07.09.2020

Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

In der heutigen Folge der Höhle der Löwen stellte ein Startup eine App vor, mit der man die Handysucht in den Griff bekommen soll, ein anderes möchte eine Alternative zu Milch etablieren und ein drittes den Tennis-Partner ersetzen. Zudem konnte ein Startup gleich trotz hoher Forderung mehrere Löwen für ihre Zähneknirsch-Lösung begeistern.
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TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Die "Löwen" Georg Kofler und Nico Rosberg unterziehen die Trainings-App, mit deren Hilfe User einen gesunden Smartphone-Umgang erlernen sollen von "not less but better" einem Praxistest.
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Den Anfang der zweiten Sendung von „Die Höhle der Löwen“ machten Moritz Braunwarth, Nicolas Hartmann und Niklas Kattner. Ihr Startup vly stellt eine Milchalternative aus Erbsenprotein her.

Erbsenprodukt mit hoher Nährstoffdichte

Anders als die Produkte der Konkurrenz soll das Erbsenprodukt eine hohe Nährstoffdichte besitzen, was für die Ernährungsexperten ausschlaggebend war. Braunwarth ist ausgebildeter Koch und für die Produktentwicklung zuständig. Hartmann hat als Ernährungsberater für vegane Profisportler Expertise gesammelt und Niklas Kattner kümmert sich ums Business.

Vly in drei Varianten

Die Vision der drei jungen Männer ist es, Milch neu zu erfinden. Ihren cremigen Drink aus Erbsenprotein, den man auch als Milchersatz für Kaffee oder Müsli verwenden kann, gibt es in drei Varianten zu kaufen. Weitere sollen folgen.

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(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – (v.l.) Nicolas Hartmann, Niklas Kattner und Moritz Braunwarth präsentierten mit „vly“ eine Milchalternative aus Erbsenprotein.

Bei der Produktion des Erbsenproteins wird laut den Gründern 13 mal weniger Wasser verbraucht als bei herkömmlichem Milchprotein. Die Erbse habe eine 15 Mal bessere CO2-Bilanz und binde Stickstoff, heißt es. Die Forderung der ersten Pitcher: 500.000 Euro für acht Prozent Beteiligung.

Nach der Kostprobe waren sich Beauty-Queen Judith Williams, Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl und Handels-Experte Ralf Dümmel einig, dass vly gut sei, wobei der Medien-Profi Georg Kofler einwarf, dass das Produkt nach allem schmecke, nur nicht nach Milch.

Über 20.000 Liter verkauft

Das Startup hat den Firmenwert trotz bisher geringer Produktionsmengen derart hoch eingeschätzt, da vly innerhalb von vier Wochen in 30 Supermärkten in Berlin über 20.000 Liter ihrer Milch-Alternative verkauft habe. Umgerechnet wären das laut Gründern auf 5.000 Supermärkte ein Umsatz von einer Million Euro pro Monat. Der aktuelle Umsatz beträgt 30.000 Euro.

Höhle der Löwen-Pitcher sehen Branchen-Wandel

Nach dieser Erkenntnis nannte Kofler die ausgerufene Bewertung „sehr mutig“. Dies beirrte die Gründer nicht, die voller Überzeugung argumentierten, dass es in der Branche einen Wandel weg von tierischen Produkten gebe.

Potentieller Markt kein Faktor bei Bewertung

Den gut durchdachten Redeschwall unterbrach Dümmel, der nochmal darauf hinwies, dass die Größe des Marktes bei der Bewertung kein Faktor sei. Er stieg trotz des guten Auftritts aus.

Viel Geld fürs Marketing nötig

Der Rest der Jury war sich einig, dass die „Big Player“ der Branche drauf und dran sind, auf den Trend aufzuspringen. Wöhrl meinte, die Gründer benötigten weit mehr als die geforderte halbe Million, um ihre Marke rasch zu positionieren. Auch sie war draußen.

In drei Jahren 16 Millionen Umsatz?

Daraufhin präsentierten die Gründer ihren Drei-Jahres-Plan, an dessen Ende ein Umsatz von knapp 16 Millionen Euro stehen sollte. Dies machte Kofler etwas sprachlos und er ließ seinen Löwen-Kollegen Nils Glagau den Vortritt.

Verhandlungen in der Höhle der Löwen

Dem waren acht Prozent zu wenig. Er stieg schlussendlich aus. Williams ärgerte sich über die Bewertung und folgte ihren Vorgängern. Am Ende gab es dann doch noch ein Angebot. Kofler sprach die enormen Marketingaufgaben an, die dem jungen Unternehmen blühen würden und bot knallhart 500.000 Euro für 35 Prozent.

Die Gründer machten ein Gegenangebot: 10 Prozent für die halbe Million. Es kam wie es kommen musste: Kein Deal für vly.

Trainigsheft für Schreiberlinge

Der nächste in der Höhle der Löwen war Kai Döringer von Schreibathlet. Das gemeinsam mit Kindern und Pädagogen entwickelte System soll spielerisch dabei helfen, die Feinmotorik des Schreibens mit der Hand zu trainieren.

Rillen, die verschwinden

Dabei kommen in einem Übungsheft Rillen als Spurlinien zum Einsatz, durch welche die Schüler den Stift ziehen können. Mit jeder weiteren Zeile nimmt die Prägung ab, bis sie am Seitenende ganz verschwindet. Bis dahin sollen die Kinder bereits ganz eigenständig Buchstaben schreiben können.

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(c) TVNOW / Stefan Gregorowius – Investorin Dagmar Wöhrl beim Test des Grundschulhefts zum Schreiben lernen von „Schreibpilot“.

Der Schreibpilot, ein beigelegtes A4-Heft, beinhaltet neben den Buchstaben auch Abbildungen von Tieren. Die Lernreihenfolge richtet sich dabei nicht nach dem Alphabet sondern nach einer Reihenfolge, die den Kindern leicht fällt, weil sie bestimmte Striche oder Schwünge bereits können.

Bekämpfung von Analphabetismus

Neben Kindern kann das Heft auch in der Erwachsenenbildung bei der Bekämpfung von Analphabetismus eingesetzt werden und lasse sich laut Gründern für den internationalen Markt überarbeiten. Die Forderung von Döringer, der mit Geschäftspartner Hasan Hüseyin Saygili im Studio war: 50.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung.

Zurück in die Schule

Während dem Pitch wurden die Löwen in die Schulzeit zurückversetzt, als die beiden Gründer Aufgaben an die Jury verteilte. Multi-Investor Carsten Maschmeyer meinte, er hätte als Kind mit dem Schreibpiloten sicher mehr Spaß gehabt, als mit den klassischen Zeilenheften.

Tolle Idee ohne Erfolgschancen?

Kofler stieg als erster aus, weil er meinte, dass sich mit der zugegebenermaßen tollen Idee kein Unternehmen langfristig tragen könne. Wöhrl folgte ihm, da sie nicht die richtige Investorin für das Startup sei.

Zu analgoes Produkt bei der Höhle der Löwen?

Judith Williams nannte die Erfindung sinnvoll, mäkelte aber an, dass Kinder im Bildungsbereich auch mit der Digitalisierung mithalten sollen. Papier wäre der richtige Schritt, aber nicht umfassend genug, um gemeinsam eine „Company“ aufzubauen.

Einer sieht es anders…

Auch Maschmeyer meinte, die Schreibschrift wäre nicht mehr lange essentiell, er sei ein digitaler Investor. Dümmel hingegen zeigte sich deutlich unbeeindruckt von möglichen Digitalisierungstendenzen und wollte mitmachen. Er bot 50.000 für 25 Prozent Anteile. Deal für Schreibathlet.

Gesündere Handynutzung per App

Die dritten Pitcher in der „Höhle der Löwen“ waren Christina Roitzheim, Selcuk Aciner und Marius Rackwitz. Ihre App „not less but better“ ist eine mit dem EXIST Gründerstipendium geförderte Ausgründung der FU Berlin. Dem Trio geht es um eine gesündere Handynutzung.

Gründer wünschen reflektierte Nutzung

Laut den Gründern erzieht die Digitalgesellschaft zu einer Always-on-Mentalität. Das Handy verdränge in diesen Zeiten soziale Kontakte und sei fast ständig in der Hand. Das sei per se nicht schlecht, denn Smartphones sind durchaus nützlich und hilfreich, dennoch wünschen sich die Gründer eine reflektierte und bewusste Nutzung.

App, die gegen hohe Nutzungsfrequenz von Apps

Der Anwender soll lernen, positive Gefühle, Bestätigung und Wohlbefinden vermehrt auch wieder abseits von Apps zu finden und die Kontrolle über seine individuellen Trigger zur Smartphone-Nutzung zurückzubekommen. nach ihrem Beta-Test benötigen die drei Gründer für den Markteintritt 150.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent Anteile ihrer Firma feil.

User schaut 88 Mal pro Tag aufs Handy

Den Foundern nach schaut die gemeine Person 88 Mal pro Tag auf das Smartphone und verbringt im Schnitt vier Stunden am Tag mit dem Handy, ohne jegliches Ziel. Deshalb setzen die Gründer auf „Digitale Achtsamkeit“ oder, wie sie es bezeichnen: „Omline“.

Höhle der Löwen, not less but better
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Christina Roitzheim, Marius Rackwitz (l.) und Selcuk Aciner aus Berlin haben mit „not less but better“ eine Trainings-App entwickelt, mit deren Hilfe der Nutzer einen gesunden Umgang in Bezug auf seine Handynutzung erlernen soll.

Ein Assistent namens Leo führt durch ein paar Übungen und lehrt sinnvolle Handygewohnheiten, um Kontrolle über sein Handy wieder zu gewinnen.

Smartphone-Sucht als Gesellschaftsproblem

Neu-Löwe und Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg anerkannte, dass Smartphone-Sucht ein gesellschaftliches Problem sei. Er selbst habe aus diesem Grund seit einiger Zeit ein einfaches und altes Handy. Danach gab es eine Entspannungslehrstunde für die Jury durch die App, die an eine Meditation erinnerte.

Spannend war, dass Nico Rosberg, als Mensch der zweimal täglich meditierte, meinte, dass Meditation allein nicht gegen die Handy-Sucht helfe. Würde man allerdings, das was „not less but better“ bietet, in die eigenen Übungen einbauen und visualisieren, dann könnte man Erfolge erreichen.

Auch für andere Laster einsetzbar

Dümmel war der erste, der ging. Als falscher Investor fürs Geschäftsmodell wünschte er dem Trio alles gute. Rosberg allerdings blickte nach vorne und fragte nach, ob man das Trainingsprogramm für andere Laster und Süchte replizieren könne. Es kam ein klares „Ja“ der Gründer.

Zwei Löwen gehen

Während sich Maschmeyer und Rosberg berieten, meinten Wöhrl und Kofler, die 150.000 Euro seien fürs Wachstum und Marketing wohl zu wenig. Beide stiegen aus.

Rosberg gab das Smartphone auf für F1-WM-Titel

Danach gab Rosberg ein wenig von seinem Erfolgsrezept preis. Während er jahrelang Lewis Hamilton hinterher fuhr und in den Weltmeisterschaften das Nachsehen hatte, wurde er, so der Löwe, Formel 1-Weltmeister als er zu „digital detox“ griff und mehr auf Aufmerksamkeit setzte. Er und Maschmeyer boten 150.000 für 25 Prozent Beteiligung.

Ein hin und her bei „Die Höhle der Löwen“

Die Gründer kamen mit einem Gegenangebot zurück. 150.000 Euro für 13 Prozent. Georg Kofler, der dem ganzen Projekt skeptisch gegenüber stand, schaltete sich ein und mahnte die Founder, doch heilfroh zu sein, dass die beiden Löwen zu einem Deal bereit wären.

Rosberg und Maschmeyer verlangten letztendlich 20 Prozent für die geforderte Summe. Was dem Startup-Team noch immer zu viel war. Die Schmerzgrenze läge bei 15 Prozent. Dies ließ Rosberg zunächst aussteigen.

Erfolgreiche Löwenjagd

Maschmeyer merkte danach, dass sich Roitzheim einen anderen Ausgang erhofft hatte und sprach eindringlich auf die drei Pitcher ein. Es half. Es kam zu einem Deal für „not less but better“ mit zwei Löwen und dem erstem Investment von Nico Rosberg: 20 Prozent für 150.000 Euro.

Für Tennisspieler ohne Freunde

Die vorletzten in der illustren Runde der „Höhle der Löwen“ waren hitpartner. Dabei handelt es sich um ein portables, einfach zu montierendes Trainingsgerät für Tennisanfänger und Profispieler bestehend aus Stahlgestänge, Federung, Abprallbrett und einem Spanntuch. Kurz: eine mobile Tenniswand.

Während, laut Gründer Alexander Lenfers, das Gestänge dem Sportgerät die notwendige Stabilität auch für leidenschaftliche Aufschläge gibt, fängt das Spanntuch den geschlagenen Ball ein und rollt diesen wieder zurück zum Spieler ab. Dabei gibt das voreingestellte Abprallbrett den Ballwinkel und somit den Schwierigkeitsgrad vor. So soll es möglich sein, allein und ohne Partner Tennis zu üben, um auch in Zeiten geschlossener Sportclubs nicht aus der Übung zu kommen, wie der Gründer betont. Die Forderung: 200.000 Euro für 20 Prozent Anteile.

Das Ball-Untalent Williams

Judith Williams outete sich nach dem Pitch als „Untalent“ was Ballsportarten angeht, ließ es sich dennoch nicht nehmen die Tenniswand auszuprobieren. Maschmeyer unterstützte sie dabei.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg machte im Gegensatz zu dem einen oder anderem Kollegen eine gute Figur an der Tenniswand, die zurückspielt.

Nach eher wenig erfolgreichen Versuchen der Beauty-Queen, stellte sich Rosberg hitpartner und machte dabei eine gute Figur. Er erfuhr, dass bisher 136.000 Euro Umsatz erwirtschaftet wurden.

Dümmel widersprach Lenfers, dass seine Erfindung eher für private Hasuhalte gedacht sei und weniger für Vereine. Auch Wöhrl sah den Zielmarkt kleiner als der Gründer. Beide stiegen aus.

Zu analoges Produkt in der Höhle der Löwen

Maschmeyer fehlten bei der Wand die digitale Möglichkeit sowie „gamification-Elemente“, auch er verabschiedete sich als potentieller Investor. Nachdem Williams mit lobenden Worten ebenfalls ging, meinte Neu-Löwe Rosberg, das Startup sei noch in einem frühen Stadium und blieb ebenfalls ohne Angebot. Kein Deal für hitpartner.

Zähneknirschen als großes Problem

Den Abschluss der „Höhle der Löwen“ hatte das Thema „Zähneknirschen“ im Repertoire. Bianca Berk, die Gründerin von bruXane litt lange Zeit unter Bruxismus, dem medizinischem Begriff des nächtlichen Knirschens.

Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Bianca Berk und Jörg Köhler aus Marburg wollen mit „bruXane“, einer smarten Aufbissschiene, das Zähneknirschen im Schlaf beenden.

Da übliche Aufbissschienen nicht immer dazu führen, dass das Knirrschen weniger wird, haben die Gründerin und ihr Partner Jürgen Köhler die smarte bruXane Zahnschiene entwickelt. Sie soll dem Körper mithilfe von Biofeedback das Knirschen quasi abtrainieren. Die Zahnschiene gibt es in der Pro-Variante, die vom Zahnarzt angepasst wird und in der To-Go-Variante.

Körper wird per Signal aus dem Knirschen gerissen

Der in die bruXane-Schiene integrierte Microcontroller macht das Zähneknirrschen am Computer sichtbar. Zeitpunkt und Dauer der Knirschereignisse lassen sich somit auswerten. Die Zahlen des Startups sollen belegen, dass bruXane das Knirschen bessert und daraus folgende Schmerzen verhindern kann. Dafür sendet ein Biofeedback-Signal durch leichte Vibration und einen leisen Summton ein Feedback an den Körper.

Schlaf soll nicht gestört werden

Den Schlaf soll das nicht stören, dafür aber dem Körper ein Signal senden, damit dieser mit dem Zähneknirschen aufhört. Bis zu zwei Monate kann man laut bruXane die Einheitsschiene tragen. Das geforderte Kapital für zehn Prozent Anteile: 600.000 Euro.

Gründer werkeln seit neun Jahren an bruXane

Das patentierte und zugelassene Medizinprodukt ist seit neun Jahren im Entstehen und kann bisher auf einen Vorjahresumsatz von 55.000 Euro zurückschauen.

Probleme mit der Bewertung

Wie zu erwarten war, zeigten sich bei den Löwen bei diesen Umsatzahlen Probleme mit der ausgerufenen Bewertung. Kofler stieg als erster aus. Maschmeyer bat die Gründer darum, die Sechs-Millionen-Bewertung anders zu argumentieren.

Gründer kämpfen, aber…

Köhler erklärte, dass man bei einem Startup, das ein Medizinprodukt entwickelt, nicht einfach hergehen kann, sich die Statistik des letzten Jahres ansieht und dann linear umlegt. Das Produkt wäre fertig, für Europa zertifiziert und der Markt immens, so der Gründer.

…Löwe will nichts hören

Glagau schritt ein und unterbrach die Erklärung. Er kritisierte den mangelnden Fortschritt des Unternehmens, ließ es nicht zu, dass Bianca Berk auf seine Vorwürfe reagieren konnte, und stieg aus.

Auch Maschmeyer ging aufgrund der Bewertung. Dümmel sorgte folglich wieder für etwas Ruhe im Studio. Er erklärte, dass die Kritik nicht gegen das Produkt gerichtet sei, sondern gegen die Forderung.

Das Triumvirat berät

Danach änderte sich die Stimmung etwas. Dümmel und der bereits ausgestiegene Maschmeyer berieten sich leise, Wöhrl gesellte sich nach wenigen Momenten dazu.

Das Trio zeigte sich überzeugt, dass bruXane die Welt erobern kann. Sie boten die 600.000 Euro für insgesamt 36 Prozent Beteiligung – je zwölf pro Löwe. Dies ließ die Gründer kurz schweigend, aber auch begeistert von der Idee von den Netzwerken dreier Investoren zu profitieren zurück. Am Ende kam es zum Deal für bruXane.


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Cyber-Attacken, Cybersecurity, KI-Scam
© KPMG/Eva Kelety - (v.l.) Andreas Tomek, Michael Höllerer und Robert Lamprecht.

Cyberangriffe auf heimische Unternehmen sind in den vergangenen zwölf Monaten – auch wenn diese bereits auf hohem Niveau waren – noch einmal mehr geworden. 25 Prozent der Befragten in einer aktuellen KPMG-Studie sagen, dass Cyberangriffe auf ihr Unternehmen stark bzw. eher zugenommen haben. Jeder achte registrierte Cyberangriff war dabei erfolgreich und überwand die Sicherheitsbarrieren der Unternehmen. Der Trend, der sich abzeichnet: Cyberangriffe werden effizienter, nicht harmloser. Heute dominieren unauffällige und mit KI strategisch orchestrierte Angriffe das Bild.

Diese Erkenntnisse aus der KPMG-Studie lassen sich mit einem konkreten Beispiel der jüngsten Vergangenheit gut belegen und zeigen, wie gefährlich Unachtsamkeit in so einem Fall sein kann.

Niederösterreichisches Startup als jüngstes Beispiel

Letzte Woche wurde – wie brutkasten berichtete – das NÖ-Kindermöbel-Startup poptop Opfer eines KI-Scams. Und überwies 41.000 Euro an eine dubiose US-Firma. Dabei wurden interne Zahlungsfreigaben per KI-generierter Mail täuschend echt imitiert. Man konnte den überwiesenen Betrag mithilfe der Bank zurückbekommen.

Doch KI- und Cyberangriffe kommen nicht nur über E-Mail, wie die Untersuchung weiter ausweist.

Die Top-Angriffsarten sind in diesem Jahr Malware über E-Mail-Anhänge (von 78 Prozent der Unternehmen berichtet), (Spear-)Phishing über Links (69 Prozent), die Ausnutzung von Hardware-/Software-Schwachstellen (58 Prozent), Business-E-Mail-Compromise, also CEO-/CFO-Fraud (57 Prozent), sowie Scam-Anrufe (52 Prozent).

Abgenommen haben im Vergleich zum Vorjahr Denial-of-Service-Attacken, Scam-Anrufe und (Spear-)Phishing-Angriffe. Gestiegen sind unter anderem die Umgehung der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) sowie Angriffe gegen Industriesteuerungsanlagen (OT).

Neu hinzugekommen ist das Ausnutzen von Hardware-/Software-Schwachstellen, was verdeutlicht, dass KI die Art der Angriffe in den letzten zwölf Monaten wesentlich verändert hat.

  • Die Hälfte aller Angriffe (50 Prozent) lässt sich auf organisierte Kriminalität zurückführen.
  • Jeder zehnte Angriff wird von staatlich unterstützten Akteuren ausgeführt.
  • Jedes vierte von Ransomware betroffene Unternehmen gibt an, die Lösegeldforderungen bezahlt zu haben.
  • In 40 Prozent der Angriffsfälle war ineffektives Patch-Management das Einfallstor.

Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln

„Wir stehen mit KI an einem Wendepunkt und bewegen uns weg von einer Welt, die auf klaren Regeln, bekannten Mustern und nachvollziehbaren Reaktionen basiert, hin zu Systemen, die Entscheidungen zunehmend autonom treffen und die wir nicht immer vollständig nachvollziehen können. Die zentrale Frage ist daher nicht nur, ob KI eingesetzt wird, sondern ob sie steuerbar bleibt“, beschreibt KPMG-Partner und Studienautor Robert Lamprecht die aktuelle Lage.

Besonders kritisch sei zudem die Verkürzung der Zeitspanne zwischen dem Auffinden von Schwachstellen und deren Ausnutzung durch die Angreifer. Was früher Tage oder Wochen gedauert hat, kann heute in wenigen Stunden passieren. Gleichzeitig herrsche in Unternehmen eine spürbare Skepsis, ob KI tatsächlich zur Verbesserung der Cybersicherheit beiträgt (nur 33 Prozent Zustimmung), da die Vorteile aktuell stärker aufseiten der Cyberkriminellen gesehen werden.

  • Für jedes zweite befragte Unternehmen (50 Prozent) stellen KI-unterstützte Cyberangriffe die größte Herausforderung dar.
  • 47 Prozent geben an, dass bei Cyberangriffen gegen ihr Unternehmen verstärkt KI eingesetzt wird. 28 Prozent haben sich mit dem Einsatz von KI zur Verbesserung der eigenen Cybersicherheit beschäftigt.
  • Bei 61 Prozent führten Anwender:innenfehler bei der Nutzung von KI zu Cybersicherheits- und Datenschutzvorfällen sowie Know-how-Abfluss.

Laut der, zum elften Mal in Folge veröffentlichten, Studie bringen zudem KI-Systeme und zunehmende Vernetzung Unternehmen unter Druck, da Kontrolle und Überblick über komplexe Abhängigkeiten schwinden. Besonders die Lieferkette gilt als kritisches Einfallstor: Angreifer nutzen gezielt schwache Glieder im IT-Ökosystem, wodurch ganze vernetzte Strukturen gefährdet werden.

So waren bei 39 Prozent der Unternehmen die eigenen Dienstleister oder Lieferanten innerhalb der letzten zwölf Monate Opfer eines Cyberangriffs; bei weiteren 14 Prozent gab es zumindest einen entsprechenden Verdacht. Derartige Vorfälle bleiben oft nicht ohne direkte Konsequenzen für die Auftraggeber: Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) berichtet, dass ein Vorfall bei einem Dienstleister oder Lieferanten in der Folge auch zu einem Angriff auf das eigene Haus geführt hat. Dementsprechend groß ist die Verunsicherung hinsichtlich der IT-Sicherheit in der Lieferkette. 31 Prozent der Betriebe treibt die Sorge um, dass ihre Zulieferer nicht dieselben hohen Sicherheitsstandards einhalten wie sie selbst und dadurch zu einem gefährlichen Einfallstor für Angreifer werden.

„Es geht nicht darum, Lieferanten als Risiko zu sehen. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass unsere Vernetzung unsere größte Stärke und gleichzeitig unsere größte Verwundbarkeit ist“, betont KPMG-Partner Andreas Tomek.

Digitale Souveränität als Antwort auf Cyber-Attacken

Digitale Souveränität – so der Bericht weiter – sei ein Eckpfeiler wirksamer Cybersicherheit: Nur wer Kontrolle über Daten und Infrastruktur behalte, könne Abhängigkeiten reduzieren und im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Laut Studie sind jedoch 70 Prozent der Unternehmen stark von digitalen Technologien aus dem Ausland abhängig, 69 Prozent beziehen Cybersicherheitsanwendungen von dort – und mehr als die Hälfte könnte im Ernstfall nicht länger als drei Monate ohne diese auskommen.

Außerdem ende Cybersicherheit nicht bei technischen Schutzmaßnahmen: Fallen Cloud-Lösungen oder Plattformen plötzlich aus, geraten Unternehmen schnell in reale Existenzprobleme. Andreas Tomek dazu: „Für digitale Souveränität ist es notwendig, dass Unternehmen ihre strategische Ausrichtung neu denken und Abhängigkeiten klar identifizieren und analysieren.“

Staat doch gefragt

All dies sowie steigende Komplexität und Dynamik der Bedrohungslage führen den Autoren zufolge zu einer zentralen Erkenntnis: Cybersicherheit sei nicht länger ein optionales Investitionsthema, sondern eine Voraussetzung für stabile Geschäftsmodelle in einer digitalisierten Wirtschaft.

Unternehmen sehen hierbei den Staat zunehmend als aktiven Partner in Sachen Cybersicherheit: „Wir brauchen nicht nur das Miteinander von Unternehmen, Behörden sowie Forschungs- und Technologieeinrichtungen auf nationaler Ebene: Vielmehr braucht es eine gemeinsame europäische Kraftanstrengung in einem geopolitisch volatilen Umfeld, um die digitale Sicherheit von Unternehmen zu unterstützen“, sagt Michael Höllerer, Präsident des KSÖ (Kompetenz­zentrum Sicheres Österreich) und aktuell noch Generaldirektor von Raiffeisen NÖ-Wien.

„Eine Welt, in der wir den Angreifern gezeigt haben, wie schnell verwundbar wir sind“

Und Robert Lamprecht ergänzt: „Es ist eine Welt, in der wir den Angreifern gezeigt haben, wie schnell wir heute verwundbar sind. Im Wettlauf gegen die Cyberkriminellen sind wir um viele Plätze zurückgefallen, und das Momentum liegt eindeutig auf der Seite der Angreifer. Angriffe werden dort erfolgreicher, wo Verteidigung zu spät, zu langsam oder zu bequem ist. Das ist kein Grund für Alarmismus, aber ein guter Grund für Cybersecurity. Wer hier noch auf Zeit spielt, wird irgendwann überholt. Nicht die Bedrohung ist neu. Neu ist nur die Geschwindigkeit. Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet heute nicht mehr, ob sie in Cybersicherheit investieren sollen, sondern ob sie es sich leisten können, es nicht zu tun.“

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AI Summaries

Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

  • Schreibathlet arbeitet mit schwächer werdenden Rillen für Kinder, die Schreiben üben.
  • Vly ist eine Milchalternative aus Erbsen.
  • Die App not less but better möchte einen sorgsameren Umgang mit dem Smartphone fördern.
  • Es kam zum ersten Investment von Nico Rosberg.
  • Hitpartner ist eine Tenniswand für das Solo-Spiel.
  • BruXane soll als smarte Zahnschiene das Zähneknirschen beenden.

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Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

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