an Risikokapital an, verteilt auf 137 Finanzierungsrunden.

Während Stockholm und München ihre Position als Milliarden-Hubs festigen, droht Wien bei der Wachstumsfinanzierung den Anschluss zu verlieren.

Städtische Unterstützung

Um das Ökosystem zu stärken, engagiert sich auch die Stadt Wien selbst auf mehreren Schienen. Treibende Kraft ist die Wirtschaftsagentur Wien: Sie förderte allein im vergangenen Jahr 1.177 Projekte mit insgesamt rund 48 Millionen Euro – 30 Prozent der Einreichungen stammten dabei laut Agentur von Gründer:innen und Startups. Die Wirtschaftsagentur ist es auch, die als Organisatorin hinter dem dezentralen Startup-Festival ViennaUP steht – von 18. bis 22. Mai finden im Rahmen des Festivals heuer rund 40 Startup-relevante Einzelevents zahlreicher Veranstalter statt, dazu kommen mehrere Side-Events anderer Player außerhalb des offiziellen Programms.

Konkretes Engagement zeigt die Stadt auch beim Schaffen von Infrastruktur: Neben den im Aufbau befindlichen Technologiezentren Life Science Center Vienna und AI Factory Austria ist aktuell ein Quantum Technology Center Vienna in Planung.

Risikokapital-Hauptstadt

Was für den gesamten österreichischen Startup-Sektor gilt, trifft auf den Bereich Risikokapital im Besonderen zu: Er ist auf Wien konzentriert. Die Hauptstadt beheimatet mehrere VC-Fonds von internationaler Bedeutung (allen voran Platzhirsch Speedinvest), aber auch mehrere Corporate-VCs und eine active Business-Angel-Szene. Das Kapital fließt aber keineswegs nur in heimische Startups und Scaleups – ein Überblick.

Wie viel Risikokapital von Wien aus verwaltet wird, lässt sich auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen nicht exakt beziffern. Fest steht: Die Hauptstadt ist auch unbestrittene Risikokapital-Hauptstadt. Mit Speedinvest, 3VC und Apex Ventures haben die drei größten privaten VC-Fonds des Landes ihren Sitz in Wien, dazu kommen mehrere kleinere Fonds wie calm/storm und Fund F. Auch die größten Corporate-VCs, konkret Verbund X Ventures und Elevator Ventures (Raiffeisen Bank International) arbeiten von Wien aus. Die mittlerweile inaktive Uniqa Ventures hatte ihren Sitz ebenfalls hier. Mit dem aws Gründungsfonds hat zudem der größte öffentliche VC seinen Sitz in der Donaumetropole. Komplettiert wird das Risikokapital-Angebot durch die aktive Business-Angel-Szene mit Aushängeschild Hansi Hansmann.

Aktive VCs und CVCs mit Sitz in Wien (Auswahl)

VC / CVCAuM (Schätzung)Volumen aktueller HauptfondsDetails
Speedinvest~ 1,2 Mrd. EUR350 Mio. EUR (Speedinvest 4)Europas größter Seed-Fonds. Breiter Branchenfokus, paneuropäisches Mandat.
3VC~ 200 Mio. EUR150 Mio. EUR (Fonds II)Größter Later-Stage-Fonds Österreichs. Investiert ab Series A in B2B-/B2C-Software (DACH und CEE).
APEX Ventures~ 150 Mio. EUR80 Mio. EUR (Zielvolumen Amadeus APEX Tech)Fokus auf Deeptech, AI, Quantum und Spacetech. Aktueller Hauptfonds gemeinsam mit der britischen Amadeus Capital aufgelegt.
aws Gründungsfonds~ 140 Mio. EUR72 Mio. EUR (Gründungsfonds II)Staatlich initiierter Co-Investor. AuM aus Alt-Fonds und aktuellem Fonds II in der Investmentphase. Nahezu 100 % Österreich-Fokus.
Elevator Ventures> 100 Mio. EUR70 Mio. EUR (EV II)Corporate VC der Raiffeisen Bank International. Aktiver Lead-Investor in Fintech und Cybersecurity in DACH und CEE.
calm / storm ventures~ 50 Mio. EUR27 Mio. EUR (Fund II)Kürzlich zweiten Fonds geschlossen. Sehr aktiver Early-Stage-Player in Healthtech und Femtech; Europa-Fokus.
Fund F~ 28 Mio. EUR28 Mio. EUR (Fund I)Pre-Seed- und Seed-Fonds der Female-Founders-Gründerinnen. Investiert in Startups mit mindestens einer Gründerin im Team.
Verbund X Ventureskein fixes Volumen (Evergreen)kein fixes Volumen (Evergreen)Keine klassische VC-Fondsstruktur. Investiert aus dem Budget des Energieversorgers in ganz Europa.

Internationale Ausrichtung

Die Bündelung des verwalteten VC-Kapitals in Wien bedeutet keineswegs, dass dieses Kapital auch zur Gänze heimischen Startups zur Verfügung steht: Mit Ausnahme des aws Gründungsfonds, der laut Mandat nahezu ausschließlich in Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich investiert, sind die genannten Fonds international ausgerichtet. Bei den meisten privaten VCs liegt der Anteil österreichischer Startups im Portfolio bei oder unter zehn Prozent, bei den Corporate-VCs knapp darüber. Genaue Zahlen liefert Speedinvest: Das Gesamtportfolio umfasst laut eigenen Angaben zuletzt 298 aktive Investments in 40 Ländern mit klarem Schwerpunkt in Europa. Genau 30 Portfolio-Unternehmen – also rund zehn Prozent – haben ihren Sitz in Österreich.

Spinoff-Boom in Progress

Neun öffentliche Universitäten und fünf Fachhochschulen sind nur der Kern: Mit rund 200.000 Studierenden ist Wien der größte Hochschulstandort im deutschsprachigen Raum. In der Forschung gehören die Wiener Unis in mehreren Fachbereichen zur Weltspitze – bei der Überführung von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft gibt es allerdings noch viel Potenzial. Dabei betreiben mehrere Universitäten seit Jahren Programme zur Förderung von Spinoffs, etwa die TU Wien mit i²c, die WU Wien mit dem Gründungszentrum, die Uni Wien mit u:seed oder die Universität für Bodenkultur mit „[sic!]“.

Zuletzt wurden die Strategien an mehreren Häusern noch deutlich ausgebaut. Die TU etwa definierte Spin-offs als zentralen Baustein der Strategie, etablierte eine Spinoff Factory und initiierte gemeinsam mit Speedinvest den Fonds Noctua Science Ventures. Das erklärte Ziel von Rektor Jens Schneider: 30 bis 50 Spinoffs pro Jahr. Die WU wiederum wurde mit Ignite Ventures selbst zum Frühphasen-Investor und vergibt kleine Tickets an Ausgründungen des Hauses.

Internationale Krypto-Anziehungskraft

Dass die Hauptstadt ein gutes Pflaster für den KryptoBereich ist, hat Österreichs am höchsten bewertetes Scaleup ein drücklich bewiesen: Als Kryptobroker gestartet bietet Bitpanda mittlerweile ein deutlich breiteres Portfolio – der Handel mit Bitcoin und Co samt B2BAngeboten für internationale Banken und Fintechs bleibt aber das Kern geschäft. Den formellen Hauptsitz hat das Wiener Unicorn zwar vor einigen Internationale Krypto-Anziehungskraft Jahren in die Schweiz verlegt, operatives Zentrum bleibt aber die Zentrale im zweiten Wiener Bezirk.

Bitpanda ist längst nicht mehr allein: Mehrere große internationale Kryptoanbieter haben in den vergangenen Jahren ihre EU-Headquarters in Wien eröffnet – konkret die in Asien gegründeten Plattformen KuCoin, Bybit und Bitget, die alle drei zu den größten der Welt zählen. Sie profitieren am Standort von zwei Faktoren: erstens vom attraktiven Angebot an qualifiziertem Personal, zweitens von guten regulatorischen Voraussetzungen. Um in der EU aktiv sein zu dürfen, brauchen die Plattformen seit Ende 2024 eine Lizenz gemäß der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR). Die in Österreich zuständige Finanzmarktaufsicht (FMA) gilt dabei als streng und EU-weit angesehen, gleichzeitig aber auch als kooperativ bei der Erarbeitung der für die Lizenz notwendigen Voraussetzungen.

Stärkefeld Life Sciences

Wien beherbergt laut der Clusterplattform LISA-vienna 754 Life-Sciences-Organisationen, darunter 646 Unternehmen sowie 19 renommierte Forschungs- und Bildungseinrichtungen mit insgesamt über 49.000 Beschäftigten. Obwohl die Stadt nur rund 21 Prozent der österreichischen Bevölkerung ausmacht, vereint sie mehr als die Hälfte des heimischen Life-Sciences-Sektors. Die jährlichen Umsätze lagen 2023 laut Vienna Life Science Report 2024/25 bei rund 22,7 Milliarden Euro, der Großteil davon in Biotech und Pharma.

Wiens Innovationskraft basiert maßgeblich auf der starken akademischen Landschaft: 2023 veröffentlichten die Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Stadt rund 8.800 wissenschaftliche Arbeiten, über 34.000 Studierende waren in Life-Sciences-Studiengängen eingeschrieben. Gleichzeitig treibt eine aktive Startup- und Scaleup-Szene Innovationen voran – von der Wirkstoffentwicklung bis zu KI-basierten digitalen Lösungen im Gesundheitswesen. Investitionen, Finanzierungsrunden und Deals wie Lizenzvereinbarungen oder Übernahmen erreichen jährlich regelmäßig ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich.

Zentraler Hub für die Branche ist das von der Stadt initiierte Life Science Center mit Schwerpunkt auf der Verbindung von Life Sciences und KI, für das auch ein Komplex im dritten Bezirk errichtet wird. Dort ist auch AITHYRA angesiedelt, ein Institut für biomedizinische künstliche Intelligenz in Kooperation mit der Boehringer-Ingelheim-Stiftung.

KI-Hub ohne große Namen

Die Bundeshauptstadt hat schon im vorigen Jahrzehnt einige KI-Pioniere hervorgebracht. Die Ironie der Geschichte: Viele davon haben das Aufkommen der Large Language Models nicht überlebt, weil ihre über Jahre entwickelten Technologien davon überholt wurden. Gleichzeitig hat die KI-Revolution der vergangenen Jahre eine Reihe neuer, teils schnell wachsender Unternehmen hervorgebracht. Player von internationalem Rang oder gar Herausforderer der US-Riesen sucht man in Wien aber nach wie vor vergeblich.

Dabei ist die Stadt durchaus um die Förderung des KI-Sektors bemüht. Geschaffen wurde etwa die AI Factory Austria, die mit dem AI:AT Coworking Hub auch als zentrale Anlaufstelle für die heimische KI-Szene fungieren soll. Startups bekommen dort unter anderem Zugang zu Supercomputern und Unterstützung bei der internationalen Vernetzung.

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AI Summaries

Höhle der Löwen: Wiener Startup verkauft halbe Firma an Judith Williams

  • Ein Gründer versuchte mit Yuca Loca eine Pommer Alternative auf den markt zu bringen
  • Zwei Gründer stellten ihre Magnet-Wimpern und einen besonderen Eyeliner vor
  • Eine App namens commentaro lässt normale User zu Sport-Kommentatoren werden
  • Die Gefahr eines Leitersturzes minimieren. Das verspricht LeiKoSi
  • Ein Tüftler entwickelt einen smarten Blumentopf, der sich bei Wassermangel von alleine meldet
  • Ob man mit einem Netzwerk an Berühmtheiten bei Löwen punkten kann, zeigt ein Musik-Startup
 

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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Höhle der Löwen: Wiener Startup verkauft halbe Firma an Judith Williams

  • Ein Gründer versuchte mit Yuca Loca eine Pommer Alternative auf den markt zu bringen
  • Zwei Gründer stellten ihre Magnet-Wimpern und einen besonderen Eyeliner vor
  • Eine App namens commentaro lässt normale User zu Sport-Kommentatoren werden
  • Die Gefahr eines Leitersturzes minimieren. Das verspricht LeiKoSi
  • Ein Tüftler entwickelt einen smarten Blumentopf, der sich bei Wassermangel von alleine meldet
  • Ob man mit einem Netzwerk an Berühmtheiten bei Löwen punkten kann, zeigt ein Musik-Startup
 

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

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Höhle der Löwen: Wiener Startup verkauft halbe Firma an Judith Williams

  • Ein Gründer versuchte mit Yuca Loca eine Pommer Alternative auf den markt zu bringen
  • Zwei Gründer stellten ihre Magnet-Wimpern und einen besonderen Eyeliner vor
  • Eine App namens commentaro lässt normale User zu Sport-Kommentatoren werden
  • Die Gefahr eines Leitersturzes minimieren. Das verspricht LeiKoSi
  • Ein Tüftler entwickelt einen smarten Blumentopf, der sich bei Wassermangel von alleine meldet
  • Ob man mit einem Netzwerk an Berühmtheiten bei Löwen punkten kann, zeigt ein Musik-Startup